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Im Football-Fieber

Fakten über Teams und Liga und wie die komplexe Sportart Football funktioniert, erfahren Sie hier.

Im Football-Fieber

Football zieht Millionen von Menschen in seinen Bann. Das alljährliche Endspiel ist das größte Sportereignis der Welt und elektrisiert schon weit im Vorfeld die Massen. Partys, bei denen gemeinsam Football geschaut wird, findet man auch in Deutschland vielerorts. Für alle, die nicht wissen, wie diese Sportart funktioniert, bringen wir etwas Licht ins Dunkel. Und auch wer schon einige Spiele verfolgt hat, lernt zu dieser komplexen Sportart immer noch neue, spannende Fakten kennen.

So funktioniert American Football

Ein Football-Spiel dauert vier Viertel à 15 Minuten. Zu diesen 60 Minuten kommen die Halbzeitpause nach zwei Vierteln sowie diverse Spielunterbrechungen und Time-outs hinzu – so summiert sich die Spielzeit einer Partie gerne mal auf bis zu drei Stunden. Auf einem 100 Yards (91,44 Meter) langen Spielfeld aus Rasen oder Kunstrasen stehen sich immer elf Spieler der Offensive und elf der Defensive gegenüber. Das Ziel ist es, den Ball in die gegnerische Endzone zu bringen und einen Touchdown zu erzielen. Das passiert schrittweise – die ballbesitzende Offensive hat vier Versuche, um mindestens 10 Yards auf dem Spielfeld zurück zu legen. Schafft sie das, gibt es vier neue Versuche. Scheitert sie, erhält der Gegner den Ball.

Das Spielfeld beim Amercian Football ist 100 Yards, umgerechnet also 91,44 Meter lang . Es besteht meist aus Rasen oder Kunstrasen.

Die Spielzüge und Laufwege sind von den Trainern genau durchgeplant und im sogenannten Playbook aufgelistet. Der Quarterback – der Spielmacher – versucht die vom Trainer angesagten Spielzüge mit seinen zehn Mitspielern umzusetzen. Dabei wird der Ball entweder geworfen oder es wird mit ihm gelaufen. Die Defensive versucht den Raumgewinn zu verhindern. Bringt die Offensive den Ball in die gegnerische Endzone, ist das ein Touchdown – sie bekommt sechs Punkte plus einen Extrapunkt, wenn der Ball beim anschließenden Schuss (Kick) durch die Pfosten des Tores hinter der Endzone fliegt (Point after Touchdown). Wenn die Defensive erfolgreich den Zehn-Yard-Raumgewinn verhindert, gibt die Offensive den Ball mit einem Kick (Punt) zurück oder versucht – wenn sie nah genug am gegnerischen Tor ist – ein Field Goal zu erzielen, das drei Punkte Wert ist. Die Defensive kann punkten, wenn sie einen gegnerischen Spieler mit dem Ball in dessen Endzone zu Fall bringt (Safety – zwei Punkte) oder einen geworfenen Ball abfängt (Interception) und mit ihm in die gegnerische Endzone läuft.

Teams und Positionen

Eine Mannschaft darf einen aktiven Kader von 53 Spielern haben, aus dem zu einem Spiel wiederum 46 benannt werden. Bei jedem Spielzug steht eine Formation von elf Sportlern auf dem Feld. Es wird in Offense, Defense und Special Teams unterschieden.

Positionen und Aufgaben der jeweiligen Akteure


Die offensiven Positionen

Quarterback: Der Spielmacher des Angriffs, der bei jedem Spielzug den Ball bekommt und ihn zu seinen Wide Receivern werfen oder dem Running Back übergeben kann. Auch selbst mit dem Ball laufen ist eine Option.

Wide Receivers: Sie fangen die Pässe des Quarterbacks und tragen den Ball dann möglichst weit Richtung Endzone – meistens die schnellsten Spieler des Teams.

Running Back: Der Ballträger, der sich nach Übergabe oder Pass des Quarterbacks seinen Weg durch die gegnerische Verteidigung bahnt. Eine Form des Running Backs ist der Halfback oder Tailback, der je nach Formation hinter Quarter- und Fullback steht.

Fullback: Ein Ballträger, der selten den Ball bekommt, sondern dem Running Back den Weg durch die Verteidigung freiblockt.

Tight End: Dieser Spieler hat unterschiedliche Aufgaben. Er kann sowohl Bälle fangen als auch Verteidiger blocken.
Offensive Line (Guards und Tackles): Die Spieler der Angriffslinie halten die Verteidiger vom Quarterback fern oder dem Ballträger beim Laufspiel den Raum frei.

