Lädt...
arrow-down arrow-left arrow-right arrow-top search arrow-thin-right arrow-thin-left chevron-thin-down chevron-thin-up email instagram facebook youtube twitter remove quote www

Digital Waste

Auf zum grünen Surfen

Digital Waste

Digital ist gleich nachhaltig. Scheint zumindest so, aber stimmt das überhaupt? Wir haben einmal tief im digitalen Papierkorb gekramt und können sagen: Ganz so einfach ist die Rechnung nicht.

Die Mail statt des Briefes, das Bild auf dem Handy statt des entwickelten Abzuges, das PDF statt des bedruckten Papiers – die digitale Variante scheint oft nachhaltiger als die analoge, da wir nichts physisch in der Hand halten. Und: Wir müssen nicht wirklich etwas wegschmeißen. Das bedruckte Papier gesellt sich neben seinesgleichen im Papierkorb. Nach ein paar Tagen ist der voll und uns wird bewusst, wie viel wertvolles Material wir dafür verbraucht, bei manchem Ausdruck auch verschwendet haben. Beim Drag and Drop einer Datei in den digitalen Papierkorb gilt: Aus den Augen aus dem Sinn. Denn wenn wir mal ehrlich mit uns sind, schauen wir doch sehr selten in diesen Papierkorb und realisieren gar nicht, dass sich viel darin befindet. Weil eben das Volumen nicht greifbar ist und der volle digitale Papierkorb erst wesentlich später stört als der, über den man im eigenen Arbeitszimmer regelmäßig stolpert.
Aber das ist nur ein Beispiel für Digital Waste. Das tägliche Surfen durchs Netz verursacht ebenso CO2. Allein das Schreiben und Verschicken einer einfachen Mail setzt zehn Gramm CO2 frei. All das sind Umweltbelastungen, die wir uns nur schwer vorstellen können, weil uns eben der Gegenstand, das Anfassbare fehlt. Stellen Sie sich mal vor jedes Dokument, das Sie an einem Tag digital bearbeiten – sei es eine Mail, eine Excel-Tabelle, ein Word-Dokument oder eine PDF-Datei – würde als kleine CO2-Wolke in ihrem Arbeitszimmer um Sie herumschwirren. Wie neblig wäre es wohl im Raum? Wie lange könnten Sie noch den Überblick behalten? Jetzt stellen Sie sich bestimmt zwei Fragen. Erstens: Was darf man eigentlich noch, ohne dabei die Umwelt zu belasten? Und zweitens: Was kann ich tun, um meinen CO2-Ausstoß zu verringern? Unsere Antwort auf beide Fragen lautet: Noch einiges. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Digital Waste verhindern, nachhaltig mit Ihren digitalen Medien umgehen und grüner surfen.

Schlechte Strömung
Auch wenn wir sie selbst nicht sehen: Hinter jeder Mail oder jedem Video, das wir uns ansehen, steht eine riesige Infrastruktur aus Clouds, Netzwerken und Serverparks. Und wie viele Dinge in unserer Welt funktionieren diese nur mit einer Sache: Strom. Allein in Deutschland verbrauchen wir durch unsere Kommunikations- und Informationstechnik jährlich 45 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dafür müssen etwa zehn Kraftwerke laufen. Weltweit verbraucht die Infrastruktur rund um IT-Geräte 800 Millionen Tonnen CO2, so Siegfried Behrendt, Leiter des Bereichs „Ressourcen, Wirtschaft und Resilienz“ am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Das sind gigantische Mengen, die mit steigender Digitalisierung in den meisten Bereichen unseres täglichen Lebens, allen voran unserer Arbeitswelt, auf lange Sicht eher nicht weniger werden. Deswegen ist es wichtig beim Surfen im WWW oder im eigenen Mail-Postfach grüne Alternativen zu benutzen.

