mio, mein Globus-Magazin Lädt...
arrow-down arrow-left arrow-right arrow-top search arrow-thin-right arrow-thin-left chevron-thin-down chevron-thin-up email instagram facebook youtube twitter remove quote www

mio, mein Globus-Magazin

mio, mein Globus-Magazin
Grüner wohnen

Nachhaltige Wohnkonzepte: Das sind die Häuser der Zukunft

Grüner wohnen

Aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerung und des immer knapper werdenden Wohnraums wird das Interesse an neuartigen Wohnkonzepten immer größer. Aber wie sehen die Alternativen aus? mio hat sich auf die Suche gemacht und originelle, nachhaltige Wohnideen genauer unter die Lupe genommen.

Earthships: Ökohäuser mit Zukunft

Stellen Sie sich ein Haus vor, das sich selbst beheizt, mit Wasser versorgt und sein eigenes Essen produziert. Und jetzt stellen Sie sich vor, dass jeder dieses Haus bauen kann, überall auf der Welt und aus Dingen, die wir normalerweise wegwerfen würden. Klingt utopisch? Ist es aber nicht. Earthships nennen sich die Ökohäuser, die völlig autark, ohne Wasser-, Strom- und Kanalisationsanschluss funktionieren und aus recycelten Materialien wie Autoreifen gebaut werden.

Das Earthship-Wohnkonzept wurde vor circa 40 Jahren vom amerikanischen Architekten Michael Reynolds entwickelt, der seine Unterstützung beim Bau solcher Gebäude auf der ganzen Welt anbietet. Insgesamt gibt es derzeit ungefähr 1000 Earthships weltweit. In Deutschland wurde das erste Ökohaus dieser Art im Mai 2016 im Landkreis Schwäbisch Hall erbaut.

Die der Sonne zugewandte Fassade des Earthships ist vollständig verglast und beherbergt das innen liegende Gewächshaus. Die darin lebenden Pflanzen reichern die Luft mit Sauerstoff und Wasserdampf an und sorgen so für ein gutes Klima.

Bauweise

Ein Earthship-Gebäude wird nach Süden ausgerichtet und mit einer großen Glasfront versehen. Dieser Bereich dient später als Wintergarten zum Anpflanzen von Obst und Gemüse. Die restlichen Seiten des Ökohauses bestehen aus mit Erde befüllten und mit Lehm verputzten Autoreifen. Die daraus entstehenden dicken Wände sorgen dafür, dass die Innentemperatur das ganze Jahr über fast konstant bleibt. So benötigt man weder Heizung noch Klimaanlage. Strom wird mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach produziert und gespeichert; die Erwärmung des Brauchwassers übernimmt eine Solaranlage. In Zisternen wird das Regenwasser gesammelt, anschließend mithilfe verschiedener Filter gereinigt und dadurch trinkbar. Das Abwasser wird zum Bewässern des eigens angebauten Obsts und Gemüses genutzt und kann sogar noch als Spülwasser für die Toilette verwendet werden.

Sie wollen mehr über das Leben in einem Earthship erfahren? Auf der Website des ersten deutschen Earthships „Tempelhof“ berichten die Bewohner über ihre Erfahrungen und das Zusammenleben.

Tiny Houses: Leben auf kleinstem Raum

Alternativ und nachhaltig wohnen und das auf wenigen Quadratmetern – Tiny Houses sind reduzierte, oft mobile Eigenheime, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Mini-Häuser günstig in der Anschaffung sind und einen sehr geringen Energiebedarf aufweisen. Durch die Nutzung umweltfreundlicher Ressourcen entsteht außerdem eine positive Ökobilanz. Aber auch die bewusste Entscheidung minimalistisch zu leben und örtlich ungebunden zu sein, spricht für das Leben in einem Tiny House.

Tiny Houses kommen ursprünglich aus den USA. Seit einigen Jahren sind die Minihäuser aber auch in Europa sehr beliebt.

Auf wenigen Quadratmetern Grundfläche findet sich alles, was man zum Wohnen so braucht.

