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Einfach artgerecht

Zwergkaninchen richtig halten

Einfach artgerecht

Zur Osterzeit sehen wir allerorts putzige Langohren. Doch besonders Zwergkaninchen sind keinesfalls Kuscheltiere, sondern sensible Wesen mit speziellen Bedürfnissen. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei der Haltung beachten sollten.

Kaninchen werden gern als niedliche und flauschige Tiere dargestellt, die sich als Spielgefährten für Kinder eignen. Doch dieses Image trügt, denn die artgerechte Haltung von Zwergkaninchen ist aufwendig. Überlegen Sie sich also vorher gut, ob Sie die Zeit wirklich investieren können und ob sich Kaninchen als Geschenk für Ihre Kinder eignen. Die Kids sollten nicht zu jung sein, damit sie sich verantwortungsvoll um Kaninchen kümmern können: Ein Alter ab ungefähr acht Jahren ist angemessen. Unser Tipp: Teilen Sie sich die Aufgaben und erledigen Sie einige gemeinsam mit den Kindern.

Höhlenfreunde

In freier Wildbahn leben Kaninchen in Höhlen, die sie oft tief in die Erde graben. Diesem Schutztrieb sollten Sie auch zu Hause gerecht werden. Optimal ist ein großes Gehege im eigenen Garten mit vielen Versteckmöglichkeiten, in dem die Tiere vor der Witterung und Fressfeinden geschützt sind. Achten Sie darauf, dass die Zwergkaninchen sich nicht aus dem Gehege graben können. Eine Höhle bietet den wild lebenden Tieren im Winter Wärme und im Sommer ein schattiges Plätzchen. Ähnliche Verhältnisse sollten Sie zu Hause schaffen, beispielsweise durch Heizung und Dämmung beziehungsweise ausreichend Schatten und Hitzeschutz. Dies gilt vor allem für die Außenhaltung, aber besonders im Sommer auch für den Innenbereich: Lassen Sie Ihre Tiere nicht in der Hitze schmoren, sondern siedeln Sie sie bei extremen Temperaturen zeitweise in kühlere Gefilde wie einen geeigneten Kellerraum um.

Viel Platz, bitte!

Die Bedürfnisse von Zwergkaninchen beziehen sich nicht allein aufs Graben, sondern auch auf Platz und Auslauf. Da die Tiere gern rennen und Haken schlagen, ist von reiner Käfighaltung in jedem Fall abzuraten. Wenn die Möglichkeit einer Außenhaltung nicht besteht, muss in der Wohnung ausreichend Raum bereitgestellt werden. Gewähren Sie zusätzlich täglichen Freilauf in der zuvor tiersicher gemachten Wohnung. Alles, was gefährlich werden könnte, sollte außer Reichweite sein – vor allem Stromkabel, giftige Zimmerpflanzen oder Plastikgegenstände. Seien Sie sich bewusst, dass Kaninchen Kot und Urin zur Reviermarkierung nutzen. Obwohl sie sehr reinlich sind, ist mit einem artbedingten Geruch zu rechnen. Für das tägliche Geschäft eignen sich als Toilette große Plastikboxen, die mit kaninchenverträglicher Streu gefüllt sind. Natürlich ist das gesamte Gehege und insbesondere die Toilette regelmäßig zu säubern.

Kaninchen stehen auf dem Speiseplan vieler Wild- und Haustiere. Besonders im Außengehege können Fuchs, Marder, Greifvogel, aber auch Hund und Katze zur Gefahr werden. Sichern Sie deshalb den Lebensraum der Tiere in alle Richtungen ab – sogar nach oben und unten! Marder und Füchse können Begrenzungen untergraben und Vögel von oben angreifen.

