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Hausmittel bei Erkältungen

Dr. med. Sylvia Rinneberg erklärt Ihnen, wie Sie sich und Ihrer Familie bei einer Erkältung etwas Gutes tun.

Hausmittel bei Erkältungen

Kochen Sie gerne? Machen Sie manchmal Ihre Marmelade selbst? Dann möchten Sie möglicherweise auch Erkältungen mit Hausmitteln behandeln. Viele Hausmittel kann man selbst zubereiten und dabei individuellen Vorlieben anpassen. Seit Jahrhunderten erprobt, sind sie natürlich, sanft und fast immer ohne Nebenwirkungen. Vor allem aber enthalten sie keine Chemie. Wenn Sie also sich und Ihrer Familie etwas Gutes tun wollen, lesen Sie weiter.

Fieber, Schnupfen, Husten und Halsschmerzen mit Hausmitteln behandeln

Die häufigsten Symptome von Erkältungen lassen sich sehr gut mit Hausmitteln bzw. Naturheilmitteln behandeln.
Wenn Sie sich im Internet auf die Suche nach Hausmitteln machen, finden Sie mehr, als Sie verarbeiten und bewerten können. Ich sehe meine Aufgabe als moderne Ärztin darin, Ihnen in dieser Informationsflut zu helfen. Sie fragen sich vielleicht: „Was macht Sinn und nützt mir?“ Diese Aufgabe nehme ich Ihnen ab. Ich gebe Ihnen Informationen über wichtige Hausmittel und wie sie angewendet werden. Und Sie können sich darauf verlassen: Ich habe alles selbst schon ausprobiert. Denn ich empfehle meinen Patienten grundsätzlich nur Therapien und Heilmittel, von deren Wirkung ich mich selbst überzeugt habe.

Meine Hausmittel-Favoriten sind Zwiebeln, Kartoffeln, Quark und Wasser. Weiter unten erkläre ich Ihnen, warum ich diese vier so schätze. Zunächst aber ganz praktische Tipps für Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, Fieber und Bronchitis:

Sie haben die Wahl: Halswickel aus Wasser, Zwiebeln oder Quark sind ein bewährtes Hausmittel bei Halsschmerzen.

Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen sind Halswickel ein bewährtes Hausmittel. Sie erhöhen die Durchblutung am Hals und fördern damit die Heilung.

Das brauchen Sie:

  1. Ein dünnes Baumwolltuch, das direkt auf die Haut kommt. Ideal ist ein großes Herrentaschentuch oder ein Geschirrtuch aus Leinen.
  2. Ein weiteres Tuch, mit dem das erste Tuch abgedeckt wird, damit die Feuchtigkeit der Wickel nicht nach außen dringen kann.
  3. Ein Halstuch oder ein kleiner Schal, um das Ganze am Hals zu fixieren. Sie können fertige Halswickel auch in Drogeriemärkten, Apotheken und natürlich online kaufen.

Für die Basisvariante des Halswickels reicht Wasser. Warm, lauwarm oder kalt, wie es für Sie angenehm ist. Das innere Tuch wird nass gemacht und so weit ausdrückt, dass es nicht mehr tropft. Dann die drei Lagen zügig um den Hals wickeln, fertig. Sie können diesen und die folgenden Wickel so lange am Hals lassen, wie es sich gut anfühlt, meistens sind das 60 bis 90 Minuten. Nach dem Abnehmen des Wickels bitte den Hals mit einem Schal warmhalten.

Variante 2 des Halswickels funktioniert mit ganz normalem Speisequark. Quark hält – im Vergleich zu Wasser – die Temperatur länger. Der Fettgehalt spielt übrigens keine Rolle. Jetzt brauchen Sie vielleicht ein breiteres Innentuch, weil Sie den Quark in das Tuch einschlagen müssen. Ein Geschirrtuch ist da ideal. So geht’s:

  1. Auf die Mitte des Tuchs einen drei bis vier Zentimeter breiten Quarkstreifen von rund einem Zentimeter Dicke streichen (bei Kindern reicht ein halber Zentimenter).
  2. Oberen und unteren Rand nach innen über die Quarkschicht schlagen. Das ist jetzt die Außenseite des Wickels. Die einfache Stofflage des Wickels kommt auf die Haut.
  3. Wickel auf Zimmertemperatur oder mehr erwärmen. Das geht am einfachsten in der Mikrowelle. Probieren Sie aus, welche Temperatur Sie als angenehmste empfinden.
  4. Lassen Sie den Quarkwickel so lange am Hals, bis der Quark eingetrocknet ist.

