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Der Traum vom einfachen Leben

Entrümpeln – aber wie?

Der Traum vom einfachen Leben

Ordnung im Kleiderschrank, ein abgespeckter Terminkalender und mehr Zeit für das Wesentliche … Klingt verlockend? Dann haben wir hier die richtigen Tipps für Sie. So schwer ist es nämlich gar nicht, das Leben ein bisschen übersichtlicher zu gestalten. Der Clou: Aufräumen wirkt sich meistens auch positiv auf das Seelenleben aus.

Es heißt: „Freunde sind wie Schuhe. Wenn man jung ist, kann man nicht genug davon haben, und wenn man älter wird, merkt man, dass es immer die gleichen sind, mit denen man sich wohlfühlt.“ Tatsächlich umgeben wir uns oft mit mehr, als gut für uns ist – im Zwischenmenschlichen ebenso wie im Materiellen. Was im Laden nach einem tollen Schnäppchen aussah, entpuppt sich zu Hause als Fehlkauf, der Platz im Kleiderschrank wegnimmt. Hübsche Dekoartikel stehen nach einer Weile nur noch im Weg. Der Haushalt, als wäre er nicht schon mühsam genug, wird damit nur noch anstrengender.

Dann sind da auch noch die Erwartungen der lieben Familie: „Ruf doch mal wieder an!“ (die Mama). „Wir wollten doch öfter mal wieder ausgehen!“ (der Schatz). „Spielst du mit mir?“ (der kleine Schatz). Und irgendwie lockt die Couch am Abend plötzlich mehr als die leider bereits getroffene Verabredung, aber zugesagt ist zugesagt …

Das, was eigentlich toll ist, kann leicht in Stress umschlagen – wenn es überhandnimmt. Wer Zeit für viele Freunde braucht, hat weniger Freiraum für die eigenen Interessen. Wer eine Menge Schuhe hat, hat oft umso mehr Mühe, die richtigen zu finden. Je mehr Möglichkeiten, desto mehr mögliche Fehlentscheidungen und Interessenkonflikte. Das kann ganz schön blockieren und verunsichern. Kennen Sie dieses Gefühl? Dann ist es höchste Zeit für einen Bestands-Check: Was, wen und wie viel brauchen Sie wirklich, um glücklich zu sein? Wie können Sie loswerden oder reduzieren, was Sie belastet? Wir haben Tricks und Strategien zusammengestellt, die seelisch und praktisch beim Entrümpeln helfen.

Entrümpeln – aber wie?

Ein Symbol schaffen
Werner Tiki Küstenmacher, Autor des Bestsellers „Simplify your life“, empfiehlt: Fangen Sie mit einem einzelnen kleinen Behälter an! Es kann sogar nur eine einfache Stiftbox sein. In drei Schritten wird sie zum Sinnbild für den Neuanfang – denn auf die gleiche Weise lässt sich auch jeder andere Bereich sichten und ordnen.

  1. Behälter vollständig ausleeren und reinigen.
  2. Alle Teile prüfen: Gehören sie wirklich hier hinein? Funktionieren sie überhaupt noch?
  3. Sinnvoll wieder einräumen oder gegebenenfalls Teile wegwerfen.

Chaos im Kleiderschrank

Die größte Schwachstelle ist meist der Kleiderschrank. Dort landen viele vermeintliche Shopping-Schätze! Am besten fangen Sie mit einer einzelnen Schublade oder einem einzelnen Fach an. Dann erscheint der Berg, der vor Ihnen liegt, nicht zu groß. Immer in der gleichen Reihenfolge: leeren, reinigen, sichten, aussortieren, wieder einräumen. Und immer ein Fach nach dem anderen. Selbst wenn Sie dann nach drei Schubladen aufhören müssen, haben Sie drei kleine Projekte geschafft!

Schöner Stauraum

Kisten und Co. können eine echte Hilfe sein, wenn es darum geht, Ordnung zu schaffen. Zum Beispiel, wenn Tuben, Tiegel und andere Kleinigkeiten aus dem Badezimmerregal einfach in ein hübsches Körbchen wandern. Das ist übersichtlich, erleichtert das Putzen und sieht hübsch aus!

Geschenke, die man nicht braucht, aber aus Rücksicht verwahrt, stören die Ordnung. Werner Tiki Küstenmachers Tipp: Wünschen Sie sich etwas, was sich verbraucht – das benötigt keinen festen Stammplatz.