Bauweise

Das Besondere an einem Tiny House ist wohl, dass es kein Fundament besitzt. Die Mini-Häuser werden auf einem PKW-Anhänger gebaut und sind somit mobil. Besonders beliebt sind Satteldächer, unter denen sich die Schlafebene befindet. Die Wohnfläche beträgt hierzulande meist zwischen zehn und dreißig Quadratmetern. In den USA, der Geburtsstätte der Tiny-House-Bewegung, gibt es auch Häuser, die bis zu 55 Quadratmeter groß sind. Diese Bauvorhaben sind in Deutschland allerdings nicht umsetzbar, da die Vorschriften hierzulande strenger sind. Je nach persönlicher Vorliebe unterscheiden sich die Mini-Häuser im Design. Gemein ist ihnen jedoch allen eine gut durchdachte Inneneinrichtung, die viel Stauraum bietet.

Mehr Infos zum Thema „Tiny Houses“ in Deutschland sowie private Eigenbau-Projekte finden Sie auf dem offiziellen Infoportal www.tiny-houses.de.

Cohousing: Eine neue Form gemeinschaftlichen Wohnens

Cohousing ist ein Konzept ressourcenschonenden und generationsübergreifenden Wohnens. Es leben Singles, Paare und Familien aller Altersstufen in einer Gemeinschaft zusammen, in der dennoch Platz für Privatsphäre bleibt. Das Konzept richtet sich vor allem an Städter, die der Anonymität urbaner Wohnformen entfliehen möchten. Ursprünglich stammt Cohousing aus Dänemark, mittlerweile ist die Wohnform aber weit über Skandinavien hinaus bekannt.

Der Lebensraum ist die erste Cohousing-Siedlung Österreichs. Das Wohnprojekt verbindet ökologisches Wohnen im Grünen mit gelebter Nachbarschaft.

Auch in Österreich gibt es eine derartige Wohnsiedlung. „Der Lebensraum“ in Niederösterreich, verbindet die Vorteile der geschützten Privatsphäre eines Einzelhauses mit den Vorteilen einer Gemeinschaft. Getreu dem Motto „ökologisches Wohnen im Grünen“ steht jedem Bewohner bzw. jeder Familie eine eigene Niedrig-Energie-Wohnung mit Garten oder Terrasse zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume, in denen beispielsweise für alle Bewohner gekocht wird. Die Lebensmittel hierfür werden gemeinsam eingekauft oder selbst angebaut. Darüber hinaus gibt es gemeinschaftliche Waschmaschinen, die ein ressourcenschonendes Waschen ermöglichen. Anders als übliche Haushaltsgeräte werden sie mit Solarstrom betrieben und mit Regenwasser gespeist. Laut eigenen Angaben liegt der Energieverbrauch der Niedrig-Energie-Wohnungen bei ca. einem Drittel im Vergleich zu einer herkömmlichen Wohnung.

Auch Kleines kann Großes bewirken

Für alle, die bereits in einem gemütlichen Eigenheim leben und für die Earthships, Tiny Houses und Co. nicht in Frage kommen, haben wir ein paar einfache Tipps und Tricks, die sich ganz einfach in den Alltag integrieren lassen und eine nachhaltige Lebensweise fördern.

1. Umweltbewusst heizen
Das ganze Jahr über die Wohnung konstant auf 24 Grad heizen – das braucht keiner. Nachweislich schläft man ohnehin besser in kühlen Räumen. Wer das Thermostat zukünftig also etwas runterdreht, spart nicht nur Energie, sondern auch bares Geld.

2. Ökostrom
Grüner Strom lohnt sich und zwar nicht nur für die Umwelt. Je nach Region kann Ökostrom sogar günstiger sein als herkömmlicher. Am besten vergleichen Sie online Preise, das spart Zeit und Energie. Aber auch Fotovoltaikanlagen sind eine nachhaltige und langfristige Investition.

3. Unbenutzte Geräte vom Netz nehmen
Mehrfachstecker, bei denen man per Knopfdruck den Strom abschalten kann, lohnen sich. Wird ein Gerät nicht genutzt, kann man es einfach vom Stromkreis trennen.

Das Buch Einfach öko hilft Ihnen beim Einstieg in einen nachhaltigen Lebensstil. Das Gute daran: Jeder kann da ansetzen, wo er möchte – wo es besonders leichtfällt, wo man nebenbei Geld spart oder am meisten für die Umwelt tut. Ein Buch für alle, die auf Nachhaltigkeit in Küche, Bad und Wohnzimmer Wert legen und Lust haben, ihren Alltag grüner zu gestalten.

Erhältlich im Globus-Buchshop!