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mio, mein Globus-Magazin

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Vom Glück des Selbermachens

Selbermachen liegt voll im Trend und begeistert immer mehr Menschen. Also, worauf warten Sie noch? Do it yourself!

Vom Glück des Selbermachens

Kennen Sie das befriedigende Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen? Beim Stricken, Häkeln, Basteln oder Bauen können wir unsere Ideen verwirklichen, Fähigkeiten austesten, unsere Kreativität fördern und Selbstvertrauen tanken – das beflügelt Geist und Seele. Kein Wunder also, dass Selbermachen im Trend liegt und immer mehr Menschen begeistert.
Also, worauf warten Sie noch? Do it yourself!

Überall begegnen uns Strickanleitungen, Bullet Journals und Möbel Marke Eigenbau. Wer einma darauf achtet, entdeckt Selbstgemachtes en masse: Handyhüllen, Einkaufstaschen, Schals, Deko, Schmuck und allerlei Leckeres aus der eigenen Küche. An vielen Orten gibt es Märkte und Messen mit Angeboten für Bastler. Es scheint, als sei ein regelrechtes DIY-Fieber ausgebrochen. Wir basteln, malen und hämmern, was das Zeug hält. Dabei geht es weniger ums Ergebnis als vielmehr ums Erlebnis: Nicht das perfekte Endprodukt steht im Vordergrund, sondern das Ausprobieren und die persönliche Note. Egal, ob am Ende alles millimetergenau sitzt oder ob es minimale Abweichungen gibt – die fertigen Projekte zeigen: Hier hat sich jemand Zeit genommen, sich intensiv mit einer Sache auseinandergesetzt und mit Hingabe gewerkelt. Bestes Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Eine Freundin plant in diesen Wochen ihre Geburtstagsfeier. Auf ihrem Küchentisch stapelten sich beim letzten Besuch farbige Blätter, Goldstifte und bunte Umschläge. Jede einzelne Einladung schrieb sie von Hand und übertrug, nach einem Art-déco-Alphabet, mühsam einen Buchstaben nach dem anderen. Es kostete meine Freundin mehrere Nachmittage, ihre Hand schmerzte vom Schreiben. Trotzdem gab sie nicht auf. Nun gibt es eine Reihe von Online-Druckereien, die für wenig Geld ihre Dienste anbieten. Für meine Freundin wäre es ein Leichtes gewesen, die Karten einfach nach ihren Vorstellungen anfertigen zu lassen. Auf meine Frage, warum sie das nicht getan habe, erklärte sie: „Es macht mir Spaß. Es muss nicht perfekt aussehen, sondern soll einfach meins sein.“

So wie meiner Freundin geht es vielen. Woher kommt diese Begeisterung für das Selbermachen – wenn es doch viel leichter und manchmal sogar billiger wäre, auf professionell angefertigte Produkte zurückzugreifen? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht und natürlich auch gleich ein paar Anregungen gesammelt. Auf den nächsten Seiten lesen Sie mehr!

KREATIVITÄT IST GESUND

Malen, zeichnen oder Plastiken gestalten: Kreativität hilft dabei, die eigenen Empfindungen klarer zu spüren und auszudrücken. Deswegen werden künstlerische und kreative Techniken auch in der Psychotherapie genutzt. Bei Menschen mit Demenz kann Kunsttherapie die Konzentrations- und Orientierungsfähigkeit verbessern.

Vom Heimwerker zum Hipster

Kleine Geschichte des Selbermachens

Dinge selbst anzufertigen, war früher für viele Menschen eine schlichte Notwendigkeit. Wer nicht sein Feld bestellen, Kleidung nähen, sich einrichten und sein Essen zubereiten konnte, konnte sich nicht selbst versorgen. Heute ist das anders. Durch die weltweite Vernetzung und den technischen Fortschritt sind viele Dinge leicht verfügbar, die früher nur mit großem Aufwand hergestellt werden konnten. Trotzdem ist gerade mit zunehmender Technologisierung das Selbermachen mehr und mehr in Mode gekommen.