Der Rundumschlag: Magic Cleaning mit Konmari

Wenn nicht nur einzelne Zimmer oder Schränke unordentlich sind, sondern die ganze Wohnung eine Generalüberholung braucht, hilft Konmari. Die japanische Autorin und Ordnungsberaterin Marie Kondo hat das System entwickelt. Ihr Tipp: Nehmen Sie sich Ihre Besitztümer kategorieweise vor! Ob Bücher, CDs, Accessoires oder Pullover: Alles, was zur gleichen Gruppe gehört, wird aus sämtlichen Räumen der Wohnung zusammengetragen, gesichtet und der Frage aller Fragen unterworfen: Macht es mir Freude? Wenn ja: einen festen Platz dafür definieren. Wenn nicht: weg damit!

Senkrecht stellen

Blusen, Pullover, Unterhosen: Warum wird eigentlich so viel gestapelt? Konmari bietet eine deutlich bessere Lösung: Kleidung wird so gefaltet, dass Rechtecke daraus entstehen, die Sie senkrecht nebeneinander aufstellen oder in die Schublade legen können.
Vorteil: Alle Teile sind auf einen Blick zu sehen.

Wohin mit altem Zeug?

Option 1: Verkaufen – auf dem Flohmarkt oder online. Das bringt sogar noch etwas Geld und stellt sicher, dass der neue Besitzer das Teil wirklich will.

Option 2: Verschenken – an ein Sozialkaufhaus, in einer Kiste „zum Mitnehmen“ vor der Haustür oder im Bekanntenkreis. Dann sollte allerdings vorab geklärt sein, dass der neue Besitzer die Dinge auch weitergeben oder wegwerfen darf, wenn er sie selbst nicht mehr haben will – sonst kommen sie vielleicht wieder zurück!

Option 3: Recyceln – via Kleidercontainer oder als Putzlappen für zu Hause. Ein Tipp von Hauswirtschafterin und Autorin Yvonne Willicks: Nylonstrümpfe sind ideal zum Staubwischen! Aber Vorsicht: Nicht jedes ausrangierte Teil in die Putzkammer stecken, sonst verlagern Sie nur das Problem

Minimalismus – Ordnung für die Seele

Pflegen, Putzen, Instandhalten – Besitz kann ganz schön belasten. Immer mehr Menschen versuchen
deshalb, mit möglichst wenigen Dingen auszukommen. Minimalismus, also das bewusste Beschränken auf das Wesentliche, ist ein internationaler Trend.

Freiheit durch Verzicht

Eine fast leere 20-Quadratmeter-Wohnung, möbliert mit nur einer Holzkiste, einem Schreibtisch und einer Matratze: So lebt der japanische Autor Fumio Sasaki. Nachdem er merkte, dass die Anschaffung neuer Dinge ihn keineswegs zufriedener machte, entschied er sich für diesen radikalen Schritt. Annähernd seine gesamten Besitztümer, darunter Bücher, CDs, Designerkleidung, Antiquitäten und eine Fotoausrüstung, gab er ab und schwärmt seitdem von einem völlig neuen Gefühl der Freiheit. Und auch wenn nicht jeder von uns so spartanisch leben möchte, so können seine Tipps uns dabei helfen, minimalistischer zu werden. Sasaki ist überzeugt davon, dass Menschen leichter zu sich selbst finden, je weniger sie besitzen. Sein Rat:

  • Misten Sie alle Gegenstände aus, die Sie mehrfach haben!
  • Vergessen Sie den Preis!
  • Werfen Sie weg, was Sie nur zum Angeben benutzen!
  • Nehmen Sie nichts, nur weil es billig oder geschenkt ist!
  • Seien Sie gesellig und leihen Sie sich Dinge aus!

Fünf Grundwerte als Basis für ein erfülltes Leben

  • Gesundheit, die man entsprechend der persönlichen Situation bestmöglich fördert
  • gute Beziehungen – von der Partnerschaft bis zum ganz weiten sozialen Netz
  • Leidenschaften, also das, wofür man brennt – unabhängig vom Einkommen
  • soziales Engagement im Sinne direkter Begegnungen und praktischer Hilfe für andere, nicht im Sinne von Spenden
  • persönliche Weiterentwicklung durch kontinuierliche kleine Verbesserungen in jedem Bereich des Lebens

"AUCH MIT BESITZTÜMERN KANN MAN LEBEN – SOFERN SIE NICHT DEN BLICK AUF DIE FÜNF ENTSCHEIDENDEN GRUNDWERTE VERSTELLEN."

These der Minimalisten Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus

Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus, ehemals erfolgreiche Führungskräfte in einem amerikanischen Unternehmen, gründeten 2010 ihre englischsprachige Website theminimalists.com

Auf ihr beschreiben sie, wie sie ihr Leben Schritt für Schritt stärker nach den Grundsätzen des Minimalismus ausrichten. Mit ihren Beiträgen gewinnen sie regelmäßig die Aufmerksamkeit von über vier Millionen Lesern.