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An die Schaufel, fertig, los …

Für Hobbygärtner gibt es jetzt eine Menge zu tun!

An die Schaufel, fertig, los …

Für Hobbygärtner gibt es jetzt eine Menge zu tun. Also schnappen Sie sich Schaufel und Astschere und machen Sie Ihren Garten oder Balkon zur Wohlfühloase für sich und die heimische Tier- und Insektenwelt.

Nicht nur die Natur scheint mit scharrenden Hufen ungeduldig den Startschuss der warmen Jahreszeit herbeizusehnen – auch wir Menschen können es kaum erwarten, endlich die Gartensaison zu eröffnen. So, wie die Pflanzen dann aus dem Boden sprießen, sieht man vielerorts die Hobbygärtner die Köpfe in die Sonne recken: Es wird geräumt, gegraben, gepflanzt und gejätet. Und dabei ist der Gärtnertrend längst nicht mehr nur in ländlichen Gebieten mit entsprechend großen Grundstücken zu beobachten. Auch in der Stadt wird jede Möglichkeit zum Bepflanzen genutzt: Schrebergärten haben lange Wartelisten, Urban Gardening, also das Bepflanzen städtischer Flächen, floriert, sodass jeder noch so kleine Balkon und jeder noch so kleine freie Bereich mit Blumen, Kräutern und farbenfrohen Deko-Artikeln verschönert wird sowie zahlreiche Gemüsesorten im Hochbeet angebaut werden.

Dass dieses Wachstum – im doppelten Wortsinn – gut ist, bestätigt der Naturschutzbund NABU. Denn Mensch und Tier sind auf das wertvolle Grün angewiesen: Es spendet Sauerstoff und Schatten sowie Nahrung und Lebensraum. Wo nur Beton ist, da gibt es auch kein Leben. „Wir wollen das Bewusstsein dafür schaffen, dass Hobbygärtnerinnen und -gärtner auch auf kleinen Flächen viel für den Erhalt der Artenvielfalt tun können“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Naturnahe Gärten sind wichtige Rückzugsräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Das möchten wir mit unseren bundesweiten Bildungsangeboten und NABU-Gärten vermitteln.“ Das scheint zu wirken: Der Bundesverband deutscher Gartenfreunde verzeichnet knapp eine Million Kleingärten, mit einer Fläche von 44 000 Hektar, organisiert in 14 000 Gartenvereinen unterschiedlichster Art. In Wirklichkeit dürfte es also noch sehr viel mehr wertvolle Pflanzenoasen geben. Und die Begeisterung kommt nicht von ungefähr: Im oft von Hektik bestimmten Alltag wollen sich die Menschen etwas Ursprünglichkeit zurückholen. Ein Garten ist ein Treffpunkt, man kommt mit anderen ins Gespräch und kann Kindern vermitteln, dass Tomaten nicht im Supermarkt wachsen. Außerdem bietet das Hobby einen wertvollen Ausgleich, sagt die Bloggerin „Garten Fräulein“ alias Silvia Appel im mio-Interview. Nichts wirke so entspannend und Freude spendend wie die Arbeit im Freien.

In diesem Sinne schicken wir Sie raus ins Grüne! Wir geben Ihnen Expertentipps, welche Aufgaben die wichtigsten für die Gartenarbeit im April sind, erklären Ihnen, wie Sie Ihren Balkon vogelfreundlich machen, und räumen mit dem Mythos auf, dass Hobbygärtner einen grünen Daumen brauchen. Schnappen Sie sich Spaten, Hacke und Co. und machen Sie Garten, Balkon oder Terrasse zu einem Wohlfühlort für sich selbst und andere.

