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Blutdruck

Woran Sie erhöhten Blutdruck erkennen und welche Behandlungsmethoden es gibt, lesen Sie hier!

Blutdruck

Schlüsselgröße für Gesundheit und Wohlbefinden

Herz und Blut sind zwei mächtige Partner im Körper des Menschen – mit jedem Schlag pumpt das Herz Blut durch den ganzen Organismus. Bei körperlicher Anstrengung, wie zum Beispiel Sport, braucht der Körper mehr Sauerstoff. Also pumpt das Herz stärker und schneller. Und damit steigt der Blutdruck. Wenn wir uns entspannen, kann auch das Herz langsamer arbeiten, der Blutdruck sinkt. Herz und Blut kooperieren so in perfekter Weise, um unseren Körper und seine Gefäße immer mit der richtigen Menge an sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Dadurch unterliegt der Blutdruck Schwankungen im Tagesverlauf. In den frühen Morgenstunden ist er oft höher. Der Körper soll wachwerden und leistungsfähig sein. Im Laufe des Tages schwankt er, gegen Abend sinkt der Blutdruck meist und wir werden müde.

Doch kennen Sie eigentlich Ihre Blutdruckwerte? Hier eine allgemeingültige Übersicht der Blutdruckwerte:

Ein perfekter Blutdruck hat im Ruhezustand einen Wert von 120/80 mmHg. Die Abkürzung mmHg bedeutet Millimeter Quecksilbersäule und ist eine Maßeinheit für Druck. Der erste Wert ist der Druck, mit dem das Blut vom Herzen in die Schlagader gepumpt wird. Der zweite Wert ist der Druck während der nachfolgenden, kurzen Entspannungsphase des Herzens. Probleme können auftreten, wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch oder zu niedrig ist. Niedriger Blutdruck führt dazu, dass wir uns müde oder sogar schwindelig fühlen oder dass uns schwarz vor Augen wird. Solche Symptome sind unangenehm, gesundheitlich aber meist harmlos. Niedriger Blutdruck hat in der Regel keine negativen Folgen für unseren Körper.

Ganz anders der hohe Blutdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann eine chronische Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems mit schwersten Folgeerkrankungen an vielen Organen verursachen. Das Herz kann mit Herzinfarkt oder Herzschwäche reagieren. Die Blutgefäße verengen sich – man spricht von Arteriosklerose. Hoher Blutdruck erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden. Auch Nieren und Augen können durch Bluthochdruck geschädigt werden. Gut die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland geht auf Krankheiten zurück, die durch hohen Blutdruck entstanden sind.

Wann ist Ihr Blutdruck zu hoch?

Von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) spricht man, wenn der sogenannte obere Blutdruckwert bei wiederholten Messungen mehr als 140 mmHg beträgt oder der untere Wert über 90 mmHg liegt. Häufig klagen ältere Menschen über zu hohen Blutdruck. Und tatsächlich: Im Alter tritt Bluthochdruck häufiger auf. Hinzu kommt, dass alte Menschen öfter zum Arzt gehen und Bluthochdruck deshalb eher entdeckt wird. Tatsache ist, dass auch viele jüngere Menschen Bluthochdruck haben und damit Gesundheitsrisiken in Kauf nehmen, weil sie dies nicht wissen.

Die allermeisten Patienten (etwa 95 Prozent) haben eine sogenannte essenzielle Hypertonie. Das bedeutet, es finden sich keine körperlichen, organischen Ursachen. Stattdessen ist es eine geerbte Veranlagung. Wenn Eltern oder Geschwister zu hohen Blutdruck haben, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass man selbst auch davon betroffen ist – egal, wie alt man ist. Eine weitere Ursache für Bluthochdruck ist häufig der Lebensstil: Wer sich wenig bewegt, beruflichen Stress mit gutem Essen und Zigaretten bekämpft und sich abends mit Bier oder Rotwein die gewünschte Bettschwere besorgt, hat gute Chancen, dass der Körper mit Bluthochdruck reagiert.

Welche Beschwerden verursacht Bluthochdruck?

Das Gefährliche: In den meisten Fällen führt Bluthochdruck zunächst zu keinerlei Symptomen. Deswegen wird er oft sehr spät, manchmal zu spät entdeckt. Man regt sich eben ein bisschen schneller auf als andere, hat viel Stress im Beruf und abends Mühe runterzukommen – klingt alles normal, ist es aber nicht unbedingt. Konkrete Hinweise auf eine Hypertonie können sein: Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten oder Müdigkeit. In fortgeschrittenen Fällen auch Luftnot und nächtliches Wasserlassen. Selbst wenn Sie all dies nicht an sich beobachten, können Sie an einem unbemerkten Bluthochdruck leiden. Der beste und einfachste Weg zur Klärung ist die Blutdruckmessung, sie gibt Ihnen konkrete Informationen. Sie können bei jedem Arztbesuch um eine Messung des Blutdrucks bitten, sofern ihr Arzt das nicht sowieso tut. Sie können Ihren Blutdruck auch selbst messen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Blutdruck-Messgeräten für den Hausgebrauch.

Wie messe ich selbst den Blutdruck richtig?

