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Psychotherapie – Therapieformen

Welche Therapieformen es gibt und wie sich diese unterscheiden, erfahren Sie hier!

Psychotherapie – Therapieformen

In den letzten Jahren hat Psychotherapie eine immer größere Bedeutung bekommen. Aber welche Formen der Therapie gibt es überhaupt und wie unterscheiden sie sich? Lesen Sie mehr über Inhalte und Unterschiede.

Welche Therapieverfahren sind in Deutschland als Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt?

Anerkannt sind die analytische Psychotherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. In den folgenden Abschnitten geht es um die wesentlichen Unterschiede, damit Sie überlegen können, welche dieser Therapieverfahren Ihnen am sympathischsten ist.

Analytische Psychotherapie

Die analytische Psychotherapie nimmt an, dass Krankheitssymptome durch konflikthafte unbewusste Verarbeitung von frühen oder später im Leben erworbenen Lebens- und Beziehungserfahrungen verursacht und aufrechterhalten werden. In der therapeutischen Beziehung zwischen Patient/in und Therapeut/in spielt das Erkennen und Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen, Erinnerungen und Beziehungsmustern, die gegenwärtig Krankheitssymptome verursachen, eine zentrale Rolle. Dadurch kann in der Gegenwart zunächst unverständlich erscheinendes Fühlen und Handeln in der therapeutischen Beziehungsarbeit verstanden und verändert werden.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sieht Krankheitssymptome als Folge von aktuellen Konflikten in Beziehungen oder von nicht bewältigten Beziehungserfahrungen und Konflikten aus früheren Lebensphasen. Diese Konflikte und Erfahrungen können das spätere Leben bestimmen und psychische Erkrankungen zur Folge haben. Ziel der Behandlung ist es, die zugrundeliegenden unbewussten Motive und Konflikte der aktuellen Symptome zu erkennen und sich mit diesen auseinanderzusetzen. Die/Der Patient/in wird in der Psychotherapie dabei unterstützt, durch Einsichten in die Zusammenhänge und Ursachen der aktuellen Symptome Veränderungen im Erleben oder Verhalten zu erreichen.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden das Ergebnis von bewussten und nicht-bewussten Lernprozessen sind. Zu Beginn der Behandlung wird gemeinsam erarbeitet, welche Bedingungen seiner Lebensgeschichte und seiner aktuellen Lebenssituation zur Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Symptomatik beigetragen haben und weiter wirksam sind. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam die Therapieziele und der Behandlungsplan festgelegt. In der Verhaltenstherapie wird der/die Patient/in zur aktiven Veränderung seines Handelns, Denkens und Fühlens motiviert und angeleitet. Dabei werden die bereits vorhandenen Stärken und Fähigkeiten herausgearbeitet und für den Veränderungsprozess nutzbar gemacht.

Welche verschiedenen Behandlungsformen gibt es?

Die Behandlung kann mit der/dem Therapeutin/en allein oder im Rahmen einer Gruppentherapie erfolgen. Einzelbehandlungen haben in der Regel eine Dauer von 50 Minuten, Gruppentherapien eine Dauer von 100 Minuten. Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen kann es hilfreich und notwendig sein, Bezugspersonen aus dem familiären und sozialen Umfeld miteinzubeziehen. Dies kann im Rahmen von zusätzlichen therapeutischen Gesprächen allein mit den Bezugspersonen erfolgen. Meistens ist eine ambulante Psychotherapie ausreichend, jedoch kann in schwierigeren Fällen eine teilstationäre oder stationäre Maßnahme in einem spezialisierten Krankenhaus notwendig sein.

Wie kann ich dazu beitragen, dass meine Psychotherapie erfolgreich ist?

Eine wesentliche Bedingung für das Gelingen jeder Psychotherapie ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Ihnen und dem/der Therapeuten/in.
Weiterhin sollten Sie sich nur für Psychotherapieverfahren entscheiden, die Ihren ganz persönlichen Erwartungen entsprechen. Ganz wichtig ist, dass Sie auf Ihr Bauchgefühl hören, ob Sie sich gut aufgehoben fühlen. Auf dieser Grundlage bietet Psychotherapie die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen das eigene Erleben und Verhalten sowie Beziehungserfahrungen zu besprechen, zu erleben und zu überdenken.

Wieder unbelastet leben

Psychische Probleme können das Erleben, das Verhalten sowie das geistige und körperliche Wohlbefinden stark beeinträchtigen und mit Leid, Angst, Verunsicherung und Einschränkungen der Lebensqualität einhergehen. Erfreulicherweise lassen sich psychische Erkrankungen heutzutage genauso gut zu behandeln wie körperliche Krankheiten. Zögern Sie also nicht, über seelische Nöte zu sprechen oder sich professionelle Hilfe zu suchen.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie in der Broschüre der Bundespsychotherapeutenkammer [PDF 1,7 MB].

“Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
(Aristoteles)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit!

Ihre
Susanne Münnich-Hessel

-> Lesen Sie auch: Psychotherapie – was dahinter steckt und wann sie Sinn macht. <-

Susanne Münnich-Hessel ist Diplom-Psychologin und kassenzugelassene Verhaltenstherapeutin mit Approbation für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Neben ihrer Tätigkeit in der Praxis bietet sie Fortbildungen und Supervision an. Außerdem ist sie im Vorstand der saarländischen Psychotherapeutenkammer tätig und engagiert sich in der KV Saarland als Vertreterin der Psychologischen PsychotherapeutInnen.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

Hier geht‘s zum Angebot der KV Saarland.