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Augenflimmern

Wie gefährlich die kleinen Lichtblitze sind, welche Ursachen hinter dem Augenflimmern stecken und was Sie dagegen tun können

Augenflimmern

Plötzlich auftretende Sehstörungen wie Lichtblitze oder helle Flecke im Sichtfeld können auf Betroffene bedrohlich wirken. Was es mit dem Augenflimmern auf sich hat, erklärt Augenärztin Dr. Simone Scholz.

Was sind typische Symptome?

Augenflimmern stellt sich als unangenehme Sehstörung dar, manchmal mit fleckförmigen Gesichtsfeldausfällen von unterschiedlicher Intensität, leuchtenden, eventuell auch flackernden Lichtpunkten oder bunten wechselnden Bildern wie bei einem Kaleidoskop. Diese Erscheinungen können ganz plötzlich auftreten oder kaum merklich beginnen und sich dann steigern.

Das Gefühl, wie geblendet zu sein, kann hinzukommen. Beim Lesen können Wörter verschwommen sein oder sogar ganz fehlen. Die Sehstörungen wandern manchmal von einer Seite auf die andere, beginnen in einer Ecke oder am Oberrand des Gesichtsfeldes. Sie sind entweder nur auf einem Auge zu sehen oder beide Augen sind betroffen. Oft werden die entsprechenden Sehstörungen sogar bei geschlossenem Auge wahrgenommen.

Das Augenflimmern kann von ein paar Sekunden bis zu einer Stunde anhalten. Es kann sich um ein einmaliges Ereignis handeln, es kann aber auch mehrmals an einem Tag auftreten oder an mehreren Tagen hintereinander. Manchmal liegen Wochen oder Monate oder gar Jahre zwischen den Ereignissen.

In den meisten Fällen besteht medizinisch kein Grund zu großer Sorge. Dennoch sollte man das Symptom ernst nehmen und klären lassen, ob eventuell doch schwerwiegende Ursachen vorliegen. Beim Augenflimmern handelt es sich um keine eigenständige Erkrankung, sondern es geht mit einer bestimmten Ursache oder einer Grunderkrankung einher. Manchmal treten auch zusätzliche Störungen auf, z. B. motorische Ausfälle der Hand oder des Arms sowie Sprachstörungen oder Wortfindungsstörungen.

Stress, Schlafmangel und Übermüdung zählen zu den häufigsten Ursachen von Augenflimmern.

Was sind die Ursachen?

Zu den häufigsten Ursachen von Augenflimmern zählen Stress, Schlafmangel und Übermüdung. Es kann auch ein zu hoher, zu tiefer oder schwankender Blutdruck oder ein zu hoher, zu tiefer oder schwankender Blutzuckerspiegel dahinterstecken. Eine Durchblutungsstörung ist ebenfalls möglich. Augenflimmern kann auch ein Frühsymptom für einen Schlaganfall sein. Sehstörungen, worunter auch das Augenflimmern fällt, werden oft als Nebenwirkung von Medikamenten angegeben. Auch daran ist also zu denken. Oft leiden die Patienten auch an einer „Augenmigräne“ als Grunderkrankung. Diese kann übrigens mit und ohne Kopfschmerzen einhergehen. Augenflimmern ist auch eine bekannte Begleiterscheinung der „normalen“ Migräne. Eher selten findet man als Ursache für Augenflimmern einen Glaukomanfall, ein plötzlich auftretender zu hoher Augendruck oder eine Netzhautablösung.

Wie gefährlich ist Augenflimmern und was kann ich dagegen tun?

Ist das Augenflimmern durch Stress oder Schlafmangel bedingt, reichen meist eine kurze Pause mit Entspannung und Stressabbau. Um ein erneutes Auftreten der Symptome zu vermeiden, sollte man auf ausreichenden Schlaf achten. Was einem sonst auch guttut, kann hier ebenfalls helfen, wie zum Beispiel: ausgewogene Ernährung, Sport, regelmäßige Pausen, Entspannung, frische Luft und Spazierengehen, wenig Alkohol. Überlegen Sie, was für Sie persönlich gut und sinnvoll ist. Sollte ein Blutdruckproblem oder der Blutzucker dahinterstecken, sollte das Problem mit dem Hausarzt besprochen werden. Möglicherweise kann oder sollte der Blutdruck oder der Blutzucker besser eingestellt werden. Durchblutungsstörungen müssen durch weitere Diagnostik abgeklärt werden, dabei können auch Anzeichen für einen Schlaganfall ausgeschlossen werden. Falls Sie kürzlich ein neues Medikament erhalten haben, sollten Sie prüfen, ob Sehstörungen als mögliche Nebenwirkungen genannt werden.

