mio, mein Globus-Magazin Lädt...
arrow-down arrow-left arrow-right arrow-top search arrow-thin-right arrow-thin-left chevron-thin-down chevron-thin-up email instagram facebook youtube twitter remove quote www

mio, mein Globus-Magazin

mio, mein Globus-Magazin
Hygge – so geht Glück

Was ist eigentlich Hygge, wo kommt es her und wie bekommt man es?

Hygge – so geht Glück

Hygge, dieser für uns etwas kryptische Begriff aus Dänemark, ist im Moment allgegenwärtig. Man lebt hygge, wohnt hygge, isst hygge. Aber was ist das eigentlich genau, wo kommt es her und wie bekommt man es? Diese Fragen klären wir für Sie in unserem hyggeligen Dossier!

Lassen Sie uns zunächst das Wort definieren: „Hygge“ stammt ursprünglich aus dem Nor-wegischen und bedeutet Wohlbefinden. Da Norwegen und Dänemark von 1397 bis 1814 ein gemeinsames Königreich gebildet haben, finden sich beidseitig noch einige Spracheinflüsse. Übersetzt wird Hygge gern mit dem deutschen Wort Gemütlichkeit, denn viele verbinden damit vor allem kuschelige Stunden vorm Kamin, mit Kerzen, Wolldecke, dicken Socken und einem guten Buch. Dabei ist es viel mehr als das! Tatsächlich kann Hygge alles Mögliche und überall sein: ein lauer Sommerabend mit Freunden, ein köstliches Gebäckstück, eine ruhige Mittagspause in der Sonne oder gemeinsames Kochen mit der Familie – Hauptsache, es macht glücklich. Hygge ist deshalb weniger an Materiellem festgemacht, sondern ­viel-­ mehr an Gefühlen und Stimmungen. Wer den ­Augenblick bewusst erlebt, dankbar ist für Kleinigkeiten, mit Genuss isst, sich sicher, geliebt und einfach wohlfühlt, der lebt Hygge. Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist die Geselligkeit. Egal was Sie tun: Wenn liebe Menschen dabei sind, steigert sich das Glücksgefühl um ein Vielfaches.

Doch was machen die Menschen in Dänemark anders, dass sie fürs glückliche Leben einen eigenen Begriff haben? Auch die Dänen müssen doch hin und wieder Sorgen haben, etwas doof finden oder traurig sein? Obendrein zahlen sie den höchsten Steuersatz weltweit und das Wetter ist meist eher grau. Der Unterschied liegt in der persönlichen Einstellung: Die Dänen sind bescheiden und be­werten Dinge anders. Steuern beispielsweise sind für sie keine unliebsamen Abgaben – sondern In­vestitionen in das Gemeinwohl. Eine ausgewogene Work-Life-Balance wird von jedem angestrebt, ­sodass Überstunden die Ausnahme sind, nicht die Regel. Und schlechtes Wetter gibt es nicht, nur ­falsche Kleidung. Oder anders ausgedrückt: Die Dänen leben im Hier und Jetzt und wissen, dass ­es die besten Dinge im Leben umsonst gibt – man muss sich ihrer nur bewusst sein.

Sie wollen auch ein Stück von diesem Lebens­gefühl abhaben? Dann suchen Sie sich ein ge­mütliches Plätzchen und schmökern in unserem ­Dossier. Wir zeigen Ihnen, wie Sie erfolgreich Hygge in Ihr Leben holen!

Hygge-Crashkurs


Tipp: Sternschnuppen beobachten! In den Tagen um den 12. August erreichen die Perseiden, ein jährlich wiederkehrender Meteorschauer, ihren Höhepunkt. Da die beste Beobachtungszeit für die Sternschnuppen in der zweiten Nachthälfte liegt, machen Sie es sich im Garten gemütlich: Decken auslegen, Geschichten erzählen und nicht vergessen, sich etwas zu wünschen, wenn die Sternschnuppen über den Himmel fliegen.

Wie sieht so ein hyggeliges Leben eigentlich in der Praxis aus? Wie werden wir zu Hygge-Experten? Wir haben eine kleine Anleitung für Sie.

Gemütlichkeit

Probier’s mal mit Gemütlichkeit, denken sich die Dänen wie schon Balu der Bär. Tolle Idee! Den Alltag einfach mal beiseiteschieben und sich aufs Schöne im Hier und Jetzt konzentrieren – das ist die positive hyggelige Grundhaltung.

Natur

Raus ins Freie, frische Luft genießen und Sonnenschein tanken – das macht gute Laune und belebt Körper und Geist! Schon ein kleiner Spaziergang kann entspannen und negative Gedanken verstummen lassen. Nehmen Sie sich die Zeit!

Geselligkeit

Zeit mit Menschen verbringen, bei denen wir ganz entspannt sind und einfach wir selbst sein können, das ist die Hygge-Komfortzone. Hyggelig leben heißt, unseren Lieben Raum in unserem Leben zu geben und gemeinsam etwas zu unternehmen.