GÄRTNERN ALS PERFEKTER AUSGLEICH

Sie wüsste gar nicht, wie sie ohne ihren Garten leben sollte. Bloggerin Silvia Appel, oder auch das Garten Fräulein, ist leidenschaftliche Hobbygärtnerin und möchte mit ihrer Begeisterung anstecken. „Ich beschreibe auf meinem Blog nicht, wie man Rosen richtig schneidet oder den Rasen pflegt. Ich möchte vielmehr den Leuten Mut machen, selbst mit dem Anbau von Gemüse, Kräutern und Blumen anzufangen, auch wenn sie denken, ihr Daumen wäre dafür nicht grün genug.“ Denn laut der Würzburgerin gelingt die grüne Oase, indem man sich ausprobiert: Learning by doing! „Ich finde, man sollte nicht so große Angst haben, etwas falsch zu machen, sondern entspannt und mit Leichtigkeit die Dinge angehen.“ Dass ein Projekt dann vielleicht auch mal misslingt, wie etwa bei ihr, als die Kartoffeln auf ihrem Balkon nicht wachsen wollten, weil es zu schattig war, müsse man in Kauf nehmen. Trotzdem schaffe das Hobby einen perfekten Ausgleich: „Die Arbeit im Freien wirkt extrem entspannend. Für mich gibt es keinen besseren Achtsamkeitslehrer als die Natur! Weil sie mir so viel gibt, mich tröstet, erfreut, erdet, glücklich und dankbar macht.“ Deshalb soll man das Gärtnern ohne Druck und stattdessen mit Kreativität angehen. Für Silvia Appel braucht es weder viel Raum noch Zeit oder Geld. „Jedes noch so kleine Fensterbrett bietet Platz für einen Blumenkasten. Und einfache Ideen wie bepflanzte Konserven oder mit Acrylfarbe bemalte alte Tontöpfe machen Spaß und verschönern die Umgebung.“ Um den Balkon im April lebendig zu gestalten, setzt die Bloggerin auf eine Mischung aus Grün und anderen Farben: „Neben Jungpflanzen von Petersilie, Pflücksalat, Schnittlauch und Rucola, die man jetzt ins Freie setzen kann, wandern Hyazinthen, Vergissmeinnicht und andere Frühlingsblüher ebenfalls in die Balkonkästen!“

Auf dem Blog www.garten-fraeulein.de finden Sie weitere Tipps und Inspirationen von Hobbygärtnerin Silvia.

Bei uns piept’s wohl!

Sieben Tipps für einen vogelfreundlichen Balkon

  1. Bieten Sie Süßigkeiten an: Beeren an heimischen Sträuchern schmecken auch Vögeln.
  2. Eröffnen Sie eine Snackbar: Blühende Kräuter und samentragende Stauden bieten Futter.
  3. Sorgen Sie für Badespaß: Eine Vogeltränke bringt Abkühlung.
  4. Schaffen Sie kleine Verstecke: Kletterpflanzen bieten Schutz.
  5. Platzieren Sie kleine Wohnungen: Nistkästen sorgen für Rückzugsmöglichkeiten.
  6. Stellen Sie einen Wellness-Bereich zur Verfügung: Ein Sandbad erleichtert die Gefiederpflege.
  7. Achten Sie auf die Sicherheit: Indem Sie Fenster sichtbar machen, schützen Sie vor Vogelschlag.

TIPPS QUERBEET


BIO STATT PLASTIK: Gemüse können Sie auch in Eierschalen vorziehen und diese dann zusammen mit den Setzlingen auspflanzen. So dient die Schale gleichzeitig als Dünger.

WIE EIN ZWEITES WOHNZIMMER: Ein Balkon lässt sich leicht verschönern, wenn Sie Möbel daraufstellen, die Sie sonst im Haus haben. Ein gemütlicher Sessel samt Lichterkette und Bild an der Wand sorgt für eine Wohlfühlatmosphäre.

BEWÄSSERN WÄHREND DES URLAUBS: Hängen Sie ein paar Wollfäden in einen Eimer voll Wasser und stecken die Schnurenden in die verschiedenen Blumentöpfe, die Sie um den Eimer herumstellen. Die Pflanzen ziehen über den Wollfaden das Wasser, das sie benötigen.

Wer wenig Zeit oder Platz hat, kann es mit Garden Sharing probieren. Wie genau das funktioniert und andere Formen der Gartenfreuden erfahren Sie hier!

INTERVIEW


Beete machen Gärten

Frei nach diesem Motto starten wir jetzt mit der Gartenarbeit durch! Doch welche Aufgaben fallen eigentlich an? Oliver Simon ist Fachwart für Obst- und Gartenbau und verrät, was in diesem Monat auf die To-do-Liste gehört.

WELCHE PFLANZEN UND OBSTSORTEN SOLLEN GESETZT ODER GESÄT WERDEN?

Für die Aussaat im Gemüsegarten ist der April ein arbeitsreicher Monat. Rotkohl, Mangold und Erbsen können ausgesät werden. Auch kürbisartige Pflanzen wie Zucchini kommen nun ins Beet. Wenn Sie Pflanzen, die in kühler Umgebung vorgezogen wurden, ins Freiland setzen, achten Sie darauf, dass Sie die Wurzelballen so wenig wie möglich verletzen. Ziergräser setzt man am besten jetzt im Frühjahr, besonders Spätblüher wie Pampasgras, Chinaschilf oder Federborstengras profitieren davon. So können sie bereits im ersten Jahr mit prächtigem Wuchs erfreuen.

WIE WICHTIG IST DÜNGER?

