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mio-Köchin Kathrin im Interview

Wie läuft die Arbeit als Köchin für das mio-Magazin eigentlich ab?

„Langweilig wird es nie.“

Seit einigen Jahren sind unsere Köchin Kathrin Fuchs und wir von der mio-Redaktion ein eingespieltes Team. Doch wie läuft die Arbeit als mio-Köchin eigentlich ab und wie ist Kathrin zum Kochen gekommen? Wir haben mit ihr darüber gesprochen.

KATHRIN, DU BIST SCHON EINE WEILE FÜR UNS IM EINSATZ. ERZÄHL MAL: WIE BIST DU ÜBERHAUPT ZUM KOCHEN GEKOMMEN?

Ich bin in der Gastro groß geworden. Meine Mutter ist auch Köchin und hat damals den Familienbetrieb übernommen, der schon fast 200 Jahre in unserem Besitz ist. Ich sollte ihr zwar meistens beim Spülen helfen, aber trotzdem war dadurch das Kochen schon sehr früh präsent in meinem Leben. Als Jugendliche habe ich immer gesagt, dass ich das auf gar keinen Fall machen will; wegen der Arbeitszeiten und da mir diese nicht unbedingt familienfreundlich schienen. Als es dann so weit war, stand jedoch ziemlich schnell fest: Ich werde Köchin.

WAS SOLLTE MAN DENN ALLES MITBRINGEN, UM KÖCHIN ZU WERDEN?

An erster Stelle steht natürlich die Liebe zum Kochen und zu Lebensmitteln. Dann kommen noch Durchhaltevermögen und ein gewisser Ehrgeiz dazu, denn gerade die ersten Jahre in der Ausbildung sind nicht einfach. Generell glaube ich, dass der Beruf des Kochs viel abverlangt; angefangen bei den Arbeitszeiten, die, je nachdem wo man arbeitet, recht anstrengend sein können, und den doch recht simplen Aufgaben am Anfang der Ausbildung. Gerade da ist es wichtig, viel Freude an der Tätigkeit zu haben, denn erst mit der Zeit bekommt man mehr eigenständige Aufgaben zugewiesen. Was auch nicht fehlen sollte, ist eine gewisse Neugierde. Also offen für neue Produkte, Rezepte und Kombinationen zu sein und sie auszuprobieren.

UND WIE SIEHT ES MIT BESTIMMTEN FINGERFERTIGKEITEN AUS? SOLLTE MAN SCHON EIN GEWISSES TALENT ZUM SCHNEIDEN MITBRINGEN?

Nein, das muss man nicht unbedingt mitbringen. Den Umgang mit dem Messer lernt man zwangsläufig in der Ausbildung beim Gemüseschneiden. Je öfter und je länger man das übt, umso leichter wird es mit der Zeit. Da kommt eben wieder das Durchhaltevermögen ins Spiel.

mio-Köchin Kathrin vor dem fast 200 Jahre alten familienbetriebenen Gasthof.

DU BIST NICHT NUR MIO-KÖCHIN: WIE LÄUFT EIN ARBEITSTAG BEI DIR AB?

Mein Mann Marco und ich haben einen Catering-Betrieb; unser Arbeitsalltag ist also sehr abwechslungsreich. Es gibt kein Schema F mit striktem Tagesablauf, nach dem wir gehen, denn bei uns ist kein Tag wie der andere. Wie unsere Arbeit aussieht, hängt ganz vom Auftrag und jeweiligen Kunden ab. Beispielsweise führen wir viele Vorabgespräche zur individuellen Planung und fahren zur Location. Wenn der Termin ansteht, müssen wir zeitnah einkaufen und dann wird eben produziert. Gekocht und fertiggestellt werden die Speisen erst vor Ort, sodass alles frisch zubereitet ist. Und wenn gerade nicht so viel los ist, schiebe ich die Büroarbeit ein, schreibe die Rezepte oder schicke den Kunden Menüvorschläge.

DAS KLINGT SEHR ABWECHSLUNGSREICH. WAS GEFÄLLT DIR AN DEINEM BERUF BESONDERS GUT?

Ich freue mich, wenn ich mit meinem Essen andere Menschen glücklich machen kann, beispielsweise bei einer Hochzeit. Und da wir mit dem Catering in gewisser Weise Eventveranstalter sind, gefällt mir die Abwechslung. Ich mag es, dass wir uns dabei ständig ein wenig neu erfinden und anpassen. Es wird also auf keinen Fall langweilig. Klar kann es auch mal anstrengend werden, aber wenn auf einem Event dann alles wie geplant geklappt hat und unsere Kunden zufrieden sind, gibt mir das einfach ein tolles Gefühl. Und langweilig wird es natürlich auch nicht, wenn ich als mio-Köchin tätig bin. Mein Mann hat 2015 angefangen, das mio-Gericht in Zusammenarbeit mit den Globus-Köchen zu erstellen, und bald darauf wurden wir gefragt, ob wir auch die Rezeptstrecke entwickeln möchten. Auch da ist kein Shooting, keine monatliche Rezeptstrecke wie die andere.

Köchin Kathrin Fuchs beim Probekochen für das mio-Rezeptshooting.

WAS PASSIERT EIGENTLICH, BEVOR WIR GEMEINSAM AUF DAS SHOOTING FAHREN, UM DIE REZEPTE ZU FOTOGRAFIEREN?

Für mich beginnt die Arbeit, nachdem die Themen der einzelnen Ausgaben vom Redaktionsteam festgelegt wurden. Dann überlege ich, welche Gerichte und Zutaten dazu passen, und mache Vorschläge. Das ist schon eine Herausforderung, denn wir wollen auf der einen Seite den Lesern keine 0815-Rezepte, sondern kreative und innovative Gerichte zum Nachkochen vorstellen, und zum anderen sollen sie natürlich für alle gut umsetzbar sein. Wenn ich die ausgewählten Ideen zurückbekomme, geht es an die konkrete Rezeptentwicklung: Das heißt, ich koche Probe und lege dabei die genauen Zutatenmengen, Garzeiten und so weiter fest. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn vieles, was ich ganz intuitiv und aus der Übung heraus mache, kann jemand, der den Beruf nicht gelernt hat, eventuell nicht. Daher lege ich großen Wert auf das Probekochen.

UND DANACH GEHT ES SCHON AUF DAS SHOOTING.

Genau – und das ist auch mein Lieblingsaspekt an meinem Job als mio-Köchin. Es ist jedes Mal aufs Neue spannend, das fertige Gericht auf dem Foto zu sehen. Und es ist wirklich ein schönes Event für mich: Zum einen ist mir das Kochen mit frischen Zutaten und ohne künstliche Stoffe, wie Schaum oder Lebensmittelfarbe, sehr wichtig. Denn dass wir alles vor Ort kochen und das Gekochte fotografieren, ist in der Food-Fotografie keine Selbstverständlichkeit. Praktisch ist auch, dass wir immer bestens versorgt sind, was unsere Mahlzeiten angeht. Und zum anderen ist die kreative Zusammenarbeit mit dem mio-Team und dem Fotografen total spannend. Dabei sammele ich immer wieder neue Blickwinkel und bekomme neue Ideen. Das macht einfach Spaß!