Grüne Strömungen

Vom Suchen und Pflanzen
Der Begriff googeln ist uns so geläufig wie essen oder trinken – wir tun es täglich. Und auch wenn Google schon einen nicht unwesentlichen Teil seines Stroms aus erneuerbarer Energie bezieht, gibt es andere, die sich dachten: Da geht noch mehr!
Ecosia.org bezieht zu 100 Prozent Ökostrom und investiert bis zu 80 Prozent seiner Gewinne in Baumpflanzprojekte. Auf der Startseite der Suchmaschine können Sie zusehen, wie Bäume gepflanzt werden. Nach derzeitigem Stand sind es schon über 149 Millionen. Aus 45 Suchanfragen ergibt sich ein zu pflanzender Baum. Das allerdings nur, indem Sie auf die Anzeigen klicken – nur so kann Geld fließen.
Eine weitere Alternative ist Gexsi.com. Hier werden soziale Projekte aus der Rhein-Ruhr-Region unterstützt, die sich an den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen orientieren. Außerdem verspricht das Sozialunternehmen einen besseren Datenschutz als die Konkurrenz.

Unser Tipp: Über den AppStore oder GooglePlay können Sie eine kostenlose Browser-Erweiterung der beiden Suchmaschinen herunterladen und auf Ihrem Computer oder Smartphone installieren. So sucht Ihr Browser automatisch über die von Ihnen gewählte nachhaltige Suchmaschine.

Bummeln gehen
Sie haben es befürchtet. Wir auch. Dem gemütlichen Shoppingtrip vom Sofa aus müssen nachhaltige Grenzen gesetzt werden. Denn Server wie der von Amazon laufen nicht über grüne Energie – und leider können Sie dagegen nichts tun. Was Sie aber tun können, ist, wenn es denn über einen Onlineshop sein soll, eine grüne Alternative zu wählen. Eine Liste solcher grünen Onlineshops stellt Utopia zur Verfügung. Dabei sind oft nicht nur die Server der Shops, sondern auch die angebotenen Produkte nachhaltig produziert und geliefert. Und natürlich gilt: Nur das bestellen, was Sie wirklich brauchen.

You’ve got (green) mail
Auch hier lässt sich der Fußabdruck reduzieren, in dem Sie Mail-Provider verwenden, die Ökostrom nutzen, beispielsweise posteo.de oder mail.de. Und ihr Postfach sollten Sie zudem regelmäßig ausmisten, gerade Spammails oder uninteressante Newsletter nehmen Speicherplatz und verbrauchen Energie.

Speichern in den Wolken
Wie sieht es eigentlich mit dem Speichern von Daten in der Cloud oder bei GoogleDrive aus? Irgendwo steht ein Server, der permanent Strom braucht, um die Cloud jederzeit funktionsfähig zu halten, sodass Sie immer und von überall auf Ihre Daten zugreifen können. Wichtig ist, nicht alles doppelt und dreifach virtuell aufzubewahren. Beispielsweise sollten Sie nur die aktuelle Version einer Datei behalten – und nicht noch ihre 10 Vorgängerversionen. Außerdem reicht das Aufbewahren an einem Speicherplatz völlig aus, denn Duplikate an anderen Stellen haben ebenso ihren (Strom-)Preis.

Ab in den (digitalen) Papierkorb
Wie in unserem Zuhause, sollten wir auf unserem Computer regelmäßig aufräumen. So hat die Festplatte weniger rumzurechnen, alles funktioniert ein wenig schneller und stößt obendrein weniger CO2 aus. Übrigens: Sie verschieben die Dateien in den Papierkorb. Diese sind dann noch auf Ihrem Computer. Also regelmäßig den (digitalen) Papierkorb leeren. Daneben gibt es noch einige andere Schraubstellen, mit denen Sie auf Ihren Computer ein wenig für Ordnung sorgen können:

WizTree analysiert alle Dateien auf Ihrer Festplatte und sortiert sie in einem Diagramm nach Größe. So sehen Sie, wo eventuell Bedarf für Verkleinerung ist.

AllDup erkennt Duplikate und löscht sie.

Deinstallationsprogramme wie IOBit Unistaller, Should I Remove it oder CCleaner erkennen alte und ungenutzte Programme und bereinigen dann Ihre Plattform davon.