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Blasenentzündung – häufig und lästig

Prof. Dr. Harry Derouet erklärt, was Sie dagegen tun können.

Blasenentzündung – häufig und lästig

Die unangenehmen Symptome eines Harnwegsinfekts kennen viele Frauen, vor allem im jüngeren Alter. Zum Glück lässt sich die Blasenentzündung in der Regel gut behandeln.

Bei einer Blasenentzündung, auch Harnwegsinfekt oder Zystitis/Cystitis genannt, ist das Gewebe, das Ihre Harnwege auskleidet, entzündet. Auslöser für solche Entzündungen sind fast immer Bakterien. Gelangen diese in die Blase (meist über die Harnröhre), können sie sich dort stark vermehren. Das Gewebe reagiert darauf mit einer Entzündung.

Wie gelangen Bakterien in die Blase?

Die häufigsten Auslöser für Blasenentzündungen bei Frauen sind sogenannte E. coli Bakterien (Escherichia coli), die ganz normal im menschlichen Darm vorkommen. Durch Besiedlung des Dammes können diese Bakterien z. B. durch falsches Reinigen nach dem Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr in die Harnröhre gelangen und von dort zur Blase aufsteigen. Zur Vorbeugung gegen Blasenentzündungen sind deshalb Hygiene im Intimbereich und Blasenentleerung (= Spülung der Harnröhre) nach jedem Geschlechtsverkehr sinnvoll.

Welches sind die typischen Symptome einer Blasenentzündung?

Wenn Sie sehr häufig und dringend zur Toilette müssen und krampfartige, brennende Schmerzen im Unterbauch oder beim Wasserlassen haben, deutet dies auf eine Blasenentzündung hin. Um die Diagnose zu sichern, sollte man den Urin untersuchen lassen. Bei der Analyse geht es vor allem darum, ob sich Leukozyten (Entzündungszellen) oder Nitrit im Urin befinden. Nitrit ist eine Stickstoffverbindung, die nur entsteht, wenn Bakterien im Urin enthalten sind.

Der Arzt untersucht den Urin mit Hilfe eines Harnstreifentestes. Dieser hilft dabei, die Diagnose zu sichern.

Wenn Sie außer den beschriebenen Symptomen Fieber oder Flanken- oder Rückenschmerzen haben, deutet dies möglicherweise auf einen komplizierten Harnwegsinfekt hin. In solchen Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. Ich schaue mir bei diesen Symptomen die Nieren und Harnwege mit Ultraschall an und führe eine Restharnbestimmung durch. Auch bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt ist das ein guter Weg, um nichts Ernsthaftes zu übersehen.

Blasenentzündungen sind oft harmlos, können aber auch zu Komplikationen führen, beispielsweise zu Entzündungen der Nieren. Man sollte sie deshalb immer ernst nehmen. Dies gilt ganz besonders während einer Schwangerschaft. Gehen Sie in diesem Fall unbedingt bei den ersten Symptomen direkt zum Arzt.

Wie wird eine Blasenentzündung am besten behandelt?

Ein ganz wichtiges Therapiekonzept zur Behandlung und auch Vorbeugung von Blasenentzündungen ist die Erhöhung der Trinkmenge. Es geht darum, Bakterien aus den Harnwegen zu spülen bzw. zu verhindern, dass sie sich dort überhaupt einnisten können. Am besten trinken Sie Wasser oder Ihren Lieblings-Tee. Für sogenannte „Nieren- und Blasentees“ konnte bisher keine bessere Wirksamkeit nachgewiesen werden. Kaffee und alkoholische Getränke reizen unter Umständen die Harnwege und sind deshalb weniger geeignet. Zuckerhaltige Getränke, Limonaden, Fruchtsäfte usw. sind auch eher ungünstig, weil die Bakterien im Urin den Zucker als Nährstoff verwenden und sich auf diese Weise schneller vermehren können.

Wann muss ich ein Antibiotikum einnehmen?

Solange Ihre Beschwerden leicht bis mittel sind und Sie kein Fieber haben, benötigen Sie nicht unbedingt Antibiotika. Die Erhöhung der Trinkmenge spült die Bakterien aus den Harnwegen und führt zum Abklingen der Symptome. Wenn Sie beim Wasserlassen starke Schmerzen haben, kann der Arzt Ihnen entzündungshemmende und/oder krampflösende Schmerzmittel verordnen.

Wenn Sie subjektiv sehr starke Beschwerden haben und möchten, dass die Blasentzündung schnell abheilt, können Antibiotika helfen. Diese Medikamente werden über einen kurzen Zeitraum von drei bis fünf Tagen eingenommen und führen fast immer zu einer schnellen Linderung der Symptome. Zu beachten ist allerdings, dass mit der häufigen Einnahme von Antibiotika das Risiko ansteigt, dass die Bakterien gegen diese Präparate resistent werden.

Ich habe sehr häufig Blasenentzündungen. Was kann ich dagegen tun?

Viele Frauen, die eine Blasenentzündung hatten, bekommen innerhalb eines Jahres wieder eine Entzündung. Solange Sie nicht mehr als drei Blasenentzündungen pro Jahr haben, müssen Sie sich in der Regel keine Sorgen um Folgeerkrankungen machen.

  • Grundlegende Maßnahme ist – wie bei einer akuten Blasenentzündung – eine ausreichende Trinkmenge (mind. 1,5 Liter pro Tag).
  • Zur Vorbeugung empfehle ich Frauen die Einnahme von Mannose. Dies ist ein sogenannter „Einfach-Zucker“, der Bakterien „einfängt“ und mit dem Urin ausscheidet.
  • Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von pflanzlichen Präparaten, die Ihnen vielleicht helfen. Beispiele sind Präparate aus Bärentraubenblättern (empfohlene Einnahmezeit maximal 1 Monat), Kapuzinerkressekraut oder Meerrettichwurzel.
  • Zudem sollten Sie daran denken, nach jedem Geschlechtsverkehr möglichst bald zur Toilette zu gehen, um eventuell eingedrungene Erreger mit dem Urin auszuspülen. Nach Möglichkeit sollten Sie auch keine Verhütungsmittel in Form von Gel, Creme oder Schaum verwenden. Solche Präparate begünstigen das Entstehen von Blasenentzündungen.

Falls alle diese Maßnahmen die Häufigkeit Ihrer Blasenentzündungen nicht verringern, gibt es noch zwei weitere Optionen: Therapien mit Präparaten, die gezielt das Immunsystem im Bereich der Harnwege stärken und eine Therapie mit Antibiotika über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Diese Möglichkeiten müssen aber ärztlich begleitet werden.

Prof. Dr. Harry Derouet

PROF. DR. HARRY DEROUET ist Facharzt für Urologie und betreibt eine urologische Praxis im saarländischen Neunkirchen.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

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