Die meisten Ärzte messen den Blutdruck am Oberarm mit einer aufblasbaren Manschette und einem Stethoskop. Dies ist die klassische Methode. Bei der Blutdruckselbstmessung werden heute elektronische Geräte mit automatischer Anzeige verwendet. Es gibt Geräte, die am Oberarm messen und solche, die den Blutdruck am Handgelenk checken. Die Messung am Oberarm ist allerdings viel genauer als jene am Handgelenk. Wichtig ist, dass die Blutdruckmanschette an Ihren Oberarmumfang angepasst ist, sonst stimmt der Messwert nicht. Bevor Sie den Blutdruck messen, sollten Sie eine Entspannungspause von fünf Minuten einlegen. Setzen Sie sich auf einen Stuhl, ruhen Sie aus und lassen Sie die Seele baumeln – das tut zwischendurch ohnehin gut!

Wenn Sie den Blutdruck am Handgelenk messen, sollten Sie den Ellenbogen auf einer Tischplatte leicht abstützen und den Unterarm so auflegen, dass sich das Messgerät in Herzhöhe befindet. Sonst wird die Messung verfälscht. Ein kleines Kissen oder ein paar Bücher helfen wunderbar als Stütze. Schreiben Sie sich Blutdruck, Puls, Datum und Uhrzeit auf. Die Werte Ihrer Selbstmessungen sind eine wesentliche Ergänzung zu den in der Arztpraxis erhobenen Daten.

Was untersucht der Arzt?

Wenn Sie oder Ihr Arzt vermuten, dass Ihr Blutdruck zu hoch ist, sollte im nächsten Schritt eine ausführliche Untersuchung folgen: Ihr Arzt wird zunächst Ihren Gesundheitszustand erheben und Sie vor allem danach fragen, ob es in Ihrer Familie gehäuft Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle gibt. Ein EKG kann erste Hinweise auf eventuelle Veränderungen des Herzens geben. Laborbefunde des Blutes und des Harns können ebenfalls wertvolle Informationen liefern. Eine weitere Maßnahme könnte eine automatisierte 24-Stunden-Blutdruckmessung sein. Sie dokumentiert den Blutdruckverlauf während des Tages und der Nacht. Dies geschieht mit einem kleinen Gerät, das Sie mit nach Hause nehmen können. Der Blutdruck während der Nachtstunden ist für Ihren Arzt bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen von sehr großer Bedeutung. In vielen Fällen wird er zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) und ein Belastungs-EKG durchführen. Sollte sich bei diesen sorgfältigen Untersuchungen zeigen, dass Ihr Blutdruck tatsächlich dauerhaft erhöht ist, kann die Behandlung beginnen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Zunächst sind Sie selbst an der Reihe und sollten Ihren Lebensstil überdenken und gegebenenfalls ändern. Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen. Deshalb sollten vor einer Medikamentengabe erst alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Fragen Sie sich: Wie viel Bewegung habe ich eigentlich im Alltag? Ein Schrittzähler liefert oft überraschende Werte. Unter 10.000 Schritten pro Tag haben Sie Luft nach oben. Sie müssen nicht joggen oder ins Fitness-Studio, schon ein regelmäßiger Spaziergang jeden Tag hilft. Und dann mutig und ehrlich auf die Waage – zufrieden oder doch ein bisschen viel? Und wie sieht es mit dem Rauchen oder dem Feierabendbier aus? Der Verzicht auf Nikotin und weniger Alkohol würden Ihren Blutdruck schon senken.

Wenn die Änderungen des Lebensstils allein nicht reichen, müssen zusätzlich Medikamente her. Es gibt heutzutage sehr viele Substanzen, die den Blutdruck senken. Grundpfeiler der Therapie sind Betablocker (zum Beispiel Bisoprolol), ACE-Hemmer (zum Beispiel Ramipril), Angiotensin-Rezeptorblocker (zum Beispiel Valsartan), Kalziumantagonisten (zum Beispiel Amlodipin) und niedrig dosierte Wassertabletten (Diuretika, zum Beispiel HCT). Diese Medikamente sind sehr gut erprobt. Häufig ist es notwendig, mehrere Medikamente miteinander zu kombinieren. Ihr Arzt wird mit Ihnen zusammen die am besten geeignete Behandlung finden.

Ziel ist es, einen Wert von unter 140/90 mmHg zu erreichen. Manchmal klappt das nicht mit dem ersten Medikament. Dann sind mehrere Anläufe erforderlich. Jeder Mensch ist anders. Lassen Sie sich nicht entmutigen und bleiben Sie am Ball. Viele Menschen haben auch Angst vor möglichen Nebenwirkungen. Ja, die gibt es manchmal, aber sie sind viel weniger problematisch als die Gefahren eines unbehandelten Hochdrucks. Mit etwas Geduld findet sich auch das für Sie perfekte Arzneimittel.

Welches ist das größte Problem mit den Medikamenten?

Eine unregelmäßige oder abgebrochene Medikamenteneinnahme! Durch Absetzen der Medikamente kann es zu einem überschießenden Blutdruckanstieg und dadurch zu einer erheblichen Gefährdung kommen. Sprechen Sie vor jeglichen Therapieänderungen mit Ihrem Arzt.

Sind Kontrollen erforderlich?

Ja. Insbesondere die regelmäßige Selbstkontrolle des Blutdrucks. So stellen Sie sicher, dass Ihre Einstellung nicht aus dem Ruder läuft. Ihr Arzt entscheidet darüber, welche weiteren Kontrolluntersuchungen (Labor, EKG, Echokardiografie, fachärztliche Spezialdiagnostik) in Ihrem Einzelfall zur Verlaufskontrolle erforderlich sind.

Bleiben Sie aktiv und gesund!

Ihr
Dr. Dirk Jesinghaus

Dr. Dirk Jesinghaus ist als Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Hypertensiologie (DHL®) sowie Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin in Saarbrücken tätig.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

Hier geht‘s zum Angebot der KV Saarland.