Als dritte Variante können Sie einen Zwiebelwickel machen. Dies erfordert etwas mehr Zubereitungsaufwand, hat dafür nach meinen Erfahrungen eine entsprechend gute Wirkung.

  1. Zerkleinern Sie einige Zwiebeln, bis eine feuchte Zwiebelmasse entsteht. Ziel ist es, das der Zwiebelsaft austritt und am Hals wirken kann.
  2. Diesen Zwiebelbrei verteilen Sie – wie beim Quarkwickel – auf dem Innentuch des Wickels und schlagen die Außenseiten ein.
  3. Wieder in der Mikrowelle erwärmen.
  4. Sie können den Zwiebelwickel für ein bis zwei Stunden am Hals lassen.

Alle Halswickel können Sie bedenkenlos dreimal am Tag anwenden.

Husten

Bei Husten und Bronchitis können Sie die volle Kraft der Zwiebel nutzen. Hustensaft ist gut, ein selbst zubereiteter Zwiebelsirup hilft in vielen Fällen noch besser – und natürlicher. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen heilsamen Sirup herzustellen. Hier zwei Varianten:

Variante 1:
Eine oder mehrere Zwiebeln zerkleinern und in ein Deckelglas füllen. Einige Teelöffel flüssigen Honig dazugeben, über Nacht stehen lassen. Am nächsten Morgen den entstandenen Zwiebelsirup in ein zweites Glas gießen. Mehrmals am Tag ein Teelöffel lindert wirksam den Hustenreiz und ist schleimlösend. Zwiebelsirup tut auch gut bei Halsschmerzen. Probieren Sie es aus. Das ist das Schöne an der Naturmedizin: Sie dürfen selbst probieren, was Ihnen guttut. Sie müssen keine unverständlichen Beipackzettel und Einnahmehinweise lesen, Sie sind Ihr eigener Therapeut. Das ist einer von vielen Gründen, warum viele Menschen die Naturheilkunde lieben. Sie macht frei und erlaubt uns, unsere Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.
Falls Sie den Geschmack von Honig nicht so mögen, probieren Sie, die Zwiebelstücke mit braunem Zucker zu mischen. Entscheidend ist, dass die Zwiebel Saft zieht.

Ein selbst zubereiteter Zwiebelsirup hilft bei Husten in vielen Fällen besser und natürlicher als üblicher Hustensaft.

Variante 2:

  1. Zerkleinern Sie Zwiebeln sehr fein, bis ein Zwiebelbrei entsteht.
  2. Wieder Honig oder braunen Zucker dazugeben.
  3. Mischung mit ein wenig kochendem Wasser übergießen.
  4. In einem Deckelglas über Nacht ziehen lassen.
  5. Wenn Sie einen sehr feinen Zwiebelbrei hergestellt haben, brauchen Sie nichts abzugießen, sondern können das Ganze teelöffelweise zu sich nehmen. So profitieren Sie von der vollen Kraft der Zwiebel.

    Schnupfen

    Schnupfen ist ein Problem der Schleimhäute. Deshalb ist es wichtig, die Schleimhäute feucht zu halten und ihre Durchblutung zu steigern. Das lindert die Schnupfensymptome erheblich. Bei Schnupfen setze ich deshalb auf die Heilkräfte des Wassers. Hier meine Tipps:

Tipp 1: Inhalieren

Inhalieren Sie Wasserdampf. Es geht ganz einfach: Fast kochendes Wasser in einen Topf oder eine Schüssel füllen und den heißen Wasserdampf langsam ein- und wieder ausatmen. Wenn Sie mögen, legen Sie sich dabei ein Handtuch über den Kopf. Auf diese Weise umhüllt der Wasserdampf Ihren ganzen Kopf und sogar die Ohren bekommen etwas ab. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist.

Inhalieren von Wasserdampf ist ideal, um die Atemwege zu befeuchten und Schleim zu lösen. Sie können dem heißen Wasser Kräuter oder Präparate mit ätherischen Ölen zusetzen, ganz wie Sie es als angenehm empfinden. Wasserdampf alleine reicht aber auch.