Tipps für den richtigen Umgang

Kaninchen sind Fluchttiere: Bei vermeintlicher Gefahr versuchen sie sofort, sich in Sicherheit zu bringen. Daher sind sie sehr schreckhaft und oft angespannt, wenn man sich ihnen nähert. Machen Sie also keine hektischen Bewegungen und nehmen Sie die Tiere nicht auf den Arm, wenn nicht unbedingt nötig. Haben sie sich erst einmal an die Halter gewöhnt, lassen sich manche Kaninchen durchaus gern streicheln und kraulen. Außerdem wichtig zu wissen: Kaninchen sind äußerst soziale Wesen, die unbedingt in Gruppen zusammenleben müssen. Halten Sie sie keinesfalls alleine, denn die Tiere sind auf Artgenossen angewiesen, um ihr Bedürfnis nach Sozialverhalten und Kommunikation befriedigen zu können. Dies kann auch nicht durch intensive menschliche Zuneigung oder Gesellschaft anderer Tiere (wie zum Beispiel Meerschweinchen) ersetzt werden. Wenn Sie keinen ständigen Nachwuchs oder Revierkämpfe wollen, sollten Sie die Tiere kastrieren lassen. Am verträglichsten ist in der Regel ein Pärchen aus kastriertem Männchen und Weibchen. Geschwister aus dem gleichen Wurf vertragen sich meist besser als fremde Kaninchen.

Aktiv zu Dämmerungszeiten

Zwergkaninchen sind dämmerungsaktive Tiere. Das heißt, sie sind morgens und abends am aktivsten und können mitunter Kratz- und Klopfgeräusche von sich geben. Tagsüber und nachts sind sie größtenteils schläfrig und ziehen sich zurück. Daher ist es optimal, wenn für jedes Tier mindestens ein Versteck vorhanden ist, in dem es Zuflucht findet.

Und was gibt’s zu beißen?

Geben Sie Ihren Zwergkaninchen ausreichend frisches Gemüse, Gras und Heu. Welkes Gemüse, zu viel Zucker und Kohlenhydrate führen oft zuVerdauungsproblemen und Übergewicht. Außerdem sollten die Tiere ständigen Zugang zu Futter und Wasser haben, da sie den ganzen Tag über fressen und trinken.

Übrigens: Entgegen der weit verbreiteten Annahme sind Kaninchen keine Nagetiere, weshalb Getreide und Nüsse in ihrem Futterbehältnis nichts zu suchen haben.

Das Frischfutter für Zwergkaninchen sollte sich folgendermaßen zusammensetzen:

Kleines Futter 1x1


Dos

  • frisches Gemüse
  • heimisches Obst (ohne Kerne)
  • Gras/Heu
  • Kräuter
  • Salat
  • Blätter von Apfel-, Birn oder Haselnussbaum

Don'ts

  • exotische Früchte
  • giftige Kräuter
  • Kartoffeln
  • Getreide
  • trockenes Brot
  • Nüsse
  • Rhabarber
  • Hülsenfrüchte
  • Zwiebelgewächse

Gut gepflegt

Da die Zähne von Kaninchen nie aufhören zu wachsen, müssen sie durch regelmäßiges Knabbern abgewetzt werden. Als Knabbermöglichkeit, die über das Fressen hinausgeht, sollten zum Beispiel Obstbaumzweige verfügbar sein. Ähnliches gilt übrigens auch für die Pfoten: Die Krallen sollten regelmäßig (circa alle sechs Monate) geschnitten werden, damit die Tiere sich und ihre Artgenossen nicht verletzen. Eine Anleitung dazu und viele weitere Tipps zur Kaninchenhaltung erhalten Sie von Ihrem Tierarzt und unter www.kaninchenwiese.de. Generell sind zudem Schutzimpfungen ratsam – lassen Sie sich auch dazu vom Tierarzt beraten.

Unterhaltung erwünscht

Selbst in artgerechter Gruppenhaltung kommt bei Kaninchen schnell Langeweile auf, weshalb sie wie alle Lebewesen Beschäftigung und Abwechslung brauchen. Daher ist es wichtig, dass die intelligenten Tiere ausgelastet sind, damit sie gesund bleiben. Spiel- und Klettermöglichkeiten halten auf Trab und wirken der Unterforderung entgegen. Bedenken Sie dabei aber, dass jedes Kaninchen anders ist und individuelle Vorlieben hat, also machen Sie vielfältige Aktivitätsangebote.

Schon gewusst?

Kaninchen machen bis zu 18 Nickerchen pro Tag.