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mio, mein Globus-Magazin

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Work-Life-Balance: Mehr Zeit für mich – so geht’s!

Fühlen Sie sich auch manchmal wie das hastige Kaninchen aus Alice im Wunderland? Obwohl sie enorm wichtig ist, um Stress abzubauen und Energie zu tanken, bleibt Zeit für uns selbst meist auf der Strecke. Wir geben Tipps, um etwas daran zu ändern!

Work-Life-Balance: Mehr Zeit für mich – so geht’s!

Fühlen Sie sich auch manchmal wie das hastige Kaninchen aus Alice im Wunderland? Obwohl sie enorm wichtig ist, um Stress abzubauen und Energie zu tanken, bleibt Zeit für uns selbst meist auf der Strecke. Wir geben Tipps, um etwas daran zu ändern!

Sie lesen gern, sind dafür aber oft zu müde? Weil Job, Haushalt und Lebensorganisation viel Einsatz und Aufmerksamkeit fordern, fehlt leider manchmal die Energie für die schönen Dinge des Lebens. Dass es zwischen Alltag und Arbeit an Zeit für uns selbst mangelt, ist unter anderem dem modernen Zeitgeist geschuldet: Alles soll effizient und schnell verfügbar sein, nichts darf lange dauern. Zudem haben wir heute viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten, sind ständig erreichbar und möchten allem gerecht werden, dabei locker und entspannt sein und überhaupt alles mit links erledigen. Unser Perfektionismus verbietet es, Zeit scheinbar ungenutzt verstreichen zu lassen.

Von drinnen den Regen beobachten, ausgiebig baden oder auf der Couch dösen ist für viele verschwendete Zeit. Paradoxerweise ist die Sehnsucht nach einer größeren Auszeit ungebrochen – den Jahresurlaub nehmen, einfach aussteigen, ein Sabbatical machen. Work-Life-Balance ist das Stichwort. Es wird immer populärer, beruflich kürzer zu treten: Wer kann, verdient lieber weniger Geld und hat dafür mehr Zeit. Eine realistische Lösung für alle ist das nicht – es gilt, andere Wege zu finden.

Mehr Zeit: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Dauerhafter Stress ist anstrengend und hinterlässt Spuren. Zeit für sich selbst zu haben, ist darum ein Luxusgut, das sich jeder von uns leisten sollte. Wie viel man braucht, ist unterschiedlich. Ebenso unterschiedlich wie die Bedürfnisse: Der eine möchte Zeit zum Nachdenken und Entspannen, die andere vor allem zum Auspowern und Ablenken. Wenn wir tun können, was wir tun wollen, macht uns das zufriedener, freier und selbstbestimmter.

Um mehr Zeit zu gewinnen, sollten Sie zunächst Ihre Prioritäten überdenken. Glaubt man der Forschung, können wir uns über zu wenig Freizeit nämlich nicht beklagen: Laut der Stiftung für Zukunftsfragen stehen uns im Schnitt fast vier Stunden pro Tag zur freien Verfügung – und da sind Putzen, Kochen und Kinder versorgen schon abgezogen. Und doch haben viele das Gefühl, zu wenig Freizeit zu haben. Für den Freizeitmonitor 2016 hat die Stiftung ermittelt, dass Fernsehen, Radiohören, Telefonieren und die Internetnutzung die häufigsten regelmäßigen Aktivitäten sind. Wer häufiger darauf verzichtet, gewinnt also Zeit für andere Dinge.

Ebenso gehört es dazu, auch mal Nein zu sagen, Verpflichtungen abzugeben und bestimmte Aktivitäten einzuschränken. Unser Vorschlag – setzen Sie sich lieber erst mal kleine Ziele für die nächsten Wochen: Endlich den neuen Roman lesen, regelmäßig joggen gehen oder den Tag mit einer Tasse Tee und schöner Musik ausklingen lassen. In unserem Dossier erfahren Sie, wie andere mit der Zeit umgehen. Außerdem finden Sie Tipps, um mehr Zeit zu gewinnen und sie intensiver zu genießen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern!

Welcher Freizeittyp sind Sie?

Frei, freier, Freizeit! Wie wir diese gestalten, ist typabhängig. Natürlich ist niemand zu 100 Prozent einem bestimmtem Charakter zuzuordnen, aber es lassen sich klare Tendenzen erkennen. Schauen Sie mal, wo Sie sich wiederfinden!

