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Ich mach mich glücklich!

Wie wir lernen, uns selbst zu lieben

Ich mach mich glücklich!

Selbstliebe – ist das nicht was für Esoteriker und Egoisten? Mitnichten! Sich selbst so anzunehmen, wie man ist, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zum Glücklichsein. Doch wie gelingt es, sich selbst wirklich zu lieben? Ein paar Erkenntnisse helfen dabei.

Dieser Text ist für dich – ja genau, für dich. Hast du dich schon mal gefragt, warum du schlecht mit Stress umgehen kannst? Warum der Alltag so an deinen Kräften zehrt? Warum anderen das Leben so viel leichter fällt? Warum es anderen besser gelingt, mit Stress und Problemen umzugehen? Warum andere die schönen Dinge des Lebens scheinbar viel mehr genießen können als du? Vielleicht glaubst du, dass die anderen einfach stärker, belastbarer, schöner, klüger und glücklicher sind als du? Stopp! So sollte niemand über dich sprechen – auch du selbst nicht. Vielleicht ist die Wahrheit einfach: Der Alltag zehrt zu sehr an deinen Kräften, weil es einfach zu viel ist. Oder weil du dir durch zu hohe Ansprüche zu viel abverlangst.

Wie spreche ich eigentlich mit mir?

Wenn du öfter sehr hart und schlecht mit dir selbst sprichst, ist dein innerer Kritiker besonders ausgeprägt. Diese negative innere Stimme ist ein häufiges Indiz für einen geringen Selbstwert und zu wenig Selbstliebe. Manchmal verrät schon der Blick in den Spiegel, wie es um die Selbstliebe steht: Wer vor allem seinen vermeintlichen Makeln Aufmerksamkeit schenkt, wird immer unzufriedener mit sich. Das gilt gleichermaßen auch für das Innenleben: Statt einem in herausfordernden Zeiten beizustehen und den Druck rauszunehmen, wird die innere Stimme zum strengen Aufseher, der einem das Leben noch schwerer macht. Denn Tadel, Druck und Klagen werden immer dazu führen, dass es dir schlechter geht. Sie verhindern, dass du Abstand zu einer Situation gewinnst, um einen neuen Blickwinkel einzunehmen. Wer hingegen nachsichtig mit sich umgeht und den Fokus auf Stärken richtet, der stärkt sich selbst.

Warum kann ich nicht einfach glücklich sein?

Die meisten von uns verspüren den Wunsch, glücklich zu sein, und haben gleichzeitig keine Ahnung, was sie eigentlich wirklich glücklich macht. Viele leben ihr Leben, wie es von ihnen erwartet wird, haben gewisse eigene Ansprüche und suchen das Glück im Außen: ein schickes Auto, ein guter Job, ein toller Partner, ein spannendes Hobby, eine aufregende Reise, Anerkennung von anderen. Allzu oft erliegen wir dem Trugschluss, dass wir erst gewisse Ziele erreichen müssen, um glücklich zu sein. Doch wir müssen uns klar machen: Materieller Besitz und ein Leben, in dem man augenscheinlich „alles“ hat, macht uns noch lange nicht zu einem glücklichen Menschen.

Schwerwiegende Krankheiten wie Sucht und Depression haben viele Ursachen, doch meist eine Gemeinsamkeit: mangelnde Selbstliebe. Denn der Schlüssel zum Glücklichsein liegt darin, sich selbst zu lieben. Sich zu akzeptieren mit allen Facetten, mit Schwächen und Stärken. Das bedeutet nicht, dass man Fehler und Schwächen gutheißt und rechtfertigt, sondern dass man sie annimmt. Sich Fehler zu verzeihen und aus ihnen zu lernen, statt sie sich immer wieder vorzuhalten. Sich zu trösten, statt sich zu tadeln. Chancen für sich zu erkennen, wo Krisen entstehen. Sich für sein Wesen und seine Taten anzuerkennen und sich zu sagen: Du bist gut genug. Du gibst das Beste, das dir gerade möglich ist.