Gerade im Frühjahr ist Düngen besonders wichtig, denn durch die winterlichen Niederschläge werden die Mineralien zumindest teilweise aus dem Boden ausgeschwemmt und die Mikroorganismen sind weniger aktiv. Achten Sie beim Düngerkauf darauf, dass Stickstoff, Kalium, Phosphor, Magnesium, Kalzium und Schwefel enthalten sind – am besten auf organischer Basis. Diese Mineralien benötigen Pflanzen am meisten. Halten Sie sich am besten an die Anwendungsempfehlung oder verwenden Sie im Zweifel wenig Dünger. Ansonsten könnte das Bodenklima umkippen und wichtige Mikroorganismen werden überfordert, sodass die benötigten Stoffe für die Pflanzen unzugänglich sind. Als Alternative können Sie auch mit Kompost düngen. Das ist zwar kein richtiger Dünger, jedoch verbessert er durch seine vielen Nährstoffe die Bodenstruktur.

WAS IST BEIM UMPFLANZEN ODER UMTOPFEN ZU BEACHTEN?

Wichtig ist vor allem die Topfgröße. Beim Umtopfen sollte der neue Topf zwei bis drei Zentimeter größer im Umfang sein als der ursprüngliche. Bitte nicht viel größer, da sonst zwar das Wurzel-, jedoch nicht das Blattwachstum angeregt wird. Nehmen Sie zum Umtopfen die Pflanze vorsichtig, und ohne die Wurzeln zu verletzen, aus dem alten Topf, lösen Sie die alte Erde, so gut es geht, ab und lockern den Wurzelballen. Verwenden Sie als unterste Schicht im neuen Topf Blähton oder ein ähnliches Material, um die Pflanzen vor Staunässe zu schützen. Danach eine dünne Schicht nährstoffreiche Erde hinzugeben, bevor der Wurzelballen hineinkommt und seitlich mit frischer Erde aufgefüllt und festgedrückt wird.

WELCHE SIND DIE WICHTIGSTEN ARBEITSUTENSILIEN FÜR DIE GARTENPFLEGE?

Wahrscheinlich ist in jedem Garten nach der langen Winterpause erst mal Aufräumen angesagt. Holen Sie sich Eimer, Schubkarre oder Laubsack und sammeln Äste oder andere Störenfriede auf. Aber Achtung: Laub und abgetrocknete Blätter dürfen gerne liegen bleiben. Oftmals überwintern die Eier von Insekten darin, wie Schmetterlinge und andere Nützlinge, die das Ökosystem Ihres Gartens gesund halten. Warten Sie daher mit dem Wegräumen bis zum Sommer oder richten Sie eine „wilde Ecke“ ein, wo Sie diese Blätter ablegen können. Auch ein Rechen sollte unter den Arbeitsgeräten nicht fehlen. Mit ihm können Sie die durch die Winterzeit verdichtete Oberfläche der Beete auflockern und luftdurchlässig machen. Die obersten zwei, drei Zentimeter reichen dafür völlig aus. Zudem ist eine kleine Schaufel hilfreich, um Frühlingsblumen schnell ins Beet einzusetzen. Denn auch diese Pflanzen mögen es gar nicht, wenn ihre Wurzelballen abtrocknen.

FÜR WELCHE ARBEITEN IST ES NOCH ZU FRÜH?

Besonders für Formschnitte bei Ziergehölzern, wie Buchsbäume, Feuerdorn oder Zypressen, ist es jetzt zu früh. Da ihre Wachstumsphase dann gerade erst anbricht, verletzt man die Pflanze beim Entfernen der jungen Knospen. Diese Wunden heilen nicht schnell genug ab und bieten offene Tore für Pilze und Schädlinge. Außerdem neigt die Pflanze dazu, sich bei vorzeitigem Rückschnitt zu verzweigen, was eine unschöne Wuchsform zur Folge haben kann. Formschnitte sollten an diesen Gehölzen also erst im Sommer ab Juni beziehungsweise Juli gemacht werden.

Blähton ist ein Naturmaterial aus Ton, das bei über 1 000 ºC gebrannt wird. Dabei werden seine organischen Bestandteile zu Kohlendioxid und blähen den Ton auf.

Unbedingt erledigen:

  1. Vertikutieren Sie Rasenflächen, um die Belüftung zu gewährleisten.
  2. Schneiden Sie Buddlejas (Sommerflieder). Achten Sie darauf, dass keine frisch gebauten Vogelnester vorhanden sind. In diesem Fall bitte nicht schneiden!
  3. Schneiden Sie auch Ziergräser zurück – so wird das Wachstum angeregt.
  4. Forsythien (Goldflieder) sollten Sie erst nach der Blüte schneiden.
  5. Schneiden Sie Rosen zurück und düngen Sie diese.