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Akne im Jugendalter

Fast jeder Jugendliche ist davon betroffen: Erfahren Sie mehr über Symptome und Therapieformen.

Akne im Jugendalter

Besonders in der Pubertät tritt Akne häufig auf. Rechnet man milde Formen mit, so ist fast jeder Jugendliche davon betroffen, Jungen meist schwerer als Mädchen. Dr. Laurianne Huver erläutert Symptome und Therapieformen.

Die Akne ist eine multifaktorielle hormonabhängige Erkrankung des Talgdrüsen-Haarfollikel-Komplexes. Sie tritt besonders in der Pubertät auf und hat mit 17 Jahren ihren Häufigkeitsgipfel. Bei 30 Prozent der Betroffenen verläuft die Akne so schwer, dass sie medizinisch behandelt werden muss. Bei etwa zehn Prozent bleiben auch noch nach dem 25. Lebensjahr Beschwerden.

Nach dem Auftreten des Lebensalters unterscheidet man:

  • Akne des Neugeborenen (Acne neonatorum), meist an den Wangen
  • Akne bei Kindern (Acne infantum) zwischen dem 3. und 12. Monat, auch betont an den Wangen
  • Akne des Jugendlichen (Acne vulgaris)
  • Akne des Erwachsenen (Acna tarda), vorwiegend bei Frauen über 25, meist Kinn und Rücken

AKNE VULGARIS


Ursachen

  • Genetische Disposition
  • Ernährung (z. B. Milchprodukte)
  • Medikamente (wie zum Beispiel Kortison, Psychopharmaka, Neuroleptika etc.)
  • Stress
  • Falsche Anwendung von Kosmetika

Beschwerden

Akne vulgaris tritt vor allem im Gesicht (besonders an Stirn, Wangen und Kinn), im Dekolleté und am oberen Rücken auf. Man unterscheidet mehrere Formen, die sich durch typische Hautveränderungen erkennen lassen:

1. Leichte Akne: Bei Acne comedonica ist die Haut fettig und übersät mit vielen Mitessern ohne nennenswerte Entzündungen (Eiterpickel). Diese treten hauptsächlich im Gesicht auf, vor allem an Stirn, Kinn und seitlichem Nasenbereich.

2. Mittelschwere Akne: Irgendwann überwiegen größere Knötchen, teilweise mit Eiterbildung, die sich sowohl im Gesicht als auch auf Brust, Rücken und Oberarme verteilen. Aus den entzündeten Pusteln entstehen unterschiedliche Narbentypen. Diese Form wird Acne papulopustulosa genannt.

3. Schwere Akne: Bei der sogenannten Akne conglobata handelt es sich um eine sehr schwere Form mit knotigen, tiefen, teils eitrigen Entzündungen und schmerzhaften Knoten. Meist sind Jungen betroffen. Nachdem die Entzündungen abgeheilt sind, bleiben immer Narben zurück.

Therapie

Allgemeine Tipps:
Die Haut sollte mit milden Syndets zweimal am Tag gewaschen werden. (Syndets sind seifefreie Waschgels oder Waschstücke, die den Säureschutzmantel der Haut schonen.) Es sollten keine zu fettigen Grundlagen bei der Pflege verwendet werden (z. B. Salben). Pickelquetschen sollte unbedingt vermieden werden. Man sollte eine sog. professionelle „Aknetoilette“ durchführen lassen. Hier werden geschlossene Komedone (Mitesser) mit einer feinen sterilen Kanüle eröffnet und so der Inhalt entleert.

Lokale Therapie:
Die Behandlungsmöglichkeiten der lokalen Aknetherapie richten sich immer nach dem Ausprägungsgrad der Akne sowie den individuellen Gegebenheiten des Patienten. Meist wird dem betroffenen Jugendlichen eine sogenannte Basisbehandlung mit Benzoylperoxid (BPO) empfohlen, welches gegen Mitesser, Bakterien und die Entzündung wirkt. Beim Auftragen sind die Augen, Nasenlöcher und die Lippen auszusparen, da BPO die Schleimhäute reizt. Augenbrauen, Kopfhaare, Barthaare und Textilien können beim Kontakt mit BPO ausbleichen. Ähnlich wirkt die verschreibungspflichtige Azelainsäure. Reagiert die Haut empfindlich auf die Azelainsäure, ist das Präparat zunächst nur jeden zweiten Tag anzuwenden.

Des Weiteren gibt es die Behandlungsmöglichkeit der aus der Vitamin-A-Säure gewonnenen Präparate (Retinoide), vor allem das wenig reizende Adapalen (als Creme oder als Gel). In hartnäckigen Fällen kann das – allerdings anfänglich stark reizende – Tretinoin (Vitamin-A-Säure) versucht werden. Bei allen Präparaten wird von einer Anwendung während der Schwangerschaft oder Stillzeit abgeraten. Retinoide haben den Nachteil, dass sie die Haut lichtempfindlicher machen. Deshalb werden sie am besten abends aufgetragen. Zusätzlich muss auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. Retinoide werden häufig auch in Kombination mit BPO eingesetzt.

Bestehen entzündliche Hautveränderungen und Pusteln, die sich mit den genannten Therapien nicht bessern, kombiniert man antibiotikahaltige Cremes mit den oben aufgeführten Behandlungsoptionen, vor allem mit Erythromycin oder Clindamycin (diese gibt es als Fertigpräparate).

Systemische Therapien:
Die Behandlung mit systemischen Antibiotika kann kurzfristig bei stark eitrigen Formen in Betracht gezogen werden (< drei Monate). Bei der schweren entzündlichen Akne oder der Akne conglobata haben wir außerdem die Möglichkeit der Therapie mit Isotretinoin. Die Therapie dauert im Schnitt sechs Monate und bedarf einer regelmäßigen Blutkontrolle alle vier Wochen. Während dieser Therapiedauer muss sichergestellt werden, dass es zu keiner Schwangerschaft kommt.

Aknenarben verschwinden nach Abheilen der Akne nicht von selbst – es gibt aber gute Behandlungsmethoden.

Aknenarben

Durch dauerhafte Entzündungen und schlecht abgeheilte Pickel entstehen Aknenarben. Häufiges Ausdrücken der Pickel und eine falsche Behandlung verschlimmern die Entzündung und begünstigen das Entstehen von Narben. Die Aknenarben verschwinden nach Abheilen der Akne nicht von selbst. Allerdings lassen sie sich relativ gut behandeln.

Methoden:
1. Peelings: Fruchtsäure, Salicylsäure und Trichloressigsäure (um nur einige zu nennen)
2. Microneedling ist ein Verfahren, bei dem kleine Nadeln mit einer fest definierten Eindringtiefe (0,3–2 mm) in die Haut verwendet werden. Die Haut wird vorher mit einer Creme betäubt.
3. Lasertherapien

LAURIANNE HUVER ist niedergelassene Hautärztin in Dillingen/Saar. Sie hat in Aachen Humanmedizin studiert und war anschließend in der dortigen Universitätsklinik tätig. Mehr Informationen finden Sie auf Laurianne Huvers Homepage www.huver-dermatologie.de

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

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