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mio, mein Globus-Magazin

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Gute Laune statt Winterblues

Wir haben nachgeforscht, warum manche Menschen sich in diesen Monaten so schwermütig fühlen, und haben Tipps für alle Betroffene!

Gute Laune statt Winterblues

Knackige Kälte, Sonnenstrahlen, die sich in Eisblumen am Fenster brechen, Zeit für Kerzen und Lichterketten – das ist die eine Seite des Winters. Trostloses Wetter und wenig Tageslicht die andere. So heimelig er für die einen ist, so bedrückend erleben ihn die anderen. Der Winterblues kann die dunkle Jahreszeit noch viel ungemütlicher machen als Regen und Kälte. Wir haben nachgeforscht, warum manche Menschen sich in diesen Monaten so schwermütig fühlen,
und haben Tipps für Sie, wenn Sie selbst betroffen sind.

Wenn im Winter der Himmel wochenlang grau ist, die Natur nur noch aus kargem, entlaubtem Gestrüpp besteht und Hände und Füße gefühlt gar nicht mehr warm werden, dann schlägt das vielen aufs Gemüt. Laut dem Meinungsforschungs-Onlineportal Statista haben etwa 60 Prozent der Deutschen zumindest manchmal den Winterblues, leiden also an einer depressiven Verstimmung, die sie selbst nicht so recht erklären können. In einigen Fällen entwickeln sich daraus sogar schlimmere Leiden.

Für den Zauber von vorweihnachtlichen Klängen, für geschmückte Hauseingänge und Schaufenster und für strahlend blauen Winterhimmel sind die Betroffenen wenig empfänglich, sondern ziehen sich lieber zurück: Freudlosigkeit, Kraftlosigkeit und Schlafstörungen sind typische Symptome einer solchen Phase.

Wir haben bei einem Experten nachgefragt, wo die Ursachen eines Winterblues liegen und wie sich das Stimmungstief erfolgreich verscheuchen lässt. Außerdem haben wir viele Tipps für Sie parat, die helfen, bei trübem Wetter und kalten Temperaturen die gute Laune zurückzuholen.

Jetzt ist Zeit für „Das wollte ich schon längst mal …“

Wir alle kennen Dinge, die Freude machen und doch lange unerledigt bleiben, weil sie im Alltag untergehen. Noch schlechter stehen die Chancen für ungeliebte Notwendigkeiten, die getan werden wollen, ohne für Begeisterung zu sorgen – vom Keller-Aufräumen bis zum Enteisen des Kühlschranks. Laut einer Forsa-Umfrage von 2017 haben neun von zehn Deutschen mindestens ein geplantes Vorhaben seit längerer Zeit nicht umgesetzt. Vier von zehn Deutschen schieben sogar drei oder vier Vorhaben auf. Ob mit Spaßfaktor oder ohne: Unerledigte Vorhaben sind kleine Pulverfässer, die latent zu einer Unzufriedenheit mit sich selbst beitragen und in der dunklen Jahreszeit die schlechte Laune nur verstärken. Warum warten bis Silvester, um dann die Pläne als Vorhaben ins neue Jahr mitzunehmen? Lange Herbst- und Winterabende sind bestens geeignet, um solche Projekte anzugehen. Unser Motivationstipp: alle unerledigten Vorhaben in zwei Listen eintragen. Auf einer Liste stehen die „Ich würde gern mal …“-Themen, auf der anderen die „Ich muss unbedingt endlich …“-Aufgaben. Für ein abgehaktes weniger schönes To-do wird anschließend gleich eine der schöneren Aktivitäten in die Tat umgesetzt. So gehen Erfolgserlebnisse, Spaß und das gute Gefühl, das eigene Leben im Griff zu haben, Hand in Hand!

Hier ein paar Vorschläge für Ihre To-do-Liste:


Wohlfühlen zu Hause

Wer gerade nicht vor die Tür gehen mag, kann es sich zu Hause mit diesen Tipps so richtig schön machen!

Angenehmer Start in den Tag
Lichtwecker imitieren den Sonnenaufgang. Das macht das Aufstehen leichter und gibt morgens schon eine Extraportion Licht.

Sonnige Erinnerungen
Platzieren Sie eine Reihe von Urlaubsfotos an gut sichtbaren Plätzen in Ihrer Wohnung – zum Beispiel neben dem
Bett, am Küchenschrank, an der Badezimmertür! Oder machen Sie sich ein Gute-Laune-Bilderbuch: einfach auf einem DIY-Kalender die Monatsleiste abschneiden und Lieblingsfotos aus dem Sommer auf die Blätter kleben.

Vorfreude
Sehen Sie jeden Tag 10 bis 20 Minuten fest dafür vor, Unternehmungen für den nächsten Sommer zu planen.

Abtauchen vor dem Einschlafen
Ein warmes Wannenbad verwöhnt die Seele und hilft beim Entspannen. Das geht auch ganz spontan, wenn man keinen Badezusatz im Haus hat: einfach eine Tasse Milch und eine viertel Tasse Olivenöl ins Wasser geben, um die Haut zu pflegen. Ein stark gekochter Sud aus Kamillentee oder Lavendel als Badezusatz wirkt ebenfalls beruhigend
– perfekt vor dem Einschlafen!

Ein warmes Bad verwöhnt die Seele und hilft beim Entspannen – perfekt vor dem Einschlafen!