Work-Life-Balance

Da könnte man neidisch werden: Ein typischer dä­nischer Arbeitstag beginnt um acht Uhr morgens und endet gegen sechzehn Uhr, freitags geht es noch früher ins Wochenende. Überstunden sind in Dänemark unüblich – wer länger bleibt, dem wird eher ein schlechtes Zeitmanagement unterstellt. Nach der ­Arbeit bleibt Zeit für die Familie und Hobbys. So lässt es sich leben!

Gutes Essen

Richtig lecker essen, das ist zum Hyggelig-Sein ganz wichtig! Wer sich im Alltag auch mal mit Seelenfutter belohnt, statt Kalorien zu zählen, setzt Glückshormone frei. Gönnen Sie sich also ein Stück Torte, backen Sie zusammen einen Kuchen und genießen Sie Wohlfühl­essen ohne Reue.

Unterwegs sein

Campen, ein Roadtrip, Sternschnuppen beobachten, Wildblumen pflücken im Wald – es sich unterwegs ­gut gehen lassen kann man nicht nur auf einer Luxusyacht oder im Fünf-Sterne-Resort in der Karibik, sondern mit ganz einfachen Mitteln, die nicht viel (oder gar nichts) kosten! Schnappen Sie sich Ihre Liebsten und los geht’s zum hyggeligen Abenteuer!

Die 7-Tage-Hygge-Challenge

  • Montag: Treffen Sie sich mit Freunden auf ein leckeres Stück Kuchen in Ihrem Lieblingscafé.
  • Dienstag: Machen Sie es sich in einem Sessel oder aufeiner Gartenliege mit einem guten Buch bequem.
  • Mittwoch: Kochen Sie mit Freunden oder der Familie Ihr ultimatives Wohlfühlessen.
  • Donnerstag: Raus in die Natur! Machen Sie einen wohltuenden Waldspaziergang.
  • Freitag: Fredagshygge heißt es heute: Zeit für einen gemütlichen Grill- oder Filmabend mit den Liebsten.
  • Samstag: Backen Sie Ihren Lieblingskuchen und laden die Familie zum Kaffeetrinken ein.
  • Sonntag: Verbringen Sie den ganzen Tag in Ihrer Hyggebukser, Ihrer bequemsten Pyjamahose, und lassen Sie das Handy ausgeschaltet. Einfach faul sein ist heute die Devise!

Hjemmehygge – Hygge zu Hause


Eine hyggelige Einrichtung ist ganz auf Wohlfühlen und Gemütlichkeit ausgelegt: Naturmaterialien, sanfte Pastelltöne, viele kuschelige Decken und ein paar sorgfältig ausgesuchte Lieblingsstücke. Wir haben Tipps, wie Sie die nordische Entspanntheit in Ihr Zuhause holen.

Wohlfühlort der Dänen ist übrigens die Hyggekrog: eine gemütliche Ecke der Entspannung und des Wohlfühlens. Das kann zum Beispiel eine kleine Leseecke sein oder ein Sitzplatz am Fenster.

Naturmaterial Holz

Natürlicher einrichten geht kaum: Holz ist eines der Lieblingsmaterialien der Dänen, wenn es darum geht, das Zuhause zum Wohlfühlort zu machen. Die Verbindung zur Natur wird durch Möbel und Accessoires aus Holz geschaffen. Auch die Haptik ist wichtig: Über einen Holzfußboden gehen, über eine Holztischplatte streichen – fühlt sich einfach gut an!

Frisch aus der Natur

Alles, was die Natur so hergibt, landet in Dänemark gerne als Deko in der Wohnung: Blumen, Zweige oder schöne Kieselsteine werden beim Spaziergang gesammelt und sorgen in den eigenen vier Wänden für eine natürliche Atmosphäre. Hier können Sie sich kreativ austoben und das Gefundene in Vasen, Schalen oder auf Dekotellern drapieren. Zimmerpflanzen sollten Sie ebenfalls ein Zuhause geben – Natur pur!

Weich, weicher, hyggelig

Was auch nicht fehlen darf: Decken und Kissen en masse. Auch Teppiche müssen den Wohlfühltest bestehen und angenehm weich sein, wenn Sie barfuß darüberlaufen. Von Bettwäsche gar nicht zu reden: Falls Sie aus Ihrem Bett nicht mehr rauswollen, weil es so gemütlich ist – gut so!

Gemütliches Leuchten

Dänen legen sehr viel Wert auf die richtige Beleuchtung! Ein warmes, gemütliches Leuchten, viele kleine Lichtquellen – so fühlen sich Dänen wohl. Am liebsten zünden sie Kerzen an, im Wohnzimmer, Schlafzimmer, Esszimmer, kurz: überall. Kaum verwunderlich also, dass die Dänen beim Kerzenverbrauch euro­pä­ische Spitzenreiter sind!