Tipp 2: Nase spülen

Spülen Sie die Krankheitserreger aus Ihrer Nase. Das geht mit einer Nasendusche, die sie in jedem Drogeriemarkt kaufen können. Noch einfacher und schneller geht es mit der hohlen Hand: Lassen Sie über dem Waschbecken ein wenig lauwarmes Wasser in ihre Hand laufen, halten sich ein Nasenloch zu und ziehen kräftig das Wasser in der Hand in das andere Nasenloch. Und schnell wieder kräftig ausschnäuzen. Das Gefühl dabei ist leider nicht angenehm, vermutlich kennen Sie es vom Schwimmenlernen. Aber es hilft – versprochen!

Alternativ können Sie Ihre Nase mit scharfen Lebensmitteln zum Laufen bringen: etwas Meerettich, Senf oder Chili essen. Alle scharfen Lebensmittel erhöhen die Durchblutung der Nasenschleimhäute und die Sekretion. Ergebnis: die Krankheitserreger werden aus der Nase gespült.


Fieber

Auch bei Fieber kann Ihnen Wasser helfen: durch Wickel mit kühlem Wasser. Wenn Sie Fieber haben und Ihre Füße und Waden heiß sind, sind Wadenwickel ein sehr bewährtes und wirksames Naturheilmittel. Und so geht’s nach meinen Erfahrungen am einfachsten:

  1. Legen Sie ein großes Handtuch ausgebreitet in Ihr Bett.
  2. Tauchen Sie ein Geschirrtuch in kühles Wasser, wringen es aus und legen es auf das Handtuch.
  3. Legen Sie sich ins Bett, sodass ihre linke oder rechte Wade genau auf dem feuchten Tuch liegt. Schlagen Sie das Tuch um Ihren Unterschenkel, sodass Sie das kühle Tuch gut an der Wade spüren.
  4. Nach ein bis zwei Minuten Bein wechseln.
  5. Wenn jedes Bein sechsmal an der Reihe war, machen Sie 30 Minuten Pause. Anschließend dürfen Sie mit einem zweiten Durchgang starten.

Bei Fieber ohne heiße Waden können Sie den Körper in der Hüftbeuge kühlen. Bei Fieber sind die Hüftbeugen heiß, weil dort die Hauptblutgefäße für die Beine verlaufen. An dieser Stelle reicht ein Waschlappen: nass machen, auswringen und auf die linke oder rechte Hüftbeuge legen. Nach ein bis zwei Minuten wechseln, weiter wie oben beschrieben.


Bronchitis

Bei hartnäckiger Bronchitis sollten Sie Brustwickel mit Kartoffeln oder Quark ausprobieren. Mit Kartoffeln
lassen sich sehr einfach heiße Brustwickel herstellen. Kartoffeln sind exzellente Wärmespeicher und geben ihre Wärme kontinuierlich über einen längeren Zeitraum an den Körper ab. So geht’s:

  1. Gekochte Kartoffeln zu Kartoffelbrei zerdrücken.
  2. Brei auf einer Fläche, die Ihrem Brustkorb entspricht, auf einem Geschirrtuch verteilen.
  3. Ränder umschlagen und die Packung auf die Brust legen. Achtung: Testen Sie, wie heiß der Kartoffelbrei sein darf, damit Sie ihn noch als angenehm empfinden.
  4. Gut zudecken mit der Bettdecke und entspannt die natürliche Strahlungswärme der Kartoffel genießen.

Viele Menschen – vor allem Kinder – empfinden körperwarme Quarkwickel bzw. -auflagen als wohltuend. Die Anwendung ist noch einfacher als bei der Kartoffel:

  1. Quark auf Körpertemperatur erwärmen, also rund 37 Grad Celsius.
  2. Quark direkt auf die Brust streichen und Quarkschicht mit einem Handtuch abdecken.
  3. Der Quark trocknet nun ganz langsam und regt durch diesen Prozess die Durchblutung Ihrer Haut an, was wiederum günstig ist für den erwünschten Selbstheilungseffekt des Körpers.