Wirtschaftspsychologin Hanna Peichl fand in ihrer Bachelorarbeit heraus, dass der Ausdruck „Do it yourself“ – heute kurz DIY – auf ein US-amerikanisches Bastlermagazin aus dem Jahr 1912 zurückgeht. Nachdem zwei Weltkriege den Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks wenig Zeit ließen, echten Hobbys nachzugehen, dauerte es allerdings bis in die 1950er Jahre, dass DIYs eine neue Hochkonjunktur erlebten. Das betraf dann auch Deutschland: Es war die Zeit der Burda-Schnitte und Brigitte-Strickmuster. In den 1960er- und 1970er-Jahren kam außerdem eine politische Färbung hinzu, erklärt Hanna Peichl: „Das Selbermachen ermöglichte es den Menschen, aus dem industriell geprägten Leben auszubrechen. Sie waren den unreflektierten Konsum von Produkten der Massenindustrie leid, sie strebten nach Individualität und Authentizität.“


SELBERMACHEN WURDE ZU EINER MÖGLICHKEIT, SICH ABZUGRENZEN UND DIE INDIVIDUELLE PERSÖNLICHKEIT ZUM AUSDRUCK ZU BRINGEN.


Ein Phänomen der vergangenen Jahrzehnte ist, dass Bastler immer weniger als schräge Vögel und immer mehr als Trendsetter wahrgenommen werden. In zahlreichen Kreativ-Blogs findet das seinen Ausdruck. Grund dafür ist ein gesellschaftspolitisches Umdenken. Dazu meint Hanna Peichl: „Das Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz gewann in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung. Der blinde Konsum wurde auch in den Medien zunehmend kritisch hinterfragt. Selbermachen hatte nichts mehr mit fehlenden Mitteln oder Eigenartigkeit zu tun, es war vielmehr ein Ausdruck der Reflektion und des bewussten Umgangs mit der Umwelt. Zudem standen individuelles Leben und Wohnen hoch im Kurs.“ Plötzlich gab es auch im Fernsehen Sendungen, die das Heimwerken salonfähig machten. Alle großen Privatsender hatten ab Anfang der 2000er-Jahre ein entsprechendes Format, bei dem Wohnungen neu eingerichtet oder ganze Häuser umgestaltet wurden. Der Durchbruch des bis heute anhaltenden, großen DIY-Trends kam mit dem Internet. Hier fand jeder seine Mitstreiter, Zulieferer, Abnehmer – und, nicht zuletzt, Inspiration. „Ideen, Anleitungen und Tipps verbreiten sich schnell und sind für jedermann zugänglich. Auf Foren und Chats verbinden sich die Heimwerker mit den Bastlern, die Tüftler mit den Kunsthandwerkern und die Polit- mit den Sozialaktivisten. Eine große Auswahl an Vorlagen und Anleitungen steht im Netz zur freien Verfügung. So entstanden und entstehen immer noch unzählig viele neue Ideen, Bereiche und Ansätze, welche die Szene bis heute immer weiterwachsen lassen“, skizziert die Spezialistin der DIY-Psychologie.

Buchtipp

„Marke Eigenbau. Gesellschaftliche Ausprägungen und
psychologische Erklärungen des Do-It-Yourself-Trends“ von Hanna Peichl

Bei Globus und unter www.globus-buchshop.de erhältlich.

„Wie Yoga oder Meditation“

Unsere DIY-Bloggerin Mona Zimmer stellt in der mio jeden Monat kreative Ideen vor. Hier verrät sie, was ihr das Basteln bedeutet.

