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Gürtelrose

Rötungen, Juckreiz, Brennen: Hautärztin Laurianne Huver klärt über Hintergründe und Therapieformen von Gürtelrose auf.

Gürtelrose

Rötungen, Juckreiz, Brennen: Die Gürtelrose (auch Herpes Zoster genannt) ist eine der häufigsten akuten Hauterkrankungen. Hautärztin Laurianne Huver erläutert die Hintergründe und erklärt, wie Betroffene Linderung erfahren können.

Wie erkenne ich die Gürtelrose?

Häufig beginnt die Erkrankung mit leichter Abgeschlagenheit und manchmal Fieber. Im betroffenen Hautbereich, medizinisch Dermatom genannt, kann es zu einer Hautrötung, Juckreiz, Brennen und einer Überempfindlichkeit kommen. Später bilden sich kleine gruppiert stehende Wasserbläschen mit umgebender Rötung. Meist nach einer Woche trocknen die Bläschen ein und bilden eine Kruste. Am häufigsten treten die Dermatome im Bereich des Brustkorbs auf, gefolgt von Gesicht, Hals und Rücken, dort vor allem im Bereich der Lenden und des Kreuzbeins. Komplizierte Krankheitsverläufe ergeben sich bei Herpes Zoster im Bereich der Augen und Ohren oder wenn ein Mensch gleichzeitig mehrere Dermatome hat.

Eine besondere Erwähnung im Zusammenhang mit der Gürtelrose gilt den begleitenden Schmerzen. Diese können als Komplikation oder Folgeerscheinung zu der Ausbildung eines chronischen Schmerzsyndroms führen und noch Jahre nach Abheilung andauern. Dies betrifft ungefähr 10–30 % aller erkrankten Patienten, die über 50 Jahre alt sind.

Wodurch entsteht Gürtelrose?

Die Gürtelrose hat ihre Ursache in den Windpocken, die meistens in der Kindheit auftreten. Auslöser der Windpocken ist das sogenannte Varizella-Zoster-Virus (VZV). Dieses Virus kann über Jahre, sogar Jahrzehnte, im Körper bleiben und bei einer Schwäche des Immunsystems wieder aktiv werden und zur Gürtelrose werden.

Wer ist besonders gefährdet?

Je älter der Mensch wird, desto höher ist das Risiko, eine Gürtelrose zu entwickeln. Gründe hierfür sind lokale Faktoren wie Hautverletzungen, langjähriger Einfluss von Sonnenwirkung (UV-Licht) oder Röntgenbestrahlung. Eine wichtige Rolle spielt auch ein geschwächtes Immunsystem, z. B. aufgrund von Medikamenten, Tumoren, einer Organtransplantation oder Stress.

Wie kann der Arzt die Diagnose stellen?

Zumeist wird die Diagnose der Gürtelrose aufgrund des typischen Hautveränderungen gestellt. Die eventuell begleitenden Schmerzen können in manchen Fällen zu diagnostischen Unsicherheiten führen, sodass zu Beginn der Erkrankung auch Diagnosen wie Migräne, Wirbelsäulenprobleme oder Herzinfarkte abgeklärt werden müssen.

Wie wird die Gürtelrose behandelt?

Grundsätzlich besteht die Therapie aus drei Säulen:
• eine antivirale Therapie mit Medikamenten
• eine lokale Therapie mittels Lotionen (meist austrocknend mittels Zinkoxid)
• eine früh beginnende, konsequente Schmerztherapie

Die Therapie sollte innerhalb der ersten 72 Stunden nach Beginn der Hautsymptome begonnen werden. So kann schnell die Vervielfältigung des Virus gestoppt werden und ein schlimmerer Verlauf vermieden werden. Die Dauer der antiviralen Therapie beträgt in der Regel mindestens eine Woche, während die begleitende Schmerztherapie meistens einige Wochen durchgeführt wird.

Was mache ich, wenn die Schmerzen bleiben?

Typisch für ein sogenanntes post-zosterisches Schmerzsyndrom bzw. eine Neuralgie sind Schmerzen, die länger als 90 Tage nach dem typischen Hautbefund in dem befallenen Segment entstehen. Die Wahrscheinlichkeit chronischer Schmerzen steigt mit dem Alter. Mit 60 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 10 % der Patienten, mit 85 Jahren bereits bei 50 %.

Die Schmerzen können einige Wochen anhalten, manchmal sogar mehrere Jahre. Sie können zum Teil durch Berührung oder einen Luftzug ausgelöst werden. Das Ziel einer konsequenten Schmerztherapie ist somit nicht nur die Therapie der bestehenden Schmerzen, sondern auch die Verhinderung eines bleibenden Schmerzsyndroms. Wenn sich die Schmerzen trotz klassischer Therapie nicht bessern, können häufig Neurologen oder spezielle Schmerztherapeuten helfen.

Kann ich andere mit der Gürtelrose anstecken?

Nein. Wenn man eine Gürtelrose hat, sollte man aber besonders im Umgang mit Kindern und Schwangeren aufpassen, die noch keinen Kontakt zu Windpocken hatten. Diese kann man nämlich durch das Virus mit Windpocken anstecken. Man kann also die Gürtelrose an sich nicht weitergeben, allerdings die Windpocken.

Wie kann ich der Gürtelrose vorbeugen?

Erster Schritt einer Prävention ist die seit August 2004 in Deutschland empfohlene Varizellen-Impfung bei allen Kindern und Jugendlichen.

Zusätzlich wird diese Impfung für folgende Personengruppen empfohlen, wenn ihnen bestimmte Antikörper fehlen: Frauen mit Kinderwunsch, Personal im Gesundheitsdienst sowie Patienten, bei denen eine Organtransplantation oder eine immunsuppressive Therapie geplant ist. Seit 2018 ist in Deutschland ein Impfstoff speziell gegen die Gürtelrose erhältlich. Durch diese Impfung können die Häufigkeit und Ausprägung der Gürtelrose und chronischer Schmerzen in sehr vielen Fällen stark verringert werden. Die Kosten der Impfung werden für Patienten ab dem 60. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen.

LAURIANNE HUVER ist niedergelassene Hautärztin in Dillingen/Saar. Sie hat in Aachen Humanmedizin studiert und war anschließend in der dortigen Universitätsklinik tätig.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Gesundheitskooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und Globus entstanden. Zu jedem 15. des Monats finden Sie in unserem ­mio-Online-Magazin einen aktuellen Beitrag rund ums Thema Gesundheit.

Weitere Gesundheitsinformationen finden Sie direkt bei der Kassenärztlichen Vereinigung:

Hier geht‘s zum Angebot der KV Saarland.