Warum ich Naturheilkunde mit Kartoffeln, Quark, Zwiebeln und Wasser besonders gut finde? Jeder dieser vier Helfer ist preiswert und in den meisten Haushalten verfügbar bzw. kann schnell besorgt werden. Und jedes dieser Heilmittel hat unterschiedliche Stärken, was sie gemeinsam zu einem kaum schlagbaren Quartett der Hausmittel bei Erkältungen macht. Wasser ist das Element des Lebens. Wasser kann kühlen, wärmen und reinigen und damit sehr viele Heilungsprozesse begünstigen. Die Kartoffel kann die Wärmeleistung des Wassers ergänzen, wenn es darum geht, dem Körper langsam und behutsam Wärme zuzuführen. Der Quark punktet mit zwei Stärken: Er kann kühlen und im Verlaufe seines Trocknungsprozesses die Blutgefäße der Haut anregen. Ob die Haut auch Inhaltsstoffe des Quarks – Enzyme und Milchsäurebakterien – aufnehmen kann, ist bis heute nicht geklärt. Das ist aber auch gar nicht entscheidend. Schon wenn Sie es für möglich halten, kann das bei Ihnen positive Effekte bewirken. Mein Superstar der Hausmittel ist die Zwiebel. Aus drei guten Gründen:

  1. Zwiebeln enthalten ätherische Öle, sogenannte Lauchöle. Genau diese ätherischen Öle sind der Grund, warum Zwiebeln in den Augen brennen und Tränen in die Augen schießen lassen. Diese Öle können aber noch viel mehr: Sie hemmen das Wachstum von Viren und Bakterien, sie sind antibakteriell und antimikrobiell. Auf diese Weise lindern sie Entzündungen und lösen Schleim in den Atemwegen.
  2. Die Zwiebel hat einen hohen Gehalt an Quercetin, einer der rund 1000 bis jetzt bekannten sekundären Pflanzenstoffe (Flavonoide). Diese sekundären Pflanzenstoffe sind bioaktive Wirkstoffe, die Pflanzen zu ihrem Schutz bilden, z. B. gegen Insekten. Das Spannende: Diese Wirkstoffe nützen auch Menschen, z. B. bei der Abwehr aggressiver freier Sauerstoffradikale. Quercetin wirkt antimikrobiell und soll sogar gegen Krebs helfen.
  3. Drittens enthält die Zwiebel Thiosulfinat, ein Stoff, der positiven Einfluss auf Entzündungen hat.
    Sie sehen, die Zwiebel hat viele positive Eigenschaften, die wir für unsere Gesundheit nutzen können. Gut finde ich auch, dass die sekundären Pflanzenstoffe weitgehend hitzestabil sind. So können wir die Zwiebel roh, gekocht und gebraten verwenden.

Nach 7 Tagen noch nicht besser?

Ein Hinweis ist mir ganz wichtig: Hausmittel können viele Erkältungssymptome lindern und den körpereigenen Heilungsprozess anstoßen und unterstützen. Bei sehr starken Beschwerden, hohem Fieber oder wenn sich nach sieben Tagen keine Besserung einstellt, sollten Sie jedoch zum Hausarzt gehen, um ernste Erkrankungen wie Grippe oder bakterielle Infektionen auszuschließen.

Und auf keinen Fall vergessen: die Hühnersuppe
Immer wieder liest man, man solle bei Erkältungen Hühnersuppe essen. Diese Empfehlung macht wirklich ganz viel Sinn. Ich erkläre Ihnen, warum:

  1. Hühnchenfleisch enthält Zink und Eisen. Beide Inhaltsstoffe unterstützen den Heilungsprozess bei Erkältungen.
  2. Die Hühnersuppe führt dem Körper Flüssigkeit und Wärme zu. Dies ist schleimlösend.
  3. Eine Hühnersuppe lässt sich auch mit schmerzendem Hals und geschwollenen Mandeln noch gut schlucken.
  4. Hühnersuppe ist leicht verdaulich. Deshalb bietet sie dem Organismus die Chance, alle Energie auf den Selbstheilungsvorgang zu konzentrieren, statt fettige und eiweißreiche Mahlzeiten verdauen zu müssen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Erproben der beschriebenen Hausmittel und gute Besserung!

Ihre Dr. med. Sylvia Rinneberg

DR. MED. SYLVIA RINNEBERG ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und in Orscholz/Saar in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassen. Sie kombiniert traditionelle Naturheilkunde mit modernen Therapien, um ihren Patienten die jeweils beste Behandlung zu bieten.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

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