Düfte für die Seele

Ob als Duftkerze, im Potpourri oder in einem Aromalämpchen: Ein guter Geruch macht Freude und hebt das Gemüt. Außerdem steckt hierin viel DIY Potenzial, was wiederum für gute Laune sorgt. So lässt sich zum Beispiel eine Orange in fantasievollen Mustern mit Nelken bestecken. Tannenzapfen, die man beim Spaziergang findet, sind sehr dekorativ und riechen schon von sich aus angenehm, können aber auch zusätzlich mit Duftöl beträufelt werden.

Duftende Stimmungsaufheller

Diese Aromen gelten als hilfreich gegen den Winterblues:

Rose
Lavendel
Ylang Ylang
Bergamotte
Orange
Sandelholz
Vanille

Aktiv unterwegs

Schöne Erlebnisse machen noch mehr Freude, wenn man sie teilt. Zum Beispiel mit Freunden, Kollegen, Nachbarn oder auch Verwandten. Diese Aktionen bringen Sie auf Trab, sind gesellig – und haben echtes Potenzial, schlechte Stimmung zu vertreiben:

Glück auf Kufen
Schlittschuhlaufen macht Spaß und weckt Kindheitserinnerungen. Im Winter werden in vielen Innenstädten Eisbahnen aufgebaut, die auch dann eine spiegelglatte Fläche bieten, wenn die Temperaturen nicht ausreichen, um Seen und Weiher mit einer Eisfläche zu versehen. Grundregel beim Schlittschuhlaufen: mit den Füßen ein V bilden, mit einem Bein abstoßen, auf dem anderen gleiten. Dabei in Fahrtrichtung und nicht auf die Füße schauen! Die Knie bleiben gebeugt.

Inspirierende Naturmomente
Verlagern Sie Verabredungen nach draußen und treffen Sie Freunde zu einem Spaziergang, statt im Haus zu bleiben. Das gemeinsame Erlebnis gibt neue Impulse und zudem wirken frische Luft und Tageslicht generell stimmungsaufhellend.

Kraft tanken am Morgen
Gehen Sie mindestens einen Teil des Weges zu Fuß zur Arbeit, am besten zusammen mit einem Kollegen – das verschafft ein bisschen mehr Zeit zum Austausch und bringt morgens schon den Kreislauf in Schwung.

Viele Köche bereichern den Brei
Winterblues geht oft mit Heißhungerattacken einher. Wandeln Sie das in etwas Schönes: Laden Sie Bekannte zum gemeinsamen Kochen ein! Das kann auch die Gelegenheit bieten, neue Kontakte zu knüpfen. In regionalen Facebook-Gruppen, in Nachbarschaftsnetzwerken wie www.nebenan.de oder auch analog – etwa über die Kirchengemeinde – finden sich Mitstreiter. Kochen Sie doch einfach mal ein paar leckere Rezepte aus der mio nach!


Licht hilft gegen winterliche Stimmungstiefs

PD Dr. med. Andreas Jähne, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist ärztlicher Direktor der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura in Bad Säckingen. Im Interview mit mio erklärt er, was es mit der Winterdepression auf sich hat.

Herr Dr. Jähne, warum fühlen sich so viele Menschen im Winter trübsinniger als im Sommer?

Sie reagieren darauf, dass der belichtete Tag im Winter sehr kurz ist. Viele gehen aus dem Haus, bevor es richtig hell ist, und kommen zurück, wenn es schon wieder dunkel wird. Dadurch kann der Körper weniger Licht aufnehmen. Das wirkt sich auf die Psyche aus.

Wann spricht man im Unterschied zum Winterblues von einer Winterdepression?

Bei einem Blues schwankt die Stimmung, aber es gibt immer wieder auch gute Tage. Wenn dagegen die Symptome über zwei oder drei Wochen anhalten, sollte man unbedingt mit einem Arzt sprechen, denn dann kann es sich um eine saisonal bedingte Depression handeln, die behandelbar ist. In der Fachsprache heißt das „seasonal affective disorder“, kurz: SAD.

Wie zeigt sich eine Winterdepression?

Typische Anzeichen sind Erschöpfung, fehlende Energie, Schlafstörungen, frühes Erwachen. Man hat keinen Spaß mehr an Dingen, die man eigentlich mag, grübelt viel, verliert seine Interessen. Ängste und Entscheidungsunfähigkeit können auch eine Rolle spielen.

Wodurch lassen sich solche Stimmungstiefs behandeln?

Anders als bei anderen Depressionen werden hier eher keine Medikamente eingesetzt. Stattdessen ist Licht das Mittel der Wahl bei einer SAD. Wir verwenden Tageslichtlampen, deren weißes Licht mit 10 000 Lux dem Mittagslicht entspricht. Die Patienten sitzen täglich 30 Minuten davor und können dabei zum Beispiel lesen. In unserer Klinik kommt eine Kombination von Gesprächs- und Ablenkungstherapie hinzu. Die Lichttherapie kann aber auch zu Hause angewendet werden. Wer weiß, dass er eine Winterdepression hat, sollte sich ab Mitte Oktober täglich 30 Minuten lang vor eine Tageslichtlampe setzen.

Sind Tageslichtlampen für jeden geeignet, der sich im Winter manchmal schlecht fühlt?

Die Lichttherapie hat kaum Nebenwirkungen. Wichtig ist aber, dass man nicht eine ganz andere Krankheit falsch
behandelt. Deswegen sollte man in jedem Fall die Ursachen der Beschwerden abklären, bevor man eine Tageslichtlampe einsetzt.