Center: Der mittlere Spieler der Angriffslinie bringt bei jedem Spielzug den Ball zwischen seinen Beinen hindurch zum Quarterback (Snap) und übernimmt dann die gleichen Aufgaben wie die Spieler der Offensive Line.


Die defensiven Positionen

Defensive Tackles (Defensive Line): Die inneren Spieler der Verteidigungslinie sollen den Quarterback unter Druck setzen oder sogar zu Fall bringen (Sack) oder den gegnerischen Ballträger aufhalten.

Defensive Ends (Defensive Line): Die äußeren Spieler der Verteidigungslinie attackieren ebenfalls den Quarterback und versuchen, den Ballträger zu stoppen.

Linebackers: Die Spieler der zweiten Verteidigungslinie haben die Aufgabe, sowohl den Ballträger beim Laufspiel zu stoppen als auch das Passspiel zu verteidigen. Manchmal setzen auch sie den Quarterback unter Druck (Blitz).

Cornerbacks: Die äußeren Passverteidiger spielen gegen die gegnerischen Wide Receiver.
Safeties: Die inneren Passverteidiger bilden die letzte Reihe der Defensive.


Die Special Teams

Spieler, die ausschließlich für spezielle Aufgaben aufs Feld kommen, gehören zu den Special Teams. Der Kicker hat die Aufgabe, Field Goals zu erzielen und führt den Kick-off aus. Der Punter kommt zum Einsatz, wenn dessen Team in der Offensive gescheitert ist und den Ball abgeben muss. Er befördert den Ball mit einem Kick so weit wie möglich nach vorne. Der Punt Returner fängt den Ball beim Punt des generischen Teams. Er kann entscheiden, ob er den Ball nur fängt (Fair Catch) – er darf dann nicht attackiert werden – oder ob er versucht, möglichst viele Yards mit ihm zu erlaufen. Der Kick Returner hat ebenfalls die Aufgabe, den Ball nach dem Fangen möglichst weit nach vorne zu tragen. Er kommt nach einem Kick-Off zum Einsatz – also zu Beginn jedes Viertels sowie nach einem Touchdown. Der Long Snapper ist ein Spezialist für längere Würfe zum Quarterback, die zwischen den Beinen hindurch ausgeführt werden.

Der Modus in der NFL

Die populärste Football-Liga und zugleich umsatzstärkste Sportliga der Welt ist die US-amerikanische National Football League (NFL). Diese besteht aus 32 Teams, die sich von September bis Februar duellieren. Bis zum Endspiel ist es ein weiter und komplizierter Weg. Es gibt zwei Konferenzen mit jeweils 16 Mannschaften: die American Football Conference (AFC) und die National Football Conference (NFC). Beide sind noch einmal unterteilt in vier Divisionen (Nord, Ost, Süd, West) mit je vier Teams. Die reguläre Saison hat 17 Spieltage. Jedes Team hat einmal spielfrei, sodass pro Mannschaft zunächst 16 Saisonspiele anstehen.

Die US-amerikanische National Football League (NFL) ist die populärste Football-Liga und zugleich umsatzstärkste Sportliga der Welt.

Für die darauffolgenden Playoffs, die ab Januar ausgespielt werden, qualifizieren sich die acht Divisions-Sieger und die zwei Teams jeder Conference mit der besten Sieg-Niederlagen-Bilanz, die nicht Divisions-Sieger geworden sind (Wildcard-Teams). Bedeutet: zwölf Playoff-Teilnehmer, sechs pro Conference.

Die zwei jeweils besten Mannschaften aus AFC und NFC überspringen die erste Playoff-Runde (Wildcard-Round). In dieser Runde treffen die an Platz 3 und 4 gesetzten Divisions-Sieger auf je eines der Wildcard-Teams. Die Sieger spielen danach gegen die zwei wartenden Top-Mannschaften in der Divisional-Round. Die nächste Runde bilden die Halbfinals, auch Conference-Finals genannt. Die Gewinner dürfen sich als bestes Team ihrer Konferenz bezeichnen und treten in einem Finale um die Vince Lombardi Trophy gegeneinander an.

„Was kommentieren die denn da?“


Football-Vokabeln zum Nachlesen

Wer zum ersten Mal Football schaut, fragt sich schnell, was die ganzen englischen Begriffe bedeuten, mit denen die Reporter so um sich werfen. Hier eine kleine Übersicht wichtiger Vokabeln:

Complete Pass: Ein Pass, der aus der Luft gefangen und sicher festgehalten wird.

Incomplete Pass: Ein Pass, der den Boden berührt, bevor er vom Empfänger gefangen und kontrolliert wird – zieht keinen Ballverlust nach sich.

