mio, mein Globus-Magazin Lädt...
arrow-down arrow-left arrow-right arrow-top search arrow-thin-right arrow-thin-left chevron-thin-down chevron-thin-up email instagram facebook youtube twitter remove quote www

mio, mein Globus-Magazin

mio, mein Globus-Magazin
Fuß- und Nagelpilz – Krankheit oder Schönheitsfehler?

Jeder dritte Deutsche leidet unter einer Pilzinfektion der Nägel und der Haut. Die Hautärzte Laurianne Huver und Dr. Peter Rein erklären, warum jeder Fuß- und Nagelpilz behandelt werden sollte.

Fuß- und Nagelpilz – Krankheit oder Schönheitsfehler?

Eine Pilzinfektion sieht nicht nur unschön und ungepflegt aus, sondern kann ernsthafte Folgen haben: Die Pilze schädigen die Haut und es bilden sich Eintrittspforten für andere gefährliche Krankheitserreger, insbesondere Bakterien. Gerade bei älteren Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen und einem geschwächten Immunsystem können diese Infektionen lebensbedrohlich werden.

Was sind die Ursachen?

Pilzerkrankungen sind Infektionen durch Krankheitserreger. Es handelt sich meist um Fadenpilze, seltener um Hefe- oder Schimmelpilze. Pilze finden an der Körperoberfläche ideale Lebensbedingungen, denn sie haben es auf die Hornsubstanz der Haut, Haare und Nägel abgesehen.

Feuchtigkeit und Wärme begünstigen das Wachstum von Pilzen. Daher bevorzugen sie Zehenzwischenräume, Leistenbeugen und Hautfalten. Von dort aus kommt es zur Ausbreitung auf andere Hautbereiche und die Zehen- und Fingernägel. Die Ansteckung erfolgt meist dort, wo viele Menschen barfuß laufen: in Schwimmbädern, Saunen, Duschen und Umkleidekabinen von Sporthallen.

Wer ist besonders gefährdet?

Je älter der Mensch wird, desto höher ist das Risiko, sich eine Pilzinfektion zuzuziehen. Grund hierfür sind häufige begünstigende Erkrankungen, wie Diabetes, Durchblutungsstörungen und ein geschwächtes Immunsystem. Deshalb sollten gerade Diabetiker sehr auf die Fußgesundheit achten.
Ein weiterer gefährdeter Personenkreis sind Sportler, denn in Sportstätten, Duschen und Umkleidekabinen herrscht ein pilzfreundliches Klima.

Wie erkenne ich eine Pilzerkrankung?

Wenn die Zehen- oder Fingernägel befallen sind, verfärbt sich der Nagel zunehmend und zeigt weiße, gelbe und braune Flecken und Streifen. Zudem verdickt sich der Nagel und wird brüchig und krümelig. In Spätstadien kann sich der gesamte Nagel ablösen, und das Nagelbett entzündet sich.
Der Hautpilz in den Zehenzwischenräumen ist relativ einfach zu erkennen. Rötung und weißliche, zum Teil schuppende Veränderungen sind immer verdächtig. An der Fußsohle und Handfläche ist die Haut rau, schuppt sehr stark und kann gerötet sein.

Wie kann der Arzt die Diagnose stellen?

Bei jeder Infektionskrankheit sollte der Erreger nachgewiesen werden. Bei Verdacht auf eine Pilzerkrankung schabt der Arzt oberflächliche Hautschuppen und Nagelmaterial ab. Diese Proben werden vorbereitet und unter dem Mikroskop betrachtet. Zusätzlich wird eine Pilzkultur angelegt. Dazu werden die Proben auf einen Nährboden aufgebracht und die Pilze gezüchtet. Nach zwei bis vier Wochen kann die genaue Pilzart bestimmt und eine darauf abgestimmte Behandlung eingeleitet werden. Eine schnellere Diagnosestellung ist mit molekularbiologischen Untersuchungen in Speziallabors möglich. 
Alternativ können spezialisierte Hautarztpraxen mit einer optischen Kohärenztomographie innerhalb weniger Minuten die Pilzfäden direkt im Nagel lokalisieren.

Warum müssen diese Untersuchungen durchgeführt werden?