Den Grundstein für einen gesunden Selbstwert legen unsere Eltern in der frühen Kindheit. Sind Liebe und Aufmerksamkeit an bestimmte Bedingungen geknüpft, lernen wir mit der Zeit: Wir müssen etwas leisten, um geliebt zu werden.

Woher kommt mangelnde Selbstliebe?

Den Grundstein für einen gesunden Selbstwert legen unsere Eltern in der frühen Kindheit. Wenn sie uns bedingungslos annehmen, bestärken und lieben, kann sich ein gutes Selbstwertgefühl ausbilden. Sind Liebe und Aufmerksamkeit an bestimmte Bedingungen wie gute Leistungen und angepasstes Benehmen geknüpft, lernen wir mit der Zeit: Wir müssen etwas leisten, um geliebt zu werden. Im Umkehrschluss impliziert das leider oft: Dass wir nicht liebenswert sind, wenn wir etwas nicht leisten, nicht erreichen oder wenn wir etwas wieder verlieren. Und dass wir uns eben immer noch ein bisschen mehr anstrengen müssen, um anerkannt und geliebt zu werden. Ein ausgeprägter „innerer Kritiker“ spricht deshalb nicht unbedingt die Wahrheit, sondern er spricht aus, was man im Laufe des Lebens gelernt und verinnerlicht hat. Glaubenssätze wie „Ich kann das nicht“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich bin nicht schlau genug“, „Ich muss durchhalten“ bilden den Nährboden für Selbstzweifel und verhindern, dass sich Selbstliebe entwickeln kann. Sie führen außerdem dazu, dass wir Aufmerksamkeit, Bestätigung und Liebe von außen suchen, weil wir nicht gelernt haben, wie wir uns das alles selbst geben können. Doch es gibt Hoffnung: Selbstliebe lässt sich erlernen. Sie ist ein Prozess, der mitunter jahrelang andauert, doch wer einmal damit angefangen hat, wird sehr schnell positive Wirkungen spüren.

Gedankenexperiment: Bin ich Freund oder Feind?

Stell dir vor, ein guter Freund ist total niedergeschlagen und traurig. Statt ihm zuzuhören, ihn zu trösten, Verständnis zu zeigen und dann seinen Blick auf die positiven Dinge des Lebens zu richten, würdest du ihm Sätze sagen wie: „Das kann auch nur dir passieren! Typisch, du machst ja sowieso immer alles falsch. Kein Wunder, so wie du dich verhältst! War ja klar, du bist einfach ein Versager. Jetzt reiß dich mal zusammen und stell dich nicht so an.“ Das wäre ziemlich schrecklich, oder? Kein echter Freund würde so mit dem besten Freund reden – doch viele von uns tun es mit sich selbst.

Was muss ich ändern?

Müssen tust du gar nichts! Selbstliebe ist keine Selbstoptimierung, sondern Selbstakzeptanz. Wer sich selbst zu lieben lernt, steht für sich ein und gibt sich nicht auf. Manchmal bedeutet das, Ja zu sich und Nein zu anderen zu sagen. Mach Selbstliebe nicht zu einem weiteren Projekt in einem stressigen Lebensabschnitt – höre lieber in dich hinein, statt alles zu zerdenken, setze Mini-Schritte um, statt eine Riesenveränderung zu planen. Selbstliebe ist ein Prozess, der Zeit braucht.

Höre in dich hinein, statt alles zu zerdenken – Selbstliebe ist ein Prozess, der Zeit braucht.

Lerne, die richtigen Fragen zu stellen. Inspiriere dich selbst, indem du deine Gedanken und dein Herz dazu befragst. Die Antworten selbst sind nebensächlich.

Wann habe ich zum letzten Mal Tränen gelacht? Wer hat mich tief beeindruckt und warum? Von welchem Leben will ich meinen Enkeln erzählen? Wer bin ich? Wo will ich hin? Was brauche ich für meinen Alltag, um zufrieden zu sein? Und was ist der Unterschied zum Glücklichsein? Welche Werte sind mir wichtig? Warum denke ich darüber nach, was andere denken? In wessen Leben kann ich einen Unterschied machen? Wenn die Gedanken wirklich frei sind, warum begrenze ich sie mit meinen eigenen Glaubenssätzen? Lebe ich mein eigenes Leben oder das der anderen, denen ich es ohnehin nie vollständig recht machen kann? Wem möchte ich sagen, was er mir bedeutet, und warum tue ich es nicht gleich heute? Wofür bin ich dankbar?

