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mio, mein Globus-Magazin

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Gutes tun in meiner Stadt

Denn: Eine bessere Welt beginnt schon im Kleinen!

Gutes tun in meiner Stadt

Über 30 Millionen Bürger setzen sich hierzulande ehrenamtlich aktiv für andere ein. Ob vorlesen, Müll sammeln oder bei den Hausaufgaben helfen – je nach Alter und Begabung ist für jeden etwas dabei, um sich in der eigenen Stadt oder Nachbarschaft zu engagieren.

Wer früher auf dem Dorf lebte, der kennt es vielleicht noch: Gegenseitige Hilfe beim Ernten, Kinderhüten oder in der Freiwilligen Feuerwehr war gang und gäbe. Die heutigen gesellschaftlichen Strukturen mit demografischem Wandel, stärkerer Mobilität und urbanem Lebensstil haben dazu geführt, dass Nachbarschaftshilfe nicht mehr selbstverständlich ist. Zwar sorgen in vielen Bereichen Einrichtungen wie Kitas, Sozialstationen und Berufsfeuerwehr für professionelle Hilfsangebote. Doch braucht es darüber hinaus auch die Aktivität engagierter Menschen, die freiwillig Hilfe in unterschiedlichen Bereichen anbieten.

Win-win-Situation für alle

Viele Sozial-, Sport- und Kulturangebote sind nur durch Freiwilligenarbeit überhaupt möglich. Egal ob jemand als Trainer junge Fußballtalente fördern möchte oder selbst Unterstützung bei einem Handarbeitsprojekt sucht – alle Seiten profitieren. Und die positiven Erfahrungen bereichern auch über die ehrenamtlichen Aktivitäten hinaus das eigene Leben. Denn das Engagement sorgt meist nicht nur in den konkreten Projekten für gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern bekommt Flügel: Neue Kontakte werden geknüpft, das Gemeinschaftsgefühl wächst und wir erhalten wertvolle Einblicke in andere Lebensbereiche.

So viele Möglichkeiten: Helfen in allen Lebenslagen

Ob Sie sich bei einer Müllsammelaktion im Wald beteiligen oder bei der Hausaufgabenhilfe im Hort mitwirken – Einsatzmöglichkeiten gibt es für jedes Alter und jede Begabung. Wer praktisch veranlagt ist, bietet vielleicht eine Technik-AG in der Grundschule an oder hilft im Sportverein mit. Wenn Kommunikation Ihre Stärke ist, können Sie beispielsweise Menschen auf Ämter begleiten oder im Sozialkaufhaus gebrauchte Möbel verkaufen. Sind Sie kreativ und tierlieb? Dann sind Sie der Richtige, um ein Plakat für die örtliche Tierhilfe zu entwerfen. Und wenn Ihnen andere Menschen am Herzen liegen, dann können Sie Durchreisende in der Bahnhofsmission mit einem offenen Ohr und einem heißen Kaffee glücklich machen.

Sehr erfolgreich sind Patenschaftsprojekte, die Tandems zusammenbringen:
Menschen, die mitten im Leben stehen, begleiten Jugendliche auf ihrem Weg in den Beruf. Die Vorlese-Oma vermittelt einem Kind die Liebe zu Büchern, geflüchtete Menschen und junge Familien werden in Alltagsfragen unterstützt. Das Schöne daran: Der Pate tut das, was er gern tut – zum Wohle anderer.

Damit Engagement gelingt, braucht es Offenheit von allen Seiten – nicht nur bei den Ehrenamtlichen. Manchmal fällt es schwer, um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen. Doch wenn wir uns darauf einlassen, gewinnen wir alle mehr Miteinander und Lebensqualität.

Gute Nachbarn, gut vernetzt

Vor allem in Zeiten, in denen die eigene Familie oft nicht mehr am selben Ort lebt, wird Nachbarschaftshilfe immer wichtiger. Gegenseitige Unterstützung im direkten Umfeld kann viele Facetten haben: die Adresse eines guten Physiotherapeuten, spontanes Kinderhüten, wenn die Kita streikt, eine Mitfahrgelegenheit ins Einkaufszentrum. Digitale Nachbarschaftsportale im Web oder als App erleichtern die Kontaktaufnahme und Vernetzung. Sehr beliebt ist nebenan.de und 2017 ist nextdoor.de aus den USA dazugekommen. Wer Zeit und Ideen einbringt, kann sein eigenes Stadtviertel aktiv mitgestalten. Ein Straßenfest etwa ist gar nicht so schwer zu organisieren, wenn viele mithelfen. Oder wie wäre es mit einem Gemeinschaftsgarten oder einem regelmäßigen Anwohnerfrühstück? Begegnungsmöglichkeiten wie diese verbinden Menschen mit unterschiedlichem Alter, kulturellem oder religiösem Hintergrund und schaffen eine Willkommenskultur für neu Zugezogene. Auch Repaircafés, Tauschbörsen und Mehrgenerationen-Wohnprojekte machen aus einem zufälligen Nebeneinander im Stadtteil schnell ein hilfsbereites Miteinander. Solche Art von Quartiersarbeit wird zunehmend auch von öffentlicher Seite gefördert, und wer selbst ein Nachbarschaftsprojekt aufziehen will, sollte sich vor Ort nach Unterstützung erkundigen (in Rheinland-Pfalz gibt es zum Beispiel die Landesinitiative „Neue Nachbarschaften“).

Wer engagiert sich?

40 Prozent der Bevölkerung sind ehrenamtlich oder freiwillig engagiert. Die Hälfte von ihnen investiert dafür sechs Stunden oder mehr pro Monat. Unter ihnen sind etwas mehr Männer als Frauen, in den süddeutschen Bundesländern gibt es anteilig mehr als im Norden und Osten, im ländlichen Raum mehr als in der Stadt.

(Quellen: Destatis-Datenreport 2016, Deutscher Freiwilligensurvey 2014)

Vom Suchen und Finden: Hier können Sie mitmachen

Doch wie finden Sie den Einsatzort, der zu Ihnen passt? Oft bilden Kirchengemeinden, Vereine, Initiativen oder die Kommune den organisatorischen Rahmen für freiwillige Arbeit. Wenn Sie schon wissen, wo Sie sich gern einbringen möchten, können Sie dort aktiv nachfragen. Ansonsten heißt es Augen und Ohren offen halten: Manchmal liefert Mundpropaganda, der Gemeindebrief oder ein Aushang den ersten Ansatzpunkt. In fast jeder Region gibt es außerdem Ehrenamtsbörsen oder Freiwilligenagenturen. Sie bringen mithilfe einer Datenbank Organisationen und Engagierte zusammen und fördern Ehrenamt auch durch Beratung, Qualifizierungen und Öffentlichkeitsarbeit.

Tipp: Mancherorts präsentieren sich Vereine und Initiativen bei einem Freiwilligen-Tag gemeinsam mit Infoständen – bevorzugt im September, wenn bundesweit die Woche des bürgerschaftlichen Engagements stattfindet.

Ehrenamtsbörsen und Freiwilligenagenturen

Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V. www.bagfa.de

Auch einzelne Bundesländer haben Datenbanken,
z. B. Saarland: www.pro-ehrenamt.de
Hessen: www.ehrenamtssuche-hessen.de