Wenn diese Untersuchungen nicht sorgfältig durchgeführt werden, besteht die große Gefahr, dass speziell die Nagelpilzerkrankung mit anderen Erkrankungen verwechselt wird. Schuppenflechte oder Knötchenflechte der Finger- und Zehennägel sehen häufig genau wie eine Pilzerkrankung aus. Auch Nagelwachstumsstörungen durch zu enge Schuhe, Verletzungen oder Fußerkrankungen können mit einer Pilzerkrankung verwechselt werden. Bei älteren Menschen ist die sogenannte Holznagelbildung (Onychogrypose) nur schwer von einer Pilzerkrankung zu unterscheiden. All diese Erkrankungen dürfen natürlich nicht mit Pilzmitteln behandelt werden.

Wie wird eine Hautpilzerkrankung behandelt?

Bei Hautpilzerkrankungen, z. B. zwischen den Zehen, reicht häufig eine einfache Pilzcreme zur Behandlung aus. Diese muss jedoch konsequent, manchmal über mehrere Wochen, durchgeführt werden. 
Vor allem dort, wo die Pilze sich tief in die Haut eingraben können, z. B. an den Fußsohlen und Handflächen oder auch im Bereich behaarter Areale, ist eine intensivere Behandlung notwendig. Wenn die äußerliche Behandlung mit Cremes nicht ausreicht, besteht noch die Möglichkeit einer innerlichen Behandlung mit Tabletten.

Ist Nagelpilz überhaupt heilbar?

Ja, eine Nagelpilzerkrankung ist heutzutage heilbar! Dazu bedarf es einer sorgfältigen Untersuchung mit Bestimmung der Pilzart.
In der Sprechstunde erfahren wir Hautärzte täglich, dass zahlreiche Menschen seit mehreren Jahren an ihren Nagelpilzerkrankungen leiden. Frustrierende Behandlungsversuche mit Hausmitteln (Essiglösung, Teebaumöl etc.) führen so gut wie nie zum Erfolg. 
Äußerliche Tinkturen und Nagellacke sowie die Abtragung des kranken Nagelmaterials können nur wirken, wenn weniger als 30 Prozent des Nagels befallen sind und der Pilz sich nur oberflächlich ausgebreitet hat.

Wenn die Pilze tiefer in den Nagel eingedrungen sind, gibt es zwei erfolgversprechende Behandlungsmethoden:

  1. Tablettenbehandlung
    
Die Wirkstoffe der Medikamente gelangen über die Blutbahn in die Nagelwurzel und töten dort die Pilze ab. Voraussetzung für diese Behandlung ist eine Voruntersuchung der Leber und der Ausschluss von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

  2. Laserbehandlung
    
Seit einigen Jahren hat sich die Laserbehandlung der befallenen Zehennägel als sehr gute Behandlungsmethode etabliert. Das Laserlicht dringt tief in den Nagel, das Nagelbett und die Nagelwurzel ein und schädigt die Pilze nachhaltig.

Wie kann ich eine Pilzerkrankung verhindern?

Wir empfehlen folgende Vorbeugungsmaßnahmen:

  1. Gut passende und bequeme Schuhe tragen, am besten mit atmungsaktiven Materialien.
  2. Tägliches Wechseln der Schuhe, damit die Feuchtigkeit komplett ausdunsten kann.
  3. Bei Besuch von Schwimmbädern, Saunen, Hotels nicht barfuß laufen und am besten Badeschuhe benutzen.
  4. Handtücher und Socken bei Temperaturen über 60 Grad waschen.
  5. Regelmäßige Pflege der Haut und Nägel der Füße.
  6. Diabetes und Durchblutungsstörungen optimal behandeln lassen und die Füße regelmäßig auf Veränderungen kontrollieren.
  7. Bei Verdacht auf eine Pilzerkrankung so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen, der eine sichere Diagnose stellt und die Infektion im Anfangsstadium schnell behandeln kann.

In unserer Praxis hat sich die Kombinationsbehandlung mittels Nagellacken, einer sehr niedrig dosierten Tablettenbehandlung und der Laserbehandlung für die meisten Patienten sehr bewährt.

Laurianne Huver und Dr. Peter Rein sind in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassene Hautärzte in Dillingen/Saar. In ihrer täglichen Sprechstunde werden seit 22 Jahren Patienten mit Pilzerkrankungen der Haut und der Nägel behandelt. Die Fortschritte in der Erkennung und Behandlung dieser hartnäckigen Erkrankungen haben dazu geführt, dass die Heilungschancen inzwischen sehr gut sind.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

Hier geht‘s zum Angebot der KV Saarland.