Delay of Game: Spielverzögerung – wird mit Raumverlust bestraft.

Drive: Summe der Spielzüge einer kompletten Angriffsserie, bevor der Gegner wieder in Ballbesitz ist.

False Start: Eine verfrühte vertikale Bewegung eines Offensive-Spielers. Vor dem Snap darf sich nur ein Spieler parallel zur Line of Scrimmage bewegen.

First Down: Der erste der vier Versuche, die die Offensive zur Verfügung hat, um die zehn Yards Raumgewinn zu erzielen.

Flag: Wenn ein Foul vorliegt, werfen die Schiedsrichter eine Flagge auf das Feld.

Fumble: Fallenlassen des Balls, wenn der Träger bereits die Kontrolle darüber hatte – hervorgerufen durch Herausrutschen oder -schlagen.

Handoff: Direkte Ballübergabe ohne Wurf.

Holding: Foul, bei dem ein Spieler festgehalten wird, der nicht im Ballbesitz ist. Bei einem Holding eines Offensivspielers gibt es eine Raumstrafe von zehn Yards, bei einem solchen Verstoß der Defensive wird dem Gegner fünf Yards Raumgewinn und ein automatisches First Down zugesprochen.

Line of Scrimmage: Imaginäre Linie, die vor jedem Spielzug neu festgelegt wird. Hier stellen sich die Mannschaften gegenüber auf, bevor der Ball wieder ins Spiel gebracht wird.

Huddle: Ansammlung der Spieler eines Teams, in der der Quarterback den nächsten Spielzug vorgibt.

Out of Bounds: Bereich außerhalb des Spielfelds – das klassische Aus.

Play Action: Ein Passspiel, das mit einem Laufspiel angetäuscht wird.

Pocket: Die „Tasche“ wird von den Offensive-Line-Spielern gebildet, um den Quarterback vor den Attacken der Verteidiger abzuschirmen und ihm möglichst viel Zeit zu verschaffen.

Time-out: Auszeit – jede Mannschaft darf pro Halbzeit drei Time-outs nehmen.

Two-Minute Warning: Zwei Minuten vor dem Ende jeder Halbzeit signalisiert der Schiedsrichter das bevorstehende Ablaufen der Spielzeit. Das Spiel wird unterbrochen – eine zusätzliche Auszeit sozusagen.

Two-Point Conversion: Die Möglichkeit, nach einem Touchdown mit einem weiteren Spielzug zwei Extrapunkte zu erzielen. Dafür muss aus zwei Yards Entfernung noch einmal die Endzone erreicht werden.

Erfolgreichste Teams in der NFL-Geschichte

Vorjahressieger sind die New England Patriots – mit Star-Quarterback Tom Brady auch in dieser Saison wieder einer der Favoriten. Sie teilen sich den Rekord von sechs Finalsiegen mit den Pittsburgh Steelers. Mit fünf Siegen folgen die Dallas Cowboys und San Francisco 49ers. Viermal gewannen die Green Bay Packers und die New York Giants die begehrte Vince Lombardi Trophy. Rechnet man die NFL-Meisterschaftsspiele vor 1966 mit ein, sind die Green Bay Packers mit 13 Titel das erfolgreichste Team in der NFL-Geschichte.

Die New England Patriots – mit Star-Quarterback Tom Brady – gehören auch in dieser Saison wieder zu den Favoriten.

Spannende Facts über das NFL-Finale:

Zwei deutsche Spieler gab es bisher in siegreichen Teams: Zum einen Markus Koch im Jahr 1988 im Dress der Washington Redskins. Und Sebastian Vollmer, der an der Seite von Quarterback Tom Brady mit den New England Patriots 2015 und 2016 sogar zweimal hintereinander siegreich war.

Das alljährliche Endspiel zieht sehr viele Menschen in seinen Bann. In den USA hat das Finale den Status eines inoffiziellen Feiertags und erreicht die höchsten Einschaltquoten aller TV-Sendungen des Jahres. Weltweit verfolgen rund 800 Millionen Zuschauer das Spektakel.

1,3 Milliarden Chicken Wings, 14000 Tonnen Chips, 4000 Tonnen Popcorn, 120 Millionen Liter Bier – der Fast-Food- und Getränke-Konsum in den USA ist bei diesem Riesenevent enorm.

Die 54. Version des Endspiels findet im Hard Rock Stadium in Miami/Florida statt. Kick-off ist am Montag, den 3. Februar 2020, um 00:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zu sehen ist das Mega-Event inklusive seiner berühmt-berüchtigten Halbzeitshow hierzulande im Free-TV und Live-Stream.