Bei der Migräne und Augenmigräne hat sich bewährt, beim Beginn der Symptome direkt etwas zu trinken, sich hinzulegen und die Beine nach oben zu legen. Bei der Migräne kann auch ein abgedunkeltes Zimmer helfen. Gegebenenfalls können Medikamente hilfreich sein, die Ihnen Ihr Hausarzt oder Neurologe verschreiben oder empfehlen kann. Wenn sich die auslösenden Faktoren für die Migräne oder Augenmigräne herausfinden lassen, sollten Sie versuchen, diese zu vermeiden. Augenflimmern kann z. B. auch durch Konsum größerer Mengen Kaffee oder Schokolade ausgelöst werden. Darüber sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Symptome für einen akuten Glaukomanfall sind Augenflimmern mit wechselnden Farbwahrnehmungen und starke Kopfschmerzen. In solchen Situationen sollten Sie möglichst schnell einen Augenarzt aufsuchen, damit der hohe Augendruck verringert werden kann. Ansonsten kann der Sehnerv teilweise oder ganz zerstört werden kann. Eine sofortige Augendrucksenkung ist erforderlich, medikamentös oder sogar operativ, da der Abfluss des Augenwassers gestört ist.

Eher selten deutet Augenflimmern auf eine Netzhautablösung hin. Häufiger sind das Sehen von Lichtblitzen oder Lichtfunken, die sich sehr schnell durch das Gesichtsfeld bewegen. Es kann auch sein, dass man einen schwarzen Schatten, wie eine Wand oder Mauer sieht. Bei derartigen Sehstörungen sollten Sie auch sofort einen Augenarzt aufsuchen. Die beschriebenen Erscheinungen können auf ein Netzhautloch mit Netzhautablösung oder eine Blutung hindeuten. Bei schneller Behandlung lassen sich bleibende Schäden fast immer vermeiden.

Soll Augenflimmern ärztlich abgeklärt werden?

Ja, auf jeden Fall, da man selbst nicht genau abschätzen kann, was letztendlich die Ursache ist. Der Arzt kann durch die professionelle Anamnese meistens schnell erkennen, ob es sich um eine eher harmlose Ursache handelt oder ob eine schwerwiegende Erkrankung nicht ausgeschlossen werden kann.

Möglicherweise können auch Medikamente helfen, insbesondere, wenn es sich um eine Migräneform handelt. Wenn zusätzliche Symptome wie Sensibilitätsstörungen, also Kribbeln in der Hand, im Arm oder im Gesicht sowie Sprach- und Wortfindungsstörungen hinzukommen, sollte dringend weiter abgeklärt werden, da es sich nicht nur um eine harmlose Migräne handeln kann, sondern auch ernsthafte Durchblutungsstörungen dahinterstecken könnten.

Will man sicher sein, sollte immer weiter abgeklärt werden. Zunächst ist eine hausärztliche Untersuchung anzuraten, danach eventuell eine augenärztliche und neurologische Abklärung, gegebenenfalls auch mit weiterer Diagnostik, wie z. B. MRT. Bei der augenärztlichen Untersuchung wird die Sehschärfe geprüft, die vorderen Augenabschnitte mitbeurteilt, aber hauptsächlich die Netzhaut mit den Gefäßen und dem Sehnerv untersucht, um eine Erkrankung der Augen auszuschließen.

Um eine Erkrankung der Augen auszuschließen, wird die Sehschärfe geprüft und die Netzhaut mit den Gefäßen und dem Sehnerv untersucht.

Was kann ich sonst noch bei Augenflimmern tun?

Wenn die Ursache geklärt ist, ist eine Vermeidung der auslösenden Faktoren die beste Möglichkeit, ein erneutes Augenflimmern zu umgehen. Sind alle schwerwiegenden Ursachen ausgeschlossen, darf man beruhigt sein. Dann ist das Augenflimmern harmlos, und man sollte sich damit nicht belasten. In jeden Fall hilft Ihnen sicherlich Ihr behandelnder Haus-, Augenarzt oder Neurologe gerne weiter.

DR. SIMONE SCHOLZ ist niedergelassene Augenärztin in Neunkirchen/Saar. Sie hat in Homburg/Saar Medizin studiert, die Facharztausbildung erfolgte in der Augenklinik Sulzbach. Mehr Infos unter www.augenaerztin-dr-scholz.de.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

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