„Ich war schon immer sehr kreativ. Als es um die Berufsfindung ging, habe ich mich dennoch für einen eher trockenen Bürojob entschieden. Das Selbermachen war dann ein kreativer Ausgleich für mich. Beim Basteln und Werkeln kann ich mich entspannen. Wenn ich in einem Projekt stecke, bin ich im Flow. Das bringt Ruhe und ist für mich eine Art Yoga oder Meditation. Am meisten Spaß macht es mir, Dinge mit Farbe zu verschönern. Ich mag Mobiles und DIYs mit Blumen. So ziemlich alles, was mit Kreativität zu tun hat, liebe ich! Inspirieren lasse ich mich von dem, was ich täglich sehe – von der schönen Einrichtung eines Cafés über Zeitschriften bis hin zu Pinterest oder Instagram. Ich speichere die Bilder in meinem Kopf und mixe sie mit meinem persönlichen Stil. So entstehen meine Ideen!“

Monas Tipp für DIY-Neulinge:

„Mit anderen vernetzen und erfahren, was angesagt ist! Dafür hilft es, in sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. Pinterest ist perfekt. Kreative Köpfe sind aber auch viel auf Instagram unterwegs.“

Hier geht's zu Monas aktuellem DIY!

Nicht verpassen!


Termine und Trends

KREATIVE KÖPFE TREFFEN, schauen, was andere so machen, eigene Werke anbieten oder Zubehör finden: Das geht auf Kunsthandwerkermärkten und Hobbykünstlermärkten. Eine Übersicht über aktuelle Termine gibt es zum Beispiel unter www.kuenstlermaerkte.de
www.hobbyevent.de
www.i-love-handmade.de

NÄHEN, WAS DAS ZEUG HÄLT
Absolut eine Reise wert sind die deutsch-holländischen Stoffmärkte, die das Jahr über an verschiedenen Standorten stattfinden. Hier gibt es Stoffe von fein bis rustikal, außerdem jede Menge Knöpfe, Bänder und sonstiges Zubehör. Eine Terminübersicht finden Sie hier:
www.stoffmarkt-expo.de

ONLINE-INSPIRATIONEN
Natürlich gibt es auch im Netz viele Börsen zum kreativen Austausch. Die meisten Bastler treffen sich auf www.pinterest.de, einer der größten und bekanntesten Plattformen. Aber auch Alternativen wie www.etsy.com oder www.juxtapost.com bieten viele Ideen und DIY-Anleitungen.

MATERIAL FÜR KREATIVE
Wussten Sie schon, dass es in Ihrem Globus-Markt ein riesiges Sortiment für Bastler und DIY-Fans gibt? Neben Wolle und Stricknadeln ist eine große Auswahl an verschiedenen Stiften, Papierbögen und Bastelzubehör vorhanden. Ideen für Ihr nächstes Projekt finden Sie in der Buchabteilung.


Aktuell beliebt: Punch Needle

Ein derzeitiger Trend ist „Punch Needle“, eine Mischung aus Sticken und Knüpfen. Es eignet sich zum Beispiel gut dafür, Wollreste zu verarbeiten. Als Untergrund braucht man einen groben Stoff, als Ausstattung außerdem einen Stickrahmen und ein Punch-Needle-Set. Mit dieser Technik können zum Beispiel Wandbilder und Kissen gestaltet werden. Auf YouTube finden sich zahlreiche Anleitungen dazu.

Buchtipp

„Punch Needle – Alles, was du wissen musst“ von Miriam Dornemann

Dieses Buch ist der perfekte Einstieg, um den DIY-Trend Punch Needle kennenzulernen. Die Autorin erklärt Ihnen alles, was Sie für den richtigen Start in Ihr neues Hobby wissen müssen, und im Nu kann es losgehen mit Ihrem ersten eigenen Modell. Ob dekoratives
Wandbild, coole Tasche, kuscheliges Kissen oder niedlicher Anhänger – alle Anleitungen werden Schritt für Schritt erklärt und mit Fotos begleitet.

Im Globus-Buchshop erähltlich