Die Erholungsuchende
Wo viele Menschen sind, ist sie garantiert nicht zu finden: Die Erholungsuchende ist am liebsten allein und zieht ruhige Fernsehabende jedem Partybesuch vor. Unruhe, Stress und Lärm kann sie nicht ausstehen. Da sie zur Melancholie und zum Einigeln neigt, sollte sie nicht vergessen, Freundschaften und Kontakte zu pflegen. Es schadet auch nicht, hin und wieder über den eigenen Schatten zu springen und etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht ist ein Sprachkurs in kleiner Runde eine nette Abwechslung zur Alleinzeit.

Die Technikerin
Ihre Mails beantwortet sie schon beim Frühstück, unterwegs ist sie am Telefonieren oder checkt neue Posts bei Facebook und Instagram. Im Hintergrund lässt sie sich von Radio oder TV berieseln, um immer auf dem Laufenden zu sein. Die Mediennutzerin will auf keinen Fall etwas verpassen und vergisst dabei manchmal die (reale) Welt um sich herum. Um runterzukommen, sollte sie öfter mal Technik Technik sein und die Schnelllebigkeit der Medien hinter sich lassen. Bei Spaziergängen in der Natur kann sie Entschleunigung erfahren und lernen, sich wieder auf ihre Umwelt, den Moment und sich selbst zu konzentrieren.

Die Vielseitige
Drei verschiedene Sportkurse, Singen im Verein, 45-Stunden-Woche? Kein Problem für die Vielseitige. Sie ist überall dabei, engagiert sich bei den verschiedensten Aktionen und ist immer auf Achse. Gebraucht zu werden, ist ihr enorm wichtig. Sie pflegt ihr großes Netzwerk und hilft, wo sie kann. Sich und ihrem Körper zwischendurch etwas Ruhe und Erholung zu gönnen, bleibt dabei auf der Strecke. Sie sollte lernen, sich Auszeiten zu nehmen und sich mehr wertzuschätzen – egal wie viel sie für andere tut.

Was bedeutet Zeit für mich?

Zeit für sich selbst nutzt jeder auf unterschiedliche Weise: Drei mio-Leser geben uns einen persönlichen Einblick.

Seit ich Mutter geworden bin, hat sich mein Leben komplett verändert – und damit die Zeit, die ich für mich alleine habe. Ich denke gerne an die Studienzeit zurück, in der ich im Sommer stundenlang mit Freunden im Park lag und einfach den Moment genossen habe. Jetzt habe ich manchmal Zeit für mich, aber sie ist viel durchgeplanter. Ich möchte die kinderfreie Zeit immer sinnvoll nutzen und packe dadurch oft zu viel in die freien Stunden. So kann es passieren, dass ich am Ende sogar gestresster bin als vorher. Freie Zeit bewusst für mich zu nutzen, muss ich erst wieder lernen – ebenso wie sie einzufordern und Verwandte um Unterstützung zu bitten. Auch wenn ich gerne Freunde treffe, liebe ich es, in Ruhe ein gutes Buch zu lesen und einfach mal für mich zu sein.

Anke Helène, 30

Bernward Bertram, 42

Durch meine Arbeit als Bildjournalist, als dreifacher Familienvater und mein ehrenamtliches Engagement bei der freiwilligen Feuerwehr ist mein Zeitkontingent nahezu ausgeschöpft. Zeit für mich muss ich mir bewusst gönnen und nehmen. Ich genieße es, Sport zu treiben, morgens schon früh die Laufschuhe anzuziehen und eine Runde durch die Felder zu laufen. Meine große Leidenschaft ist das Rennradfahren. Dafür möchte ich mir in Zukunft wieder mehr Zeit nehmen – als Ausgleich zum sonst recht turbulenten Alltag und um die Zeit für mich zu haben, mal richtig abzuschalten und aufzutanken. Dafür entfällt dann der ein oder andere gemütliche Abend auf der Couch. Dabei auf das Fernsehen zu verzichten, ist allerdings kein Verlust, da das „Zappen“ durch die Programme für mich ohnehin verschwendete Zeit ist.

Nach langem Überlegen und Rechnen habe ich vor Kurzem meine Arbeitszeit reduziert, um mehr Zeit für mich zu haben. In meinem Job herrscht oft Trubel und es wird viel geredet, da brauche ich privat einen Ausgleich. Deshalb kann ich beim Lesen und Werkeln zu Hause am besten runterkommen und mich erholen. Genauso gern mache ich aber etwas mit Freunden – ob spazieren gehen, sonntags ins Jazzcafé gehen oder einfach gemütlich einen Kaffee trinken. Anschlusstermine versuche ich zu vermeiden, damit Raum für Spontaneität bleibt. Längere Auszeiten sind dagegen leider nicht so oft drin. Ich würde gern mal wieder einen Wochenendtrip mit einer Freundin machen, am liebsten in ein Wellnesshotel mit vielen Saunagängen und schönen Wanderungen.

Jutta Kaul, 54