Wie kann ich lernen, mich selbst zu lieben?

Nimm wahr.
Spüre in dich hinein, wie es dir geht – ohne zu bewerten. Jedes Gefühl darf da sein.

Fühle.
Erlaube dir deine Gefühle. Sie sind einfach da und wollen gefühlt werden. Erst dann können sie sich auflösen und verwandeln.

Beobachte.
Welches Ereignis löst welches Gefühl in dir aus? Welche Bedürfnisse habe ich gerade? Notiere deine Beobachtungen.

Reflektiere.
Wann bist du zufrieden oder unzufrieden mit dir? Welche Rolle spielen deine Gedanken? Wann redest du schlecht mit dir selbst?

Sei wachsam.
Beobachte, was in deinem Inneren geschieht. Öffne dich und dein Herz für neue Erfahrungen, für Veränderung und unbekannte Gefühle.

Übe.
Sich selbst lieben zu wollen und es wirklich zu tun, ist nicht das Gleiche. Niemand sagt, dass es einfach ist – doch es ist jeden Versuch, jede Anstrengung, jeden Moment für dich wert. Du bist es wert.

Lerne.
Lies, hör oder schau dir an, wie andere Menschen Selbstliebe praktizieren und welche Tipps sie für dich haben. Je mehr sich dein Geist damit beschäftigt, desto mehr öffnet sich dein Herz für neue Blickwinkel.

Liebe.
Tu dir öfter etwas Gutes. Nimm dir Zeit für dich und deine Beziehung mit dir selbst. Sei nachsichtig und liebevoll mit dir selbst.

Webtipps

Lies Bücher, höre Podcasts, schau dir Videos von inspirierenden Menschen an: Auf dem Gebiet der Mentaltrainer, Berater und Life Coaches gibt es unzählige unterschiedliche Persönlichkeiten, die dich weiterbringen können. Suche dir diejenigen raus, die dein Herz berühren und die dich mit ihrem Charisma überzeugen! Laura Malina Seiler, Veit Lindau, Jan von Wille, Christian Bischoff und viele mehr thematisieren Selbstliebe in zahlreichen Seminaren, Podcasts, Videos oder in geführten Meditationen. Neben kostenlosen Inhalten bieten sie auch eine Fülle von Online-Kursen an.

Praktische Tipps für mehr Selbstliebe: Such dir raus, was für dich passt!


Richte deine kurzfristigen und langfristigen Ziele neu aus

Nimm dir Zeit für dich, mache Dates mit dir selbst aus und lerne Alleinsein als etwas Positives zu sehen, das dich stärken kann

Spüre dich körperlich – durch Sport, Sinnlichkeit und Entspannungstechniken

Verändere deine Glaubenssätze

Mit Selbstliebe ist nicht Selbstoptimierung gemeint: Tu dir öfter mal etwas Gutes, sei geduldig mit dir und achte auf dich

Tausch dich mit Gleichgesinnten aus

Notiere dir kluge Sprüche, kleine Weisheiten, neue Erkenntnisse, eigene Denkblockaden

Überlege, was deine Werte sind, und handle danach

Suche Kontakt zu deinem inneren Kind, zum Beispiel durch Meditation

Sag Nein zu anderen und Ja zu dir: Du musst dich nicht ständig aufopfern und deine Hilfe anbieten

Tu mehr von dem, was du liebst

Komm in Kontakt mit deinem Herzen: Manchmal kann Musik helfen, Gefühle zuzulassen

Lebe so, wie du es für richtig hältst – und nicht so, wie andere es wollen

Hinterfrage deine Taten: Welche Handlungen tun dir gut?

Sei gut zu dir und habe Nachsicht!

Notiere dir, was du an dir magst

Lächle dein Spiegelbild an

Mach dir klar, was du willst – und lerne, es zu kommunizieren und dafür einzustehen

Zeige anderen deine persönlichen Grenzen, statt sie übertreten zu lassen