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Die jungen Wilden

Jungwinzer übernehmen das Kommando im Weinberg und erschaffen ganz neue Kreationen – hier stellen wir Ihnen drei davon vor!

Die jungen Wilden

Der deutsche Weinmarkt erlebt einen radikalen Wandel: Immer mehr Newcomer übernehmen das Kommando im Weinberg und erschaffen dabei ganz neue Kreationen mit individuellem Charakter. Drei dieser talentierten Jungwinzer stellen wir Ihnen hier vor.

Selbstbewusst und konsequent krempelte Juliane Eller das elterliche Weingut um und hat mit der JUWEL-Linie eine ganz eigene Weinsprache gefunden.

Juliane Eller (29 Jahre) – erlesene Einzelstücke

Die Winzerin Juliane Eller hatte bereits mit 23 Jahren eine klare Weinphilosophie: Sie wollte nicht einfach im elterlichen Betrieb mitarbeiten, sondern diesen selbst gestalten. Nach mehreren Praktika und ihrem Studium in Geisenheim fasste sie einen Entschluss: echte Unikate produzieren, einzigartig in Art und Charakter. Weine, die kompromisslos erzeugt sind und eindeutig zu ihrer Herkunft stehen. Mit ihrem Enthusiasmus überzeugte sie auch ihre Eltern, selbst erfahrene Winzer: Sie übergaben ihr gleich nach dem Studium die volle Verantwortung für das Familienweingut. Ihren ersten Jahrgang hat sie 2013 unter dem Namen JUWEL Weine ausgebaut. Da der Name eine Kombination aus ihrem Vornamen JUliane, ihrem Nachnamen ELler und dem W für Weine ist, entschloss sich Juliane dafür, ihren Winzerbetrieb ebenfalls JUWEL zu nennen.

Doch Juliane Eller hat weitaus mehr verändert als den Namen. Getrieben von der Vision, einzelne wirklich herausragende Weine auszubauen, war schnell klar, dass nur noch per Hand gelesen wird und die Flächen konsequent auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt werden. Um sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren zu können, reduzierte sie die Anzahl der angebauten Rebsorten von 25 auf gerade einmal 5.

Das Ergebnis: Bereits mit ihrem vierten Jahrgang erhielt die engagierte Winzerin die zweite Traube beim renommierten Weinkritiker Gault-Millau.

Wenn in deutschen Weingütern ein Generationswechsel ansteht, setzen Jungwinzer oft ihre ganz eigenen Vorstellungen und Ideen um, indem sie altes Wissen und bewährte Traditionen mit kreativen Innovationen bereichern. Viele der Talente sind bestens ausgebildet und haben internationale Erfahrungen in europäischen Spitzengebieten sowie in Übersee gesammelt. Dieser Blick über den Tellerrand und die Verwurzelung im heimischen Weinberg hilft ihnen, das Beste aus Tradition und Moderne zu verbinden und originelle und ausdrucksstarke Weine von hoher Qualität herzustellen.

Das Genussmagazin „selection“ zeichnete Christian Nett als „Besten deutschen Jungwinzer 2015“ aus.

Christian Nett (39 Jahre) – mit Pferdepower zum perfekten Grauburgunder

Mitten im pfälzischen Duttweiler, einem kleinen Ort zwischen Speyer und Neustadt an der Weinstraße, liegt das familiengeführte Weingut Bergdolt-Reif & Nett. Zwischen exotischen Kiwis, Feigen und Mandeln wachsen die Reben hier auf sonnenverwöhnten Hängen auf einer Höhe von 120 bis 140 Meter über dem Meeresspiegel. Heute ist hauptsächlich Christian Nett für den Ausbau der Weine verantwortlich. In seinem ersten Jahr als Kellermeister baute das Weingut noch vorwiegend liebliche Weine aus, zum Beispiel Portugieser Rotwein in der Literflasche. Doch Christian Nett verfolgte schnell andere Pläne: Während Grauburgunder in Deutschland vor einigen Jahren weitgehend als feinherber Wein ausgebaut wurde, setzte der Weinkenner bereits früh auf eine trockene Charakteristik, ähnlich den italienischen Vorbildern (Pinot Grigio). Heute zählt sein trockener Grauburgunder zu den besten Weinen des Betriebes. Trotz vieler Neuerungen versucht Christian Nett auch, bewährte Traditionen zu erhalten. 2011 führte er wieder eine ursprüngliche Technik ein: „Wir bewirtschaften einige unserer besten Weinberge ausschließlich mit Pferdekraft – in Gestalt eines Rheinisch- Deutschen Kaltbluts namens Vicky.“ So wird die Erde lockerer als beim Verwenden eines Traktors, und der Boden kann ideal atmen. „Dadurch kommt mehr Qualität in die Traube und mehr Charakter in den Wein“, ist der Winzer mit Leidenschaft für Pferde überzeugt.

Michael Schroth (41 Jahre) – große Rotweine aus Deutschland

Das in der Pfalz beheimatete Weingut Michael Schroth liegt in Asselheim, am nördlichen Teil der Deutschen Weinstraße. Dort herrschen perfekte Bedingungen: Neben dem sonnigen Klima sind die besonders kalkreichen und lehmhaltigen Böden entscheidend für den erfolgreichen Weinbau. Der Weinberg ist die Basis für die ausdrucksstarken Weine von Vollblutwinzer Michael Schroth. Besonders bei den Premiumweinen werden die Erträge stark reduziert, um die Qualität zu steigern. Im Weinkeller setzt er bei allen Arbeitsschritten auf eine möglichst schonende Weiterverarbeitung. So bleiben die einzelnen Aromen erhalten und der typische Geschmack der jeweiligen Weinsorte wird im Glas erlebbar. Herausragende Rotweine aus Deutschland sind für Michael Schroth eine Herzensangelegenheit. Seine Rotweine entstehen mithilfe der klassischen Maischegärung und werden aufwendig in Holz- beziehungsweise Barrique-Fässern gelagert. Seit 2016 ist der Weinliebhaber Mitglied im „Barrique Forum Pfalz“, der einzigen Winzervereinigung Deutschlands, die sich dem Ausbau großer Rotweine verschrieben hat. Als absoluter Experte für ausdrucksstarke und komplexe deutsche Rotweine wurde Michael Schroth 2019 sogar in den Vorstand gewählt.