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Grauer Star und grüner Star

Was ist der Unterschied zwischen grauem und grünem Star?

Grauer Star und grüner Star

Was ist der Unterschied zwischen grauem und grünem Star? Bis auf die ähnliche Namensgebung haben diese beiden Krankheitsbilder nichts gemeinsam. Augenarzt Dr. Ralf Schmitt klärt über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten auf.

Der graue Star (Katarakt)

Ab dem 60. Lebensjahr bekommen viele Menschen Probleme durch grauen Star. Beim grauen Star, in der Fachsprache Katarakt genannt, trübt sich die Augenlinse. Dadurch können die Lichtstrahlen sie nicht mehr ungehindert passieren, die Sehschärfe des „verschleierten“ Auges verringert sich. In den meisten Fällen handelt es sich um einen altersbedingten Prozess, der von Patient zu Patient unterschiedlich schnell abläuft. Bevor sich die Sehschärfe verschlechtert, berichten viele Patienten mit beginnendem grauen Star darüber, dass sie bei ungünstigen Lichtverhältnissen geblendet werden und zum Beispiel das Lesen mehr anstrengt als früher. Andere schildern unscharfes oder verzerrtes Sehen, veränderte Farbwahrnehmung und häufige Änderungen in der Sehstärke.

Eine Katarakt kann auch angeboren sein oder durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst bzw. begünstigt werden, wie zum Beispiel durch chronische Stoffwechselerkrankungen (am häufigsten beim Diabetes mellitus), nach Eingriffen im Augeninneren, bei Verletzungen oder Entzündungen sowie als Nebenwirkung bestimmter Medikamente (vor allem Cortisoneinnahme über längere Zeit).

Die Behandlung des grauen Stars hat in den letzten 25 Jahren sehr große Fortschritte gemacht. Heute werden in Deutschland pro Jahr rund 600.000 Kataraktoperationen durchgeführt, die meisten ambulant. Die Patienten können also nach der Operation wieder nach Hause gehen. Die Star-Operation ist weltweit der mit Abstand am häufigsten durchgeführte Eingriff am Auge. Bei der Operation, die ambulant in Lokalbetäubung erfolgt, wird mittels Ultraschalltechnik die trübe Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Hierbei kann auch eine gleichzeitige Korrektur von Fehlsichtigkeiten erfolgen. Moderne Multifokallinsen ermöglichen durch ihr spezielles Oberflächendesign eine sehr gute unkorrigierte Sehschärfe über den gesamten Sehbereich hinweg, sodass die Patienten nach der Operation in der Regel sowohl Objekte in der Ferne als auch in der Nähe ohne Brille scharf sehen können. Nach vier bis sechs Wochen ist der Heilungsprozess abgeschlossen. Die Operation selbst dauert in der Regel nur 15 Minuten. Bei mehr als 95 % der Patienten verbessert sich durch eine Operation das Sehvermögen wesentlich.

Muss man einen grauen Star unbedingt operieren?
Nein, grauer Star (Katarakt) ist eine Erkrankung, die nicht sofort behandelt werden muss. Ob eine Operation nötig ist, können letztlich nur die Patienten selbst in Absprache mit ihrem Augenarzt entscheiden. Die meisten Patienten entschließen sich zur Operation, wenn ihr Sehvermögen für die Verrichtung alltäglicher Dinge nicht mehr ausreicht oder wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Lebensqualität sehr stark leidet.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Star-Operation?
Nein, ich sehe keine starre Altersgrenze. Da die Betäubung nur örtlich erfolgt, ist die Belastung für den Organismus sehr gering. Dies sollte man als Patient auf jeden Fall mit seinem Hausarzt besprechen. Er kennt den Gesundheitszustand am besten.


Der grüne Star (Glaukom)

Beim grünen Star (Glaukom) kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs und hierdurch zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Bereits aufgetretene Schäden lassen sich nicht mehr rückgängig machen und führen unbehandelt zur Erblindung. Weil ein Glaukom häufig schleichend und unbemerkt verläuft, sind regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr empfohlen. Der beschleunigte Verlust von Sehnervenfasern wird durch einen erhöhten Augeninnendruck verursacht, der für viele Glaukomvarianten typisch ist. Der hohe Druck behindert die Blutversorgung der Nervenzellen in der Netzhaut und im Sehnerv. Sie sterben ab. Jedoch entwickeln nicht alle Menschen mit einem erhöhten Augeninnendruck einen grünen Star und andererseits schließt ein normaler Augeninnendruck die Erkrankung keinesfalls aus (Normaldruckglaukom). Besonders gefährdet sind unter anderem Menschen mit familiärer Vorbelastung, starker Kurz- oder Weitsichtigkeit, sowie schwarzer Hautfarbe. Die Zahl der pro Jahr verloren gehenden Nervenfasern gilt als präziser Indikator für das Risiko einer Erblindung. Diese Zahl lässt sich heute in der Augenheilkunde durch eine Sehnervenfaser-Messung präzise bestimmen. Die Kosten dafür betragen rund 100,- EUR. Sie werden von vielen privaten Krankenversicherungen übernommen, von den gesetzlichen Versicherungen (zur Zeit noch) nicht. Typischerweise kommt es durch die Schädigung des Sehnervs zu einer Vergrößerung des blinden Flecks und im weiteren Verlauf zu einer schmerzlosen Einengung des Sehfelds von außen. Dies hat zur Folge, dass Betroffene allmählich Orientierungsschwierigkeiten haben oder Objekte im äußeren Gesichtsfeld nicht mehr wahrnehmen können.

Die am häufigsten angewendete Therapie stellt die konservative Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen dar. Bei Unverträglichkeiten oder unzureichender Drucksenkung durch die Augentropfen kommen auch ein Lasereingriff oder verschiedenste operative Verfahren in Frage.

DR. RALF SCHMITT ist Inhaber und Operateur im Augenzentrum im Medizeum in Saarbrücken. Seine Facharztausbildung erfolgte in der Augenklinik Sulzbach. Sein operativer Schwerpunkt ist die Katarakt-, Netzhaut- und plastische Lidchirurgie. Mehr Infos unter: www.augenzentrum-saarbruecken.de

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

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