Design mit Augenzwinkern

Seit einigen Jahren erleben Dekostücke „made in Denmark“ ein großes Revival: Kein Wunder, zaubern der Hoptimist von Hans Gustav Ehrenreich oder der Holzaffe von Kay Bojesen doch direkt ein Lächeln ins Gesicht. Für ein hyggeliges Gefühl im Zuhause dürfen diese niedlichen Mit­bewohner nicht fehlen!

Ein hyggeliger Sommertag


Der Sommer ist die perfekte Zeit, um einen hyggeligen Tag mit Freunden oder der Familie zu verleben. Morgens ein ausgedehntes Frühstück auf der Terrasse, mittags ein
Picknick am See und abends ein Sommerfest mit Lagerfeuer und Sternschnuppen-Romantik – so muss der Sommer sein!

Morgens

Die Dänen lieben es, im Sommer möglichst viel Zeit im Freien und in der Natur zu verbringen. Beginnen Sie den Tag mit einer kleinen Joggingrunde und erfreuen Sie sich dabei am Sonnenaufgang. Genießen Sie den Augenblick, atmen Sie bewusst und seien Sie ganz im Hier und Jetzt. Auch das ist Hygge.

Wie wäre es nach einer erfrischenden Dusche mit einem ausgedehnten Frühstück? Laden Sie doch einfach mal Ihre Nachbarn dazu ein. Jeder bringt etwas mit und alle sitzen gemütlich zusammen, während die Kinder spielen. Auf den Tisch kommen typisch dänische Spezialitäten wie helle, weiche Brötchen, fruch­tige Marmeladen, gesalzene Butter, Blauschimmelkäse und Ymer, ein joghurt­ähnliches Sauermilchprodukt.

Tipp: Gestalten Sie liebevolle Einladungen für Ihre Freunde, zum Beispiel mit getrockneten Blumen, und schreiben Sie diese mit der Hand. Nehmen Sie sich ganz bewusst Zeit dafür und personalisieren Sie jede Einladung – so bleibt eine schöne Erinnerung an einen besonderen Tag.

Tipp: Typisch hyggelig ist es auch, mit dem Fahrrad zum Picknick zu fahren. Genießen Sie das stress­freie und positive Lebensgefühl beim Radfahren, statt genervt im Stau zu stehen.

Mittags

Spätestens am Nachmittag hält uns nichts mehr drinnen – Zeit für ein Picknick mit der ganzen Familie und guten Freunden. Treffpunkt ist der Garten, der Park oder der Badesee im Wald.

Kleine Packliste: Decken, Kissen, Hand­tücher, Sonnenschirm, Sonnencreme, Krimis von Jussi Adler-Olsen und Leif Davidsen, Legosteine
Essen & Trinken: Kartoffelsalat, Käsewürfel, Würstchen, Wraps, Erdbeeren, Kekse; eine Kühltasche mit Fruchtsaftschorle für die Kleinen und mit Carlsberg für die Großen

Abends

Am Abend des 23. Juni, des Johannistags, wird in ganz Däne­mark „Sankt Hans Aften“ gefeiert. Bei dem Mittsommerfest werden an der dänischen Küste viele große Lagerfeuer entzündet, bei denen eine Stroh­hexe in Brand gesetzt wird. In den Städten gibt es öffentliche Feiern in Parks. Nehmen Sie diese besondere Nacht als An­lass für Ihr Sommerfest – und tanzen, essen und trinken Sie mit Ihren Freunden, während die Sonne bis spätabends strahlt.

In lauen Sommernächten gehört ein Lagerfeuer dazu. Es ist wunderbar hyggelig, gemeinsam Lieder am Feuer zu singen und Stockbrot zu machen. Ein alter Brauch besagt übrigens, dass Paaren, die Händchen haltend über das Feuer springen, eine lange und glück­liche Liebe bevorsteht.

Vorbereiten: Geeigneten Untergrund suchen, am besten Erde oder Sand. Einen Ring aus Steinen bauen und brennbares trockenes Material (Reisig, Papier, Blätter) mit Ästen in der Mitte anhäufen.
Anfachen: Einen kleinen Ast entzünden, sobald dieser brennt, unter den Haufen schieben und ständig für Nachschub
sorgen.
Löschen: Immer einen Eimer mit Wasser bereithaben oder das Feuer mit Sand löschen.

DIY-Blumenkranz

Sie brauchen: eine blühende Sommerwiese

Und so geht’s: Für einen Blumenkranz ca. 40 bunte Blumen mit langen Stängeln pflücken. Die Stiele der ersten drei Blumen werden ein paar Mal mit­einander verflochten. Zwischen eine der Flechtöffnungen kommt nun die nächste Blume, die wieder vier, fünf Mal miteingeflochten wird. Darauf folgt die nächste Blume, die auch durch eine Flechtöffnung gezogen wird. Ist die perfekte Länge für einen Kranz erreicht, werden die letzten Blumenstängel bis zum Ende geflochten und mit einem Grashalm mit den ersten Blumen zusammengebunden.

Tipp: Alternativ kann ein Blumenkranz auch aus Draht gewickelt werden, auf den die